Der Igel, der zu früh aufwachte

Der Igel, der zu früh aufwachte

Zusammenfassung: „Der Igel, der zu früh aufwachte" in drei Sätzen

Ein Igel hat sich im November unter einem Laubhaufen einen Winterschlafplatz gebaut.

Im Januar wird es eine Woche lang zu warm, und er wacht auf.

Draußen gibt es nichts zu fressen, und das ist ein echtes Problem.

Der Igel, der zu früh aufwachte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Der Igel hatte alles richtig gemacht.

Er hatte im Oktober so viel gefressen, wie in ihn hineinging: Käfer, Regenwürmer, Schnecken, einmal ein Stück Katzenfutter, das jemand draußen stehen gelassen hatte.

Er wog Ende November achthundertzwanzig Gramm, was gut ist. Unter fünfhundert wird es im Winter schwierig.

Dann hatte er sich unter dem Laubhaufen hinter dem Geräteschuppen ein Nest gebaut, aus Blättern und trockenem Gras, so dicht, dass kein Wind hineinkam.

Und dann hatte er alles heruntergefahren.

Das ist der eigentliche Trick am Winterschlaf: Ein Igel schläft nicht einfach. Sein Herz schlägt statt zweihundertmal in der Minute nur noch etwa zwanzigmal, und seine Körpertemperatur sinkt fast auf die Temperatur der Luft.
Im Oktober frisst ein Igel alles, was hineingeht Im Januar kam eine warme Woche.

So etwas gibt es immer öfter. Zehn Grad, Regen statt Schnee, und im Vorgarten fing ein Krokus an, weil Krokusse auf Temperatur reagieren und nicht auf den Kalender.

Der Igel fuhr wieder hoch.

Das dauert bei einem Igel mehrere Stunden und kostet enorm viel Kraft — es ist ungefähr so, als würde man einen kalten Motor starten.

Er krabbelte aus dem Laub, war wach, war hungrig, und draußen gab es: nichts.

Keine Käfer, keine Würmer an der Oberfläche, keine Schnecken. Alles, was ein Igel frisst, hatte sich selbst verkrochen.
Das Nest hinter dem Geräteschuppen Er lief zwei Nächte durch den Garten.

In der dritten Nacht kam er auf die Terrasse von Nummer 14, wo ein Mann wohnte, der abends oft draußen saß, weil er schlecht schlief.

Der Mann sah einen Igel, der im Januar über eine Terrasse lief, und wusste, dass das nicht in Ordnung ist.

Er hat ihn nicht angefasst und nicht ins Haus geholt. Er hat nachgesehen, was man macht, und dann hat er gemacht, was da steht: eine flache Schale Katzenfutter ohne Soße und eine flache Schale Wasser, beides unter einen umgedrehten Obstkorb, damit die Katzen nicht drangehen.

Keine Milch. Milch ist für Igel das Schlechteste überhaupt.

Der Igel kam drei Nächte.

Dann wurde es wieder kalt, und er verschwand unter dem Laubhaufen.
Zehn Grad im Januar, und der Krokus fängt an Im April kam er wieder heraus, dünner als im Herbst, aber lebendig.

Der Mann von Nummer 14 hat den Laubhaufen danach liegen lassen, das ganze Jahr über, und seine Frau hat sich daran gewöhnt.

Im Oktober darauf war der Igel wieder da.

Ob es derselbe war, weiß niemand. Igel sehen sich ähnlich, und man soll ihnen keine Namen geben, wenn man nicht sicher ist.

Der Mann hat trotzdem einen benutzt, aber nur, wenn niemand zuhörte.

Und wenn er nicht gestorben ist, dann schläft er noch heute jeden Winter hinter dem Geräteschuppen.
Draußen gibt es nichts zu fressen Katzenfutter unter einem umgedrehten Obstkorb Als es wieder kalt wird, verschwindet er Die Moral von „Der Igel, der zu früh aufwachte"

Der Mann von Nummer 14 hat den Igel nicht gerettet, indem er ihn ins Warme geholt hat. Das wäre der Impuls gewesen und wäre falsch gewesen.

Er hat nachgesehen, was hilft, und dann genau das gemacht — Futter, Wasser, und ansonsten in Ruhe lassen.

Helfen heißt oft nicht, viel zu tun. Es heißt, das Richtige zu tun und danach die Hände wegzunehmen.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wie hat der Igel sich auf den Winter vorbereitet?

    Im Oktober hat er gefressen, so viel in ihn hineinging: Käfer, Regenwürmer, Schnecken und einmal ein Stück Katzenfutter. Ende November wog er achthundertzwanzig Gramm, und unter dem Laubhaufen hinter dem Geräteschuppen hatte er sich ein Nest aus Blättern und trockenem Gras gebaut, so dicht, dass kein Wind hineinkam.

  2. 2Was ist der eigentliche Trick am Winterschlaf?

    Ein Igel schläft nicht einfach, er fährt alles herunter. Sein Herz schlägt statt zweihundertmal in der Minute nur noch etwa zwanzigmal, und seine Körpertemperatur sinkt fast auf die Temperatur der Luft.

  3. 3Warum wird die warme Woche im Januar für den Igel zum Problem?

    Bei zehn Grad und Regen fährt er wieder hoch. Das dauert mehrere Stunden und kostet enorm viel Kraft, ungefähr so wie das Starten eines kalten Motors. Und dann ist er wach und hungrig, aber draußen gibt es nichts: keine Käfer, keine Würmer, keine Schnecken.

  4. 4Was macht der Mann von Nummer 14, als er den Igel auf der Terrasse sieht?

    Er fasst ihn nicht an und holt ihn nicht ins Haus. Er sieht nach, was man macht, und stellt dann eine flache Schale Katzenfutter ohne Soße und eine flache Schale Wasser hin, beides unter einen umgedrehten Obstkorb, damit die Katzen nicht drangehen. Milch gibt es keine, denn die ist für Igel das Schlechteste überhaupt.

  5. 5Wie geht die Geschichte für den Igel aus?

    Er kommt drei Nächte lang, dann wird es wieder kalt und er verschwindet unter dem Laubhaufen. Im April kommt er heraus, dünner als im Herbst, aber lebendig — und im Oktober darauf ist wieder ein Igel da. Ob es derselbe war, weiß niemand.

Wörter aus der Geschichte

Winterschlaf
wenn ein Tier den ganzen Winter durchschläft und dabei fast alles herunterfährt
Laubhaufen
ein Haufen aus alten Blättern, in dem sich Tiere verstecken können
Geräteschuppen
eine kleine Hütte im Garten für Schaufel, Harke und andere Werkzeuge
Krokus
eine kleine Blume, die schon ganz früh im Jahr aus der Erde kommt
Körpertemperatur
wie warm ein Tier oder ein Mensch von innen ist

Zum Weitererzählen

  • Der Krokus reagiert auf die Temperatur und nicht auf den Kalender. Was heißt das für Tiere und Pflanzen, wenn der Winter warm wird?
  • Der erste Gedanke wäre gewesen, den Igel ins Warme zu holen — warum wäre das falsch gewesen?
  • Der Mann lässt den Laubhaufen danach das ganze Jahr liegen. Was gibt er damit auf?
  • Wenn in deinem Garten oder auf eurem Balkon ein Tier Hilfe bräuchte — wie würdest du herausfinden, was richtig ist?
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten. Das Tier ist in Schwierigkeiten, es wird ihm geholfen, und am Ende schläft es wieder — der Schluss ist ruhig.

Warum „Der Igel, der zu früh aufwachte" zum Einschlafen passt

Die Zahlen stimmen: Ein Igelherz schlägt im Winterschlaf statt rund zweihundertmal nur noch etwa zwanzigmal pro Minute, und die Körpertemperatur sinkt fast auf Umgebungsniveau. Unter etwa fünfhundert Gramm wird der Winter kritisch.

Wenn ein Igel im Winter tagsüber unterwegs ist, braucht er meist Hilfe. Richtig sind Katzen- oder Hundefutter ohne Soße und Wasser — niemals Milch, die vertragen Igel nicht. Im Zweifel eine Igelstation anrufen, statt das Tier ins Haus zu holen.

Wenn „Der Igel, der zu früh aufwachte" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Der Igel, der zu früh aufwachte

Worum geht es in „Der Igel, der zu früh aufwachte"?

Ein Igel hat alles richtig gemacht und schläft hinter dem Geräteschuppen. Im Januar wird es eine Woche zu warm, er wacht auf – und findet nichts zu fressen.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Was füttert man einem Igel?

Katzen- oder Hundefutter ohne Soße und Wasser. Niemals Milch – die vertragen Igel nicht.

Was tun, wenn im Winter ein Igel im Garten läuft?

Ist er tagsüber unterwegs, braucht er meist Hilfe. Futter und Wasser hinstellen und eine Igelstation anrufen, statt ihn ins Haus zu holen.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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