Die Kerze, die als Letzte brannte

Die Kerze, die als Letzte brannte

Zusammenfassung: „Die Kerze, die als Letzte brannte" in drei Sätzen

Am Adventskranz sitzen vier Kerzen, und die vierte hat drei Wochen lang nichts zu tun.

Die anderen drei erzählen ihr jeden Sonntag, wie es ist, wenn man brennt.

Am vierten Sonntag ist sie dran — und stellt fest, dass Warten auch etwas war.

Die Kerze, die als Letzte brannte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Auf dem Adventskranz standen vier Kerzen.

Sie hießen einfach die Erste, die Zweite, die Dritte und die Vierte, weil Kerzen keine besseren Namen brauchen.

Am ersten Sonntag wurde die Erste angezündet.

Sie brannte den ganzen Nachmittag, und die anderen drei standen daneben und schauten zu.

„Wie ist es?", fragte die Vierte.

„Warm", sagte die Erste. „Und man wird kürzer."
Am ersten Sonntag brennt nur die erste Kerze Am zweiten Sonntag brannten zwei.

Am dritten Sonntag brannten drei.

Die Vierte stand daneben, glatt und lang und vollkommen unangezündet, und es wurde ihr allmählich langweilig.

„Ich bin die Einzige, die noch nie gebrannt hat", sagte sie.

„Ja", sagte die Dritte. „Dafür bist du die Längste."

Das stimmte. Die Erste war inzwischen nur noch ein Stummel.

Trotzdem fand die Vierte, dass Längstsein nicht besonders viel bringt, wenn man nur dasteht.

„Wie ist es denn nun genau?", fragte sie am dritten Sonntag noch einmal.

„Warm", sagte die Erste.

„Und man wird kürzer", sagte die Zweite.

„Und?"

„Das war es eigentlich schon", sagte die Dritte.
Drei Kerzen brennen, die vierte steht lang und unangezündet daneben Am vierten Sonntag kam jemand mit einem Streichholz.

Die Vierte machte sich lang, so gut das geht, wenn man ohnehin steht.

Dann brannte sie.

Es war tatsächlich warm. Und es war auch tatsächlich so, dass man kürzer wird — man merkt es nicht, aber man weiß es.

Um sie herum brannten die anderen drei.

Zum ersten Mal seit vier Wochen brannten alle vier gleichzeitig, und der Kranz sah aus, wie ein Adventskranz eben aussieht, wenn er fertig ist.
Am vierten Sonntag wird die letzte Kerze angezündet Am Abend saß die Familie darum herum.

Es wurde dunkel im Zimmer. Draußen war Schnee, drinnen waren vier kleine Flammen, und niemand machte das große Licht an, obwohl man dabei kaum etwas sehen konnte.

Die Erste ging als Erste aus. Sie war ja auch nur noch ein Stummel.

Dann die Zweite. Dann die Dritte.

Die Vierte brannte noch eine ganze Weile allein weiter.

Und während sie so brannte, fiel ihr etwas auf: Drei Wochen lang hatte sie zugeschaut. Und Zuschauen war eigentlich auch nicht schlecht gewesen — man sieht dabei ziemlich viel.

Dann pustete jemand.

Und wenn sie nicht gestorben ist, dann steht sie noch heute in der Schublade und wartet aufs nächste Jahr.
Die Familie sitzt im Dunkeln um den Adventskranz Die Moral von „Die Kerze, die als Letzte brannte"

Die vierte Kerze wartet drei Wochen. Das ist eine lange Zeit, wenn alle anderen schon dran waren.

Als sie endlich brennt, ist es genau so, wie die anderen gesagt haben — und trotzdem stellt sie fest, dass die Wochen davor auch etwas waren.

Für Kinder, die auf etwas warten müssen, ist das ein freundlicher Gedanke: Das Warten ist nicht die leere Zeit vor dem Schönen. Es ist auch schon etwas.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wie heißen die vier Kerzen auf dem Adventskranz?

    Einfach die Erste, die Zweite, die Dritte und die Vierte — weil Kerzen keine besseren Namen brauchen. Am ersten Sonntag brennt nur die Erste, und die anderen drei stehen daneben und schauen zu.

  2. 2Was antworten die anderen Kerzen, wenn die Vierte fragt, wie das Brennen ist?

    „Warm“, sagt die Erste. „Und man wird kürzer“, sagt die Zweite. Mehr gibt es dazu offenbar nicht zu sagen: „Das war es eigentlich schon“, sagt die Dritte.

  3. 3Was tröstet die Dritte der Vierten, als die sich beklagt?

    Die Vierte sagt, sie sei die Einzige, die noch nie gebrannt hat. „Dafür bist du die Längste“, antwortet die Dritte — die Erste ist da nämlich schon ein Stummel. Der Vierten hilft das nur mäßig.

  4. 4Was passiert am vierten Sonntag?

    Jemand kommt mit einem Streichholz, und die Vierte macht sich lang, so gut das geht, wenn man ohnehin steht. Zum ersten Mal seit vier Wochen brennen alle vier gleichzeitig, und der Kranz sieht aus, wie er aussieht, wenn er fertig ist.

  5. 5Was fällt der Vierten auf, als sie am Abend allein weiterbrennt?

    Die anderen drei sind schon ausgegangen, die Erste zuerst, sie war ja nur noch ein Stummel. Und während die Vierte so brennt, denkt sie: Drei Wochen lang hat sie zugeschaut — und Zuschauen war eigentlich auch nicht schlecht, man sieht dabei ziemlich viel.

Wörter aus der Geschichte

Adventskranz
ein Kranz aus grünen Zweigen mit vier Kerzen für die Zeit vor Weihnachten
Stummel
der kurze Rest, der von einer Kerze übrig bleibt
Streichholz
ein Hölzchen, das Feuer fängt, wenn man es anreibt
unangezündet
noch nicht angesteckt, also ohne Flamme
Kranz
ein Ring aus gebundenen Zweigen, den man hinlegt oder aufhängt

Zum Weitererzählen

  • Die Vierte muss drei Wochen warten. Worauf wartest du gerade?
  • Ist Warten langweilig oder kann es auch schön sein — was meinst du?
  • Niemand macht am Abend das große Licht an, obwohl man kaum etwas sieht. Warum wohl?
  • Wenn du eine der vier Kerzen wärst — welche wärst du am liebsten?
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Drei Minuten, in denen nichts passiert außer dass vier Kerzen nacheinander brennen. Genau dafür ist sie gemacht: für einen Adventsabend, an dem es ruhig werden soll.

Warum „Die Kerze, die als Letzte brannte" zum Einschlafen passt

Diese Geschichte passt besonders an einem Adventssonntag, wenn der Kranz noch auf dem Tisch steht. Sie funktioniert aber die ganze Adventszeit über.

Der Schluss ist bewusst leise: eine Kerze, die allein weiterbrennt, und dann pustet jemand. Danach muss nichts mehr kommen.

Wenn „Die Kerze, die als Letzte brannte" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Die Kerze, die als Letzte brannte

Worum geht es in „Die Kerze, die als Letzte brannte"?

Am Adventskranz wartet die vierte Kerze drei Wochen lang darauf, endlich dran zu sein – und merkt am vierten Sonntag, dass das Warten selbst auch etwas war.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund drei Minuten.

Passt die Geschichte in die Adventszeit?

Ja, besonders an einem Adventssonntag – sie funktioniert aber an jedem Abend im Dezember.

Ist die Geschichte aufregend?

Nein, ausdrücklich nicht. Es passiert nichts außer dass Kerzen brennen.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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