Der kürzeste Wunschzettel der Welt

Der kürzeste Wunschzettel der Welt

Zusammenfassung: „Der kürzeste Wunschzettel der Welt" in drei Sätzen

Alle Kinder im Haus schreiben lange Wunschzettel, nur Jella schreibt ein einziges Wort.

Ihre Eltern lesen es dreimal und wissen trotzdem nicht genau, was sie damit anfangen sollen.

Am Heiligabend stellt sich heraus, dass es der einfachste Wunsch von allen war.

Der kürzeste Wunschzettel der Welt – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Wunschzettel werden im November geschrieben.

Jellas Bruder brauchte dafür anderthalb Seiten. Ganz oben stand ein Fahrrad, dann kamen elf weitere Sachen, und ganz unten stand vorsichtshalber „oder was anderes Gutes".

Jella war fünf und schrieb noch nicht so schnell.

Sie saß eine ganze Weile am Tisch, mit der Zunge zwischen den Zähnen, und malte Buchstaben, die alle ungefähr gleich groß werden sollten und es nicht wurden.

Dann war sie fertig.

Auf ihrem Zettel stand ein Wort.

Sie faltete ihn einmal in der Mitte, wie man das mit wichtigen Papieren macht, und legte ihn neben den anderthalbseitigen Zettel ihres Bruders, wo er sehr klein aussah.
Jella schreibt ihren Wunschzettel Das Wort war: RODELN.

Ihre Mutter las es. Dann las sie es noch einmal.

„Willst du einen Schlitten?"

„Nein", sagte Jella. „Wir haben einen."

„Und was dann?"

„Rodeln", sagte Jella, als wäre das offensichtlich, was es ja auch war.

Ihre Eltern schauten sich über den Tisch hinweg an, so wie Eltern das tun, wenn sie gerade beide dasselbe denken und keiner es aussprechen will.

Sie waren im letzten Winter nicht rodeln gewesen. Und im Winter davor auch nicht.

Es hatte auch niemand beschlossen, nicht rodeln zu gehen. Es war einfach jedes Wochenende irgendetwas anderes gewesen, und dann war der Schnee weg.
Auf dem Zettel steht ein einziges Wort Am Heiligabend lag unter dem Baum für Jella ein kleines Päckchen.

Darin war ein Paar Handschuhe und ein Zettel.

Auf dem Zettel stand: GUTSCHEIN FÜR EINEN GANZEN TAG RODELN. MIT ALLEN. AUCH WENN ES KALT IST.

Jella konnte den Zettel nicht ganz allein lesen und ließ ihn sich zweimal vorlesen, und beim zweiten Mal strahlte sie so, dass ihr Bruder von seinem Fahrrad kurz aufschaute.

Der Tag war dann am siebenundzwanzigsten Dezember.

Es war grau, es war matschig, und der Schnee reichte gerade so. Sie fuhren trotzdem den kleinen Hang am Sportplatz hinunter, siebzehnmal, und beim achtzehnten Mal riss die Schnur am Schlitten.
Die Eltern schauen sich über den Tisch an Auf dem Heimweg trug Jellas Vater den Schlitten unterm Arm.

Alle waren nass. Jellas Bruder hatte sich zweimal hingelegt und fand das großartig.

Zu Hause gab es heiße Milch, und Jella schlief um halb acht auf dem Sofa ein, mit einem Handschuh noch an.

Der Wunschzettel hängt übrigens noch am Kühlschrank.

Ein Wort. Ziemlich krumme Buchstaben.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann rodeln sie noch heute jeden Winter mindestens einmal.
Der Gutschein unter dem Weihnachtsbaum Rodeln am Hang beim Sportplatz Die Moral von „Der kürzeste Wunschzettel der Welt"

Jella wünscht sich kein Ding. Sie wünscht sich einen Nachmittag, an dem alle mitkommen.

Ihre Eltern brauchen einen Moment, um das zu verstehen, und der Moment ist der eigentliche Kern der Geschichte: Sie merken, dass sie zwei Winter lang nicht rodeln waren, ohne dass es jemand beschlossen hätte.

Kinder wünschen sich das öfter, als man denkt. Und es ist der einzige Wunsch, den man nicht kaufen kann.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wie unterscheiden sich die beiden Wunschzettel?

    Jellas Bruder brauchte anderthalb Seiten: ganz oben ein Fahrrad, dann elf weitere Sachen und unten vorsichtshalber „oder was anderes Gutes“. Auf Jellas Zettel steht ein einziges Wort: RODELN.

  2. 2Warum wünscht sich Jella keinen Schlitten?

    Als ihre Mutter fragt, ob sie einen Schlitten will, sagt Jella: „Nein. Wir haben einen.“ Sie wünscht sich nicht das Ding, sondern das Rodeln selbst.

  3. 3Was fällt den Eltern auf, als sie das Wort lesen?

    Sie schauen sich über den Tisch hinweg an, so wie Eltern das tun, wenn sie beide dasselbe denken. Sie waren im letzten Winter nicht rodeln gewesen und im Winter davor auch nicht — beschlossen hatte das niemand, es war jedes Wochenende einfach etwas anderes gewesen, und dann war der Schnee weg.

  4. 4Was liegt an Heiligabend in Jellas Päckchen?

    Ein Paar Handschuhe und ein Zettel. Darauf steht: GUTSCHEIN FÜR EINEN GANZEN TAG RODELN. MIT ALLEN. AUCH WENN ES KALT IST. Jella lässt ihn sich zweimal vorlesen und strahlt beim zweiten Mal so, dass ihr Bruder von seinem Fahrrad kurz aufschaut.

  5. 5Wie war der Rodeltag am siebenundzwanzigsten Dezember?

    Grau, matschig, und der Schnee reichte gerade so. Sie fuhren trotzdem siebzehnmal den kleinen Hang am Sportplatz hinunter, beim achtzehnten Mal riss die Schnur am Schlitten. Zu Hause gab es heiße Milch, und Jella schlief um halb acht auf dem Sofa ein, mit einem Handschuh noch an.

Wörter aus der Geschichte

Wunschzettel
ein Blatt, auf das man vor Weihnachten schreibt, was man sich wünscht
Rodeln
mit dem Schlitten einen Hang hinunterfahren
Heiligabend
der Abend am 24. Dezember, an dem es die Geschenke gibt
Hang
ein Stück Gelände, das schräg nach unten geht
Schnur
eine dünne Leine, hier zum Ziehen des Schlittens

Zum Weitererzählen

  • Warum wissen Jellas Eltern zuerst nicht, was sie mit dem einen Wort anfangen sollen?
  • Es gibt Wünsche, die man nicht kaufen kann. Fällt dir so einer ein?
  • Der Wunschzettel hängt bis heute am Kühlschrank. Was würdest du bei euch an den Kühlschrank hängen?
  • Wenn du nur ein einziges Wort auf deinen Wunschzettel schreiben dürftest — welches wäre es?
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Drei Minuten ohne Gefahr und ohne Bösewicht. Sie endet mit einem Kind, das um halb acht auf dem Sofa einschläft — was gelegentlich ansteckend wirkt.

Warum „Der kürzeste Wunschzettel der Welt" zum Einschlafen passt

Die Geschichte ist eine gute Vorlage für ein Gespräch im Advent — sie stellt die Frage nach dem Wünschen, ohne den Kindern etwas auszureden.

Sie endet ruhig: heiße Milch, Sofa, ein Handschuh noch an. Danach muss nichts mehr kommen.

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Häufige Fragen zu Der kürzeste Wunschzettel der Welt

Worum geht es in „Der kürzeste Wunschzettel der Welt"?

Die fünfjährige Jella schreibt auf ihren Wunschzettel ein einziges Wort: RODELN. Ihre Eltern brauchen einen Moment, um zu verstehen, was sie sich damit wünscht.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund drei Minuten.

Ist die Geschichte belehrend?

Nein. Jellas Bruder bekommt sein Fahrrad und freut sich – die Geschichte redet niemandem einen Wunsch aus.

Passt sie in den Advent?

Ja, besonders wenn gerade Wunschzettel geschrieben werden.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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