Der Bagger und der Maulwurf

Der Bagger und der Maulwurf

Zusammenfassung: „Der Bagger und der Maulwurf" in drei Sätzen

Auf der Baustelle am Ortsrand soll eine Grube ausgehoben werden, und der Bagger Bruno ist der Größte, den die Firma hat.

Am zweiten Tag steht plötzlich ein Maulwurf mitten in der Grube und geht nicht weg.

Wie die beiden das lösen, hat mit Größe überhaupt nichts zu tun.

Der Bagger und der Maulwurf – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Bruno war ein Bagger.

Er war gelb, er hatte eine Schaufel, in die drei Kinder gepasst hätten, und wenn er den Arm ausstreckte, kam er bis ans Dach eines Hauses.

Bruno war stolz darauf. Nicht auf eine unangenehme Art — er machte einfach gern, was er konnte.

Am Montag kam er auf die Baustelle am Ortsrand. Dort sollte ein Haus gebaut werden, und vorher musste ein Loch her.

Ein großes Loch.

Bruno fing an.
Bagger Bruno hebt die Grube aus Am ersten Tag lief es gut.

Er schob die Grasnarbe zur Seite, holte die erste Schicht Erde heraus und stapelte sie ordentlich am Rand. Der Baggerfahrer hieß Kolja, hatte ein Radio in der Kabine und sang manchmal mit, aber nur, wenn er dachte, dass niemand zuhört.

Am zweiten Tag, morgens um sieben, stand etwas in der Grube.

Es war klein, dunkel, hatte einen rosa Rüssel und sehr große Hände.

Es war ein Maulwurf.

Kolja stellte den Motor ab.

Bruno sagte gar nichts, weil er ziemlich überrascht war.
Der Maulwurf steht mitten in der Grube „Das ist meine Grube", sagte der Maulwurf.

„Das ist meine Baustelle", sagte Bruno.

„Ich war zuerst hier."

„Ich hab einen Auftrag."

Der Maulwurf setzte sich hin, was bei einem Maulwurf ungefähr aussieht wie bei jemandem, der sich hinlegt.

„Da unten", sagte er und zeigte mit einer großen Hand nach unten, „sind meine Gänge. Vier Stück. Da wohne ich seit sechs Jahren."

Bruno schaute in das Loch, das er gemacht hatte.

An der Seitenwand, ungefähr in der Mitte, war tatsächlich eine kleine runde Öffnung.

Und daneben noch eine.

„Oh", sagte Bruno.
Die Gänge in der Erdwand Sie standen eine Weile herum.

Bruno war zweihundertmal so groß wie der Maulwurf, und das half genau gar nichts. Man kann jemanden nicht wegheben, der recht hat.

„Wie viele Gänge, sagst du?", fragte Bruno.

„Vier. Aber zwei benutze ich kaum."

„Wo liegen die?"

Der Maulwurf zeigte es. Er lief die Grube ab, blieb an vier Stellen stehen und klopfte jeweils zweimal mit dem Fuß auf den Boden.

Kolja stieg aus der Kabine und schaute sich das an. Dann holte er Sprühfarbe aus dem Werkzeugkasten und markierte die vier Stellen.

„Zwei müssen weg", sagte er zum Maulwurf, weil da die Fundamente hinkommen. „Zwei können bleiben."

Der Maulwurf überlegte.

„Die zwei, die ich kaum benutze?"

„Genau die zwei."
Kolja markiert die vier Stellen Die Moral von „Der Bagger und der Maulwurf"

Bruno ist zweihundertmal so groß und kommt damit keinen Zentimeter weiter. Der Streit lässt sich nicht durch Kraft lösen, sondern nur dadurch, dass jemand fragt: Wo genau liegen deine Gänge?

Danach ist es plötzlich einfach. Zwei bleiben, zwei gehen, alle können weitermachen.

Für Kinder, die Bagger mögen, ist das eine Baustellengeschichte mit allem, was dazugehört. Und ganz nebenbei zeigt sie, dass die meisten Streitigkeiten kleiner werden, sobald man genau hinschaut, worum es eigentlich geht.
Heute steht dort ein Haus mit einem Garten So machten sie es.

Bruno grub weiter, aber vorsichtiger, und um die zwei markierten Stellen herum ließ er einen Rand stehen.

Der Maulwurf zog in den größeren der beiden Gänge um. Es dauerte einen Vormittag, und Bruno schaute nicht hin, weil ein Umzug eine private Angelegenheit ist.

Später wurde das Haus gebaut.

Wenn man heute dort vorbeikommt, sieht man einen Garten, einen Kirschbaum und ein Beet.

Und mitten im Rasen, ungefähr da, wo Kolja damals einen orangefarbenen Strich gesprüht hat, gibt es dreimal im Jahr einen kleinen Erdhaufen.

Die Leute, die dort wohnen, ärgern sich jedes Mal ein bisschen.

Sie wissen ja nicht, dass er älter ist als ihr Haus.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann buddelt der Maulwurf noch heute.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wofür kommt Bruno am Montag auf die Baustelle am Ortsrand?

    Dort soll ein Haus gebaut werden, und vorher muss ein Loch her — ein großes Loch. Am ersten Tag schiebt Bruno die Grasnarbe zur Seite, holt die erste Schicht Erde heraus und stapelt sie ordentlich am Rand.

  2. 2Wer steht am zweiten Tag morgens um sieben in der Grube?

    Ein Maulwurf. Er ist klein und dunkel, hat einen rosa Rüssel und sehr große Hände. Er sagt: „Das ist meine Grube.“ Bruno sagt: „Das ist meine Baustelle.“

  3. 3Warum hilft es Bruno überhaupt nichts, dass er zweihundertmal so groß ist?

    Weil der Maulwurf seit sechs Jahren dort unten wohnt und vier Gänge hat — an der Seitenwand sind die kleinen runden Öffnungen tatsächlich zu sehen. Im Text steht es so: Man kann jemanden nicht wegheben, der recht hat.

  4. 4Was macht Kolja, nachdem der Maulwurf ihm die vier Stellen gezeigt hat?

    Der Maulwurf läuft die Grube ab und klopft an vier Stellen zweimal mit dem Fuß auf den Boden. Kolja steigt aus der Kabine, holt Sprühfarbe aus dem Werkzeugkasten und markiert die Stellen. Zwei Gänge müssen weg, weil dort die Fundamente hinkommen, zwei dürfen bleiben.

  5. 5Was sieht man heute an der Stelle, wo Kolja damals einen orangefarbenen Strich gesprüht hat?

    Einen Garten mit einem Kirschbaum und einem Beet — und mitten im Rasen dreimal im Jahr einen kleinen Erdhaufen. Die Leute, die dort wohnen, ärgern sich jedes Mal ein bisschen. Sie wissen ja nicht, dass er älter ist als ihr Haus.

Wörter aus der Geschichte

Grasnarbe
die oberste Schicht Erde mit dem Gras darauf
Grube
ein großes Loch, das man in den Boden gräbt
Fundamente
der feste Unterbau, auf dem die Mauern eines Hauses stehen
Rüssel
eine lange, bewegliche Nase vorn im Gesicht
Sprühfarbe
eine Farbe aus der Dose, mit der man Striche auf den Boden sprüht

Zum Weitererzählen

  • Der Maulwurf sagt „Ich war zuerst hier“, Bruno sagt „Ich hab einen Auftrag“. Wer hat mehr recht?
  • Bruno schaut beim Umzug des Maulwurfs nicht hin, weil ein Umzug eine private Angelegenheit ist. Was hältst du davon?
  • Was hätte passieren können, wenn niemand nach den Gängen gefragt hätte?
  • Wenn jemand mit einem Bagger vor deinem Zimmer stünde — was würdest du sagen?
Für Kinder, die wissen wollen, wie etwas funktioniert

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten ohne Gefahr. Der Streit zwischen Bagger und Maulwurf wird nicht laut, sondern durch vier Markierungen mit Sprühfarbe gelöst — und danach wird die Geschichte ruhig.

Warum „Der Bagger und der Maulwurf" zum Einschlafen passt

Die Geschichte eignet sich für Kinder, die Baustellen und Fahrzeuge mögen — und kommt trotzdem ohne Lärm und ohne Unfall aus.

Das Ende springt viele Jahre nach vorn und zeigt einen Garten. Ein guter ruhiger Punkt zum Aufhören.

Wenn „Der Bagger und der Maulwurf" gefallen hat

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Und wenn ein Buch daraus werden soll: In Band 3 von Ritter Emil & Zauberer Henry wird auch gegraben – allerdings nach etwas ganz anderem.

Häufige Fragen zu Der Bagger und der Maulwurf

Worum geht es in „Der Bagger und der Maulwurf"?

Bagger Bruno soll auf einer Baustelle eine Grube ausheben. Am zweiten Tag steht ein Maulwurf darin, dessen Gänge seit sechs Jahren genau dort liegen.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Passiert ein Unfall?

Nein. Auf dieser Baustelle geht nichts schief und niemand wird verletzt.

Passt die Geschichte für Baustellen-Fans?

Ja. Bagger, Schaufel, Sprühfarbe und Fundamente kommen alle vor.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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