Der Drachen, der nicht steigen wollte

Der Drachen, der nicht steigen wollte

Zusammenfassung: „Der Drachen, der nicht steigen wollte" in drei Sätzen

Ein neuer Drachen geht am ersten Nachmittag zwölfmal in die Wiese und nicht ein einziges Mal hoch.

Es liegt nicht am Drachen und nicht am Kind, sondern an einer Schnur, die zwei Zentimeter zu weit vorn festgemacht ist.

Gefunden hat den Fehler ein Mann, der am Feldrand stand und eigentlich nur mit seinem Hund unterwegs war.

Der Drachen, der nicht steigen wollte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Der Drachen war rot, hatte einen langen Schwanz aus Bändern und war ein Geburtstagsgeschenk.

Der Wind stand gut. Man merkte das daran, dass die Pappeln am Feldrand ordentlich rauschten und dass es beim Gehen von der Seite drückte.

Es war also alles da: Drachen, Wind, Wiese, Kind.

Es ging trotzdem nicht.

Loni lief los, ließ Schnur nach, der Drachen stieg zwei Meter, kippte nach links, drehte sich einmal und ging in die Wiese.

Zwölfmal.

Zwischendurch fragte sie ihre Mutter, ob der Wind vielleicht falsch herum sei. Das gibt es nicht — Wind ist nie falsch herum, man muss nur mit dem Rücken dazu stehen, und das taten sie.
Der rote Drachen liegt in der Wiese Ihre Mutter probierte es auch.

Erwachsene können manche Sachen besser, aber Drachensteigenlassen gehört meistens nicht dazu.

Sie lief schneller, was den Drachen höher brachte und den Absturz härter machte.

Sie versuchte es mit mehr Schwanz, dann mit weniger, dann mit einem angeknoteten Stück Zeitung.

Beim vierzehnten Mal riss ein Stäbchen ein.

Sie klebten es mit Pflaster, was hält, aber demütigend aussieht.

Beim siebzehnten Mal setzte sich Loni ins Gras und sagte, der Drachen sei kaputt.

Ihre Mutter widersprach, sagte aber nichts Überzeugendes, weil ihr auch nichts einfiel.
Zwei Meter hoch und dann zur Seite Am Feldrand stand ein Mann mit einem Hund.

Er hatte eine Weile zugeschaut, wie das Leute tun, und dann kam er über die Wiese und fragte, ob er mal darf.

Er drehte den Drachen um.

Vorn, wo die Schnur festgemacht ist, sitzt eine Waage — zwei kurze Schnüre, die zu einem Punkt zusammenlaufen. An diesem Punkt hängt die lange Schnur.

Er schaute sich diesen Punkt zehn Sekunden lang an.

Dann sagte er: „Zu weit vorn."

Er machte den Knoten auf, schob ihn ungefähr zwei Zentimeter nach hinten und knotete ihn wieder fest.

„Probier noch mal."
Ein Stäbchen wird mit Pflaster geklebt Loni lief los.

Der Drachen stieg.

Er stieg nicht ein bisschen, sondern richtig — er nahm die Schnur mit, zog nach oben und stand nach zwanzig Sekunden so hoch, dass Loni den Kopf in den Nacken legen musste.

Der Mann sagte: „Na also", pfiff seinem Hund und ging weiter.

Er hat nicht gesagt, wie er heißt.

Loni ließ den Drachen zwei Stunden steigen, bis ihr die Hände wehtaten und bis es dämmerte.

Auf dem Heimweg trug ihre Mutter die Schnurrolle, und Loni trug den Drachen, und beide sagten nicht besonders viel.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann steigt er noch heute jeden Herbst.
Der Mann mit dem Hund schaut zu Der Knoten wandert zwei Zentimeter nach hinten Der Drachen steht hoch am Himmel Die Moral von „Der Drachen, der nicht steigen wollte"

Siebzehn Versuche, ein eingerissenes Stäbchen und ein Kind, das aufgibt — und der Fehler sind zwei Zentimeter Schnur.

Das ist bei sehr vielen Sachen so. Es liegt selten daran, dass jemand zu wenig kann oder sich zu wenig anstrengt. Meistens ist irgendwo eine Kleinigkeit falsch eingestellt, und niemand sieht sie, weil alle mit Rennen beschäftigt sind.

Der Mann mit dem Hund sagt keinen einzigen aufmunternden Satz. Er dreht den Drachen um und schaut sich den Knoten an.

Das ist die nützlichste Art zu helfen, die es gibt.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Woran merken Loni und ihre Mutter, dass der Wind eigentlich gut steht?

    Die Pappeln am Feldrand rauschen ordentlich, und beim Gehen drückt es von der Seite. Es ist also alles da: Drachen, Wind, Wiese, Kind.

  2. 2Was passiert jedes Mal, wenn Loni losläuft?

    Der Drachen steigt zwei Meter, kippt nach links, dreht sich einmal und geht in die Wiese. Zwölfmal hintereinander.

  3. 3Was probiert Lonis Mutter alles aus?

    Sie läuft schneller, was den Drachen höher bringt und den Absturz härter macht. Dann versucht sie es mit mehr Schwanz, dann mit weniger, dann mit einem angeknoteten Stück Zeitung. Beim vierzehnten Mal reißt ein Stäbchen ein, das sie mit Pflaster kleben.

  4. 4Was entdeckt der Mann mit dem Hund, als er über die Wiese kommt?

    Er dreht den Drachen um und schaut sich die Waage an — die zwei kurzen Schnüre, die vorn zu einem Punkt zusammenlaufen. Zehn Sekunden lang, dann sagt er: „Zu weit vorn.“ Er macht den Knoten auf, schiebt ihn ungefähr zwei Zentimeter nach hinten und knotet ihn wieder fest.

  5. 5Wie geht es aus, nachdem der Knoten verschoben ist?

    Der Drachen steigt richtig, nimmt die Schnur mit und steht nach zwanzig Sekunden so hoch, dass Loni den Kopf in den Nacken legen muss. Der Mann sagt nur „Na also“, pfeift seinem Hund und geht weiter — seinen Namen hat er nie gesagt.

Wörter aus der Geschichte

Pappeln
hohe schmale Bäume, die man oft am Feldrand pflanzt
Waage
beim Drachen die zwei kurzen Schnüre vorn, an deren Treffpunkt die lange Schnur hängt
Stäbchen
die dünnen Stäbe, die einen Drachen von innen in Form halten
Schnurrolle
die Rolle, auf der die lange Drachenschnur aufgewickelt ist
Feldrand
die Stelle, wo ein Acker aufhört und der Weg oder die Bäume anfangen

Zum Weitererzählen

  • Loni setzt sich beim siebzehnten Mal ins Gras und sagt, der Drachen sei kaputt. Wie fühlt sich das wohl an?
  • Der Mann sagt keinen einzigen aufmunternden Satz, sondern schaut sich den Knoten an. Was hilft dir mehr, wenn etwas nicht klappt?
  • Auf dem Heimweg sagen Loni und ihre Mutter nicht besonders viel. Woran denken sie wohl?
  • Was ist dir schon einmal lange nicht gelungen — und wer oder was hat dir dann geholfen?
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Drei Minuten ohne Gefahr. Es geht etwas schief, es wird repariert, und danach steigt ein Drachen zwei Stunden lang — der Schluss ist ein Heimweg in der Dämmerung.

Warum „Der Drachen, der nicht steigen wollte" zum Einschlafen passt

Der beschriebene Fehler ist echt: Wenn der Waagepunkt zu weit vorn sitzt, stellt sich der Drachen zu steil an und kippt weg. Zwei Zentimeter nach hinten ist tatsächlich die übliche Korrektur.

Die Geschichte eignet sich für Kinder, die schnell sagen, etwas sei kaputt. Sie schlägt eine andere Reihenfolge vor: erst umdrehen und nachschauen, dann urteilen.

Wenn „Der Drachen, der nicht steigen wollte" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Der Drachen, der nicht steigen wollte

Worum geht es in „Der Drachen, der nicht steigen wollte"?

Ein neuer Drachen geht siebzehnmal in die Wiese. Ein fremder Mann schaut sich den Knoten vorn an, verschiebt ihn zwei Zentimeter – und danach steigt er.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund drei Minuten.

Stimmt das mit den zwei Zentimetern?

Ja. Sitzt der Waagepunkt zu weit vorn, stellt sich der Drachen zu steil an und kippt weg – ihn nach hinten zu verschieben ist die übliche Korrektur.

Passt die Geschichte in den Herbst?

Ja, besonders im Oktober.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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