Die Nacht, in der der Schnee zu spät kam

Die Nacht, in der der Schnee zu spät kam

Zusammenfassung: „Die Nacht, in der der Schnee zu spät kam" in drei Sätzen

Mio wünscht sich zu Weihnachten Schnee, und es kommt keiner — es regnet nur.

Den ganzen Heiligabend über schaut er alle zehn Minuten aus dem Fenster, und es ändert nichts.

In der Nacht, als schon alle schlafen, fängt es an.

Die Nacht, in der der Schnee zu spät kam – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 5 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Mio wünschte sich zu Weihnachten Schnee.

Nicht als Geschenk. Er wusste, dass Schnee nichts ist, was man bestellen kann.

Er wünschte es sich einfach so, wie man sich Wetter wünscht: hoffnungsvoll und ohne Plan.

Am zwanzigsten Dezember regnete es.

Am einundzwanzigsten regnete es.

Am zweiundzwanzigsten war es grau und windig, und der Mann im Radio sagte etwas von acht Grad, was ungefähr das Gegenteil von Schnee ist.

Mio schaute jeden Morgen als Erstes aus dem Fenster. Das machte er seit dem ersten Advent, jeden einzelnen Tag, und jeden einzelnen Tag war der Gehweg grau.
Mio schaut in den Regen hinaus Am Heiligabend stand Mio am Fenster.

Er stand ungefähr alle zehn Minuten dort. Zwischendurch machte er andere Sachen, aber nicht lange.

Draußen war der Gehweg nass und glänzte im Licht der Straßenlaterne. Ein Auto fuhr vorbei und machte das typische Geräusch von nassem Asphalt.

„Es kommt keiner", sagte Mio.

„Sieht nicht so aus", sagte sein Vater, der ehrlich war und deshalb keine Sachen versprach, die er nicht liefern konnte.

„Alle anderen haben Schnee."

„Wer alle?"

Mio zählte drei Kinder auf, von denen zwei woanders wohnten und eines gelogen hatte.

Sein Vater sagte darauf nichts. Er hätte etwas Vernünftiges sagen können, über Wetterlagen und Höhenmeter, aber er merkte rechtzeitig, dass eine Erklärung hier nichts verbessert.
Heiligabend mit Kartoffelsalat und Geschenken Der Abend war trotzdem schön.

Es gab Kartoffelsalat, weil es bei ihnen immer Kartoffelsalat gab. Es gab Geschenke, und Mio bekam ein Buch, das er noch am selben Abend anfing, und Handschuhe, die er sofort auszog.

Zweimal ging er noch ans Fenster.

Beim ersten Mal regnete es. Beim zweiten Mal regnete es nicht mehr, aber es lag auch nichts.

Um halb zehn ging er ins Bett und war ein bisschen traurig, was er niemandem sagte, weil Traurigsein an Weihnachten sich falsch anfühlt.

Er schlief nach zehn Minuten ein.

Sein Vater kam noch einmal herein, machte das Fenster einen Spalt auf, weil das Zimmer stickig war, und ging wieder.
Um Mitternacht fängt es an zu schneien Es fing um zwölf an.

Ganz still, so wie Schnee anfängt: erst ein paar Flocken, die noch nicht so recht wissen, ob sie sollen, dann mehr, dann so viele, dass die Straßenlaterne einen Kegel voller weißer Punkte in die Nacht stellte.

Der Gehweg wurde weiß.

Die Autodächer wurden weiß.

Der Deckel der Mülltonne bekam eine Mütze, die immer höher wurde.

Niemand sah zu.

Im ganzen Haus schlief alles, und der Schnee fiel trotzdem weiter, sechs Stunden lang, ohne Publikum, was ihn nicht störte.
Am Morgen liegt alles zu Die Moral von „Die Nacht, in der der Schnee zu spät kam"

Mio bekommt seinen Schnee. Nur nicht, als er hinschaut.

Das ist der ganze Kern: Der Abend läuft ohne ihn ab, die Sache passiert, während alle schlafen, und niemand hat sie herbeigeschaut.

Für Kinder, die auf etwas warten und bei denen es nicht klappt, ist der Schluss ein guter Trost — nicht „du kriegst schon noch", sondern die schlichte Beobachtung, dass Dinge auch dann kommen, wenn man aufgehört hat, aus dem Fenster zu sehen.

Und der Vater in dieser Geschichte verspricht nichts, was er nicht halten kann. Das ist auch etwas wert.
Mio am Fenster am ersten Feiertag Um sieben Uhr am ersten Feiertag wachte Mio auf.

Es war anders hell als sonst. Wer schon einmal an einem Schneemorgen aufgewacht ist, weiß, was gemeint ist: Das Licht kommt von unten mit, und das Zimmer sieht aus, als hätte es jemand frisch gestrichen.

Mio blieb drei Sekunden liegen.

Dann war er am Fenster.

Draußen lag alles zu. Der Gehweg, die Straße, die Hecke, das Fahrrad seines Vaters, das seit Oktober im Garten stand und jetzt aussah wie ein weißes Tier.

Mio holte tief Luft.

Dann rannte er ins Schlafzimmer seiner Eltern, was um sieben Uhr an einem Feiertag nicht gern gesehen ist, und in diesem einen Fall vollkommen in Ordnung war.

Sie waren um Viertel nach sieben draußen. Als Erste in der ganzen Straße.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann liegen ihre Fußspuren noch heute ganz unten unter allem.
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Fünf Minuten ohne Gefahr. Der Mittelteil — Schnee, der stundenlang fällt, während alle schlafen — ist ausdrücklich als Einschlafbild geschrieben und lässt sich sehr langsam lesen.

Schwierige Wörter kurz erklärt

  • Asphalt – der schwarze Belag, aus dem Straßen gemacht sind
  • Kegel – die Form, die das Licht einer Laterne in die Nacht stellt
  • Feiertag – der 25. und der 26. Dezember
  • Hecke – eine dichte Reihe aus Sträuchern am Rand eines Gartens

Fragen zum Weitererzählen

  • Warum ist Mio am Heiligabend ein bisschen traurig?
  • Wer sieht zu, als es endlich schneit?
  • Worauf hast du schon einmal lange gewartet?

Warum „Die Nacht, in der der Schnee zu spät kam" zum Einschlafen passt

Die Geschichte eignet sich besonders für Winter ohne Schnee — davon gibt es immer mehr. Sie verspricht nichts, sondern erzählt einfach, wie es ausgeht.

Der Mittelteil ist zum langsamen Vorlesen gedacht. Manche Kinder schlafen genau dort ein, was der Geschichte nichts nimmt.

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Und wenn ein Buch daraus werden soll: Ritter Emil & Zauberer Henry gibt es in sechs Bänden – gut für lange Winterabende.

Häufige Fragen zu Die Nacht, in der der Schnee zu spät kam

Worum geht es in „Die Nacht, in der der Schnee zu spät kam"?

Mio wünscht sich zu Weihnachten Schnee, und den ganzen Heiligabend über regnet es nur. In der Nacht, als alle schlafen, fängt es an.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund fünf Minuten.

Ist die Geschichte traurig?

Nur kurz. Mio geht ein bisschen traurig ins Bett – und wacht am nächsten Morgen anders auf.

Passt sie für einen Winter ohne Schnee?

Ja, dafür ist sie geschrieben.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

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