Der Stiefel, den jemand geputzt hatte

Der Stiefel, den jemand geputzt hatte

Zusammenfassung: „Der Stiefel, den jemand geputzt hatte" in drei Sätzen

Am 5. Dezember hat Runja keine Lust, ihren Stiefel zu putzen, und stellt ihn dreckig hinaus.

Am Morgen ist er sauber, und darin liegt weniger als in den Jahren davor.

Wer ihn geputzt hat und warum weniger drin ist, hängt zusammen.

Der Stiefel, den jemand geputzt hatte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Der Stiefel war wirklich dreckig.

Er war am Nachmittag auf einem Bolzplatz gewesen, bei vier Grad und Regen, und danach hatte ihn niemand angefasst. Der Matsch war getrocknet und saß in den Rillen der Sohle und an der Seite bis zum Schaft.

Runjas Mutter hatte zweimal gesagt, sie solle ihn putzen.

Runja war elf und hatte gesagt, das sei Quatsch, weil der Nikolaus ja sowieso ihr Vater sei.

Sie hat das nicht gemein gesagt. Sie hat es einfach gesagt, so wie man mit elf Sachen ausspricht, die stimmen, ohne zu prüfen, ob das gerade dran ist.

Ihre Mutter hat nichts geantwortet.
Der Stiefel war wirklich dreckig Runja hat den Stiefel hinausgestellt, dreckig, aus Prinzip.

Am Morgen war er sauber.

Nicht abgewischt — geputzt. Die Rillen der Sohle waren mit etwas Spitzem ausgekratzt, das Leder war eingecremt, und die Schnürsenkel waren neu eingefädelt, weil einer gerissen gewesen war.

Darin lag: eine Mandarine, sechs Walnüsse, ein Schokoladenweihnachtsmann.

In den Jahren davor war deutlich mehr drin gewesen.

Runja hat eine Weile im Flur gestanden.

Dann ist sie in die Küche gegangen und hat gefragt, wer den Stiefel geputzt hat, und ihr Vater hat gesagt: er.
Nachts um elf im Flur Und dann hat er den Rest auch gesagt, ohne dass sie danach gefragt hätte.

Dass in diesem Jahr weniger drin sei, weil in diesem Jahr weniger da sei. Dass in der Firma etwas passiert sei, worüber sie nicht am Frühstückstisch reden müssten. Dass sie sich darüber keine Sorgen machen solle, weil es nichts sei, was sie ändern könne.

Und dass er den Stiefel geputzt habe, weil er nachts um elf im Flur gestanden habe und ein dreckiger Stiefel dagestanden habe und er nun mal gerade wach gewesen sei.

Runja hat gesagt, das tue ihr leid.

Ihr Vater hat gesagt, das müsse ihr nicht leidtun, und dass er das mit dem Nikolaus schon seit zwei Jahren wisse.

Dann haben sie gefrühstückt.
Am Morgen geputzt, mit neuen Schnürsenkeln Im Jahr darauf hat Runja am 5. Dezember um acht Uhr abends zwei Stiefel geputzt.

Ihren eigenen und den von ihrem Vater, der einen braunen Lederstiefel hat, den er zur Arbeit anzieht, und der seit Jahren nicht gecremt worden war.

Sie hat ihn nicht vor die Tür gestellt, sondern in den Flur, damit es nicht albern aussieht.

Ihr Vater hat am Morgen nichts dazu gesagt.

Er hat den Stiefel angezogen und ist zur Arbeit gefahren, und am Abend hat er beim Essen gesagt, der sitze jetzt wieder besser.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann werden noch heute jeden Dezember zwei Stiefel geputzt.
Runja steht eine Weile im Flur Dann haben sie gefrühstückt Im Jahr darauf putzt sie zwei Die Moral von „Der Stiefel, den jemand geputzt hatte"

Runja hat etwas Wahres gesagt, das an dieser Stelle nichts genützt hat. Es gibt viele solcher Sätze.

Was sie umgestimmt hat, war kein Gegenargument. Es war ein Stiefel, der nachts um elf von jemandem geputzt worden ist, der genau wusste, dass sie nicht daran glaubt.

Dinge, die man für jemanden tut, der es nicht erwartet, wirken stärker als alles, was man sagt.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Warum ist Runjas Stiefel am 5. Dezember so dreckig?

    Er war am Nachmittag auf einem Bolzplatz, bei vier Grad und Regen, und danach hat ihn niemand angefasst. Der Matsch ist getrocknet und sitzt in den Rillen der Sohle und an der Seite bis zum Schaft.

  2. 2Warum stellt Runja ihn trotzdem ungeputzt vor die Tür?

    Ihre Mutter hat zweimal gesagt, sie solle ihn putzen. Runja ist elf und findet das Quatsch, weil der Nikolaus ja sowieso ihr Vater sei — sie sagt das nicht gemein, sondern einfach so, und stellt den Stiefel aus Prinzip dreckig hinaus.

  3. 3Wie sieht der Stiefel am nächsten Morgen aus?

    Nicht abgewischt — richtig geputzt. Die Rillen der Sohle sind mit etwas Spitzem ausgekratzt, das Leder ist eingecremt, und die Schnürsenkel sind neu eingefädelt, weil einer gerissen war.

  4. 4Was erzählt der Vater in der Küche, ohne dass Runja danach gefragt hat?

    Dass er den Stiefel geputzt hat, weil er nachts um elf im Flur stand und gerade wach war. Und dass in diesem Jahr weniger im Stiefel liegt, weil weniger da ist — in der Firma sei etwas passiert, worüber sie sich keine Sorgen machen solle. Vom Nikolaus wisse er übrigens schon seit zwei Jahren.

  5. 5Was macht Runja im Jahr darauf am 5. Dezember?

    Sie putzt um acht Uhr abends zwei Stiefel: ihren eigenen und den braunen Lederstiefel ihres Vaters, der seit Jahren nicht gecremt worden war. Sie stellt ihn nicht vor die Tür, sondern in den Flur, damit es nicht albern aussieht.

Wörter aus der Geschichte

Bolzplatz
ein einfacher Platz draußen, auf dem man Fußball spielt
Rillen
die schmalen Furchen unten in der Schuhsohle
Schaft
der hohe Teil des Stiefels, der ums Bein geht
Schnürsenkel
die Bänder, mit denen man den Schuh zubindet
Walnüsse
runzelige Nüsse mit harter Schale, die man erst knacken muss

Zum Weitererzählen

  • Runja sagt etwas, das stimmt — und trotzdem ist es der falsche Moment dafür. Kennst du solche Sätze?
  • Der Vater sagt am Morgen danach kein Wort zu den geputzten Stiefeln. Warum wohl nicht?
  • Im Stiefel liegen eine Mandarine, sechs Walnüsse und ein Schokoladenweihnachtsmann. Ist das viel oder wenig?
  • Wenn du für jemanden heimlich etwas tun könntest, womit er gar nicht rechnet — was wäre das?
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Drei Minuten ohne Gefahr. Es gibt eine unangenehme Stelle am Frühstückstisch, und danach wird es ruhig.

Warum „Der Stiefel, den jemand geputzt hatte" zum Einschlafen passt

Die Geschichte spricht Geldsorgen an, ohne sie auszubreiten: Der Vater sagt ausdrücklich, dass es nichts ist, was das Kind ändern kann. Wer das Thema zu Hause hat, findet hier eine Formulierung, die weder verschweigt noch belastet.

Geeignet für ältere Kinder, die schon Bescheid wissen und das gern aussprechen. Runja wird für ihren Satz nicht bestraft — es passiert einfach etwas anderes.

Wenn „Der Stiefel, den jemand geputzt hatte" gefallen hat

Mehr davon unter Nikolausgeschichten und Weihnachtsgeschichten für Kinder.

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Häufige Fragen zu Der Stiefel, den jemand geputzt hatte

Worum geht es in „Der Stiefel, den jemand geputzt hatte"?

Runja stellt ihren Stiefel dreckig raus, weil sie weiß, wer der Nikolaus ist. Am Morgen ist er geputzt – und weniger drin als sonst.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa sechs Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund drei Minuten.

Geht es in der Geschichte um Geldsorgen?

Am Rande. Der Vater sagt, dass in diesem Jahr weniger da ist, und ausdrücklich, dass das Kind sich darum keine Sorgen machen soll.

Passt sie für Kinder, die nicht mehr an den Nikolaus glauben?

Ja, genau für die. Runja weiß Bescheid und sagt es auch – und die Geschichte gibt ihr dafür keinen Rüffel.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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