Warum der Hase Eier bringt

Warum der Hase Eier bringt

Zusammenfassung: „Warum der Hase Eier bringt" in drei Sätzen

Hasen legen keine Eier, und trotzdem bringt zu Ostern ein Hase welche — dafür gibt es tatsächlich Erklärungen.

Die wahrscheinlichste hat mit einem Nest zu tun, das Kinder im Frühling im Garten finden.

Und die zweitwahrscheinlichste mit einem Bäcker, dem etwas misslungen ist.

Warum der Hase Eier bringt – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 5 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Zuerst das Offensichtliche: Hasen legen keine Eier.

Sie sind Säugetiere. Ihre Jungen kommen fertig zur Welt, mit Fell und offenen Augen, und werden von der Mutter gesäugt.

Trotzdem heißt es seit Jahrhunderten, dass zu Ostern ein Hase die Eier bringt.

Und niemand weiß mit Sicherheit, warum.

Es gibt aber mehrere Erklärungen, und die interessanteste ist gleichzeitig die einfachste.

Man muss dazu wissen, dass ein Brauch fast nie einen einzigen Anfang hat. Meistens kommen mehrere Sachen zusammen, und irgendwann macht es niemand mehr anders.
Ein Feldhase in der Frühlingswiese Feldhasen bauen keinen Bau.

Anders als Kaninchen graben sie nichts. Sie legen ihre Jungen in eine flache Mulde im Gras, die man Sasse nennt, und diese Mulde sieht ungefähr so aus wie ein Nest.

Im März und April sind die Jungen darin.

Zur selben Zeit legen Vögel ihre Eier — in flache Mulden im Gras, wenn es Bodenbrüter sind, zum Beispiel Kiebitze oder Feldlerchen.

Beide Mulden liegen auf denselben Wiesen.

Beide sehen ähnlich aus.

Und ein Kind, das im Frühling über eine Wiese läuft und eine Mulde mit Eiern findet, während zwanzig Meter weiter ein Hase wegspringt, kommt sehr schnell zu einem naheliegenden Schluss.
Junge Hasen in der Sasse Die zweite Erklärung ist bäckerisch.

Im Mittelalter buk man zu Ostern Gebäck in Tierform. Ein beliebtes Motiv war das Osterlamm — es steht bis heute auf vielen Tischen.

Ein Osterlamm aus Teig hat allerdings ein Problem: Die Ohren.

Wenn der Teig aufgeht, werden aus zwei kurzen Lammohren sehr leicht zwei lange, und dann sieht das Lamm aus wie ein Hase.

Es gibt Leute, die halten das für die eigentliche Erklärung: dass ein missratenes Osterlamm zum Osterhasen wurde, und dass irgendwann niemand mehr wusste, wie es angefangen hat.

Beweisen kann man es nicht.

Es gibt auch keine Backform von damals, an der man es sehen könnte, und keinen Bäcker, der es aufgeschrieben hat. Bäcker schreiben selten auf, was ihnen misslingt.

Aber wer schon einmal ein Lamm aus Hefeteig gebacken hat, findet es sofort plausibel.
Das Nest eines Bodenbrüters Die erste schriftliche Erwähnung des Osterhasen ist von 1682.

Sie steht in einer Abhandlung eines Medizinprofessors aus Heidelberg, der über Ostereier schrieb und dabei erwähnte, im Elsass und in der Pfalz erzähle man den Kindern, der Hase habe sie gelegt.

Er fand das nicht besonders schlau. Er schrieb sinngemäß, das sei etwas, was man Kindern und einfachen Leuten erzähle.

Damit ist er seit dreihundert Jahren im Unrecht, denn der Hase hat sich durchgesetzt.

In anderen Gegenden waren übrigens andere Tiere zuständig: in Teilen der Schweiz der Kuckuck, in Westfalen früher der Fuchs, in Thüringen der Storch, und in Schweden bis heute an manchen Orten ein Huhn, was zugegebenermaßen am meisten Sinn ergibt.
Das Osterlamm mit zu langen Ohren Die Moral von „Warum der Hase Eier bringt"

Diese Geschichte erklärt einen Brauch, ohne ihn zu zerstören — sie sagt an drei Stellen ausdrücklich, dass man es nicht sicher weiß.

Für Kinder ab vier ist das eine gute Erfahrung: Man kann etwas untersuchen, mehrere Erklärungen nebeneinanderstellen und am Ende trotzdem sagen, dass es offen ist.

Und die schönste Erklärung ist die mit den zwei Mulden auf derselben Wiese. Sie stammt nicht aus einem Märchen, sondern daraus, wie eine Wiese im April tatsächlich aussieht.
Die erste schriftliche Erwähnung von 1682 Ein Kuckuck, der Eier bringt, hat übrigens einen sehr guten Grund: Kuckucke legen ihre Eier tatsächlich in fremde Nester. Wer im Frühling ein Ei findet, das da nicht hingehört, kann durchaus auf den Kuckuck kommen.

Der Fuchs ist dagegen schwerer zu erklären, außer damit, dass er nachts kommt und Sachen mitnimmt, was zum Verstecken irgendwie passt.

Was davon stimmt, weiß man nicht.

Vermutlich stimmt ein bisschen von allem: die Mulden im Gras, das Frühlingstier, das man überall sieht, das misslungene Gebäck und die Tatsache, dass Hasen im Frühjahr sehr viele Junge bekommen und deshalb ohnehin für Neuanfang standen.

Für Kinder ist das eine gute Nachricht.

Denn wenn niemand genau weiß, warum der Hase die Eier bringt, dann ist auch niemand da, der einem das Ganze kaputt erklären kann.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann bringt er sie noch heute.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Warum ist es eigentlich seltsam, dass der Hase die Eier bringt?

    Weil Hasen gar keine Eier legen. Sie sind Säugetiere: Ihre Jungen kommen fertig zur Welt, mit Fell und offenen Augen, und werden von der Mutter gesäugt.

  2. 2Was ist eine Sasse, und was hat sie mit dem Osterhasen zu tun?

    Feldhasen graben keinen Bau, sondern legen ihre Jungen in eine flache Mulde im Gras, die Sasse heißt — und die sieht aus wie ein Nest. Auf denselben Wiesen legen im Frühling Bodenbrüter wie Kiebitze oder Feldlerchen ihre Eier in ganz ähnliche Mulden.

  3. 3Wie lautet die zweite, die bäckerische Erklärung?

    Im Mittelalter buk man zu Ostern Gebäck in Tierform, gern ein Osterlamm. Nur haben Lämmer aus Teig ein Problem mit den Ohren: Wenn der Teig aufgeht, werden aus zwei kurzen Ohren leicht zwei lange — und dann sieht das Lamm aus wie ein Hase.

  4. 4Was steht in der ersten schriftlichen Erwähnung des Osterhasen von 1682?

    Ein Medizinprofessor aus Heidelberg schrieb über Ostereier und erwähnte, im Elsass und in der Pfalz erzähle man den Kindern, der Hase habe sie gelegt. Besonders schlau fand er das nicht — und liegt damit seit dreihundert Jahren daneben, denn der Hase hat sich durchgesetzt.

  5. 5Welche anderen Tiere waren anderswo für die Eier zuständig?

    In Teilen der Schweiz der Kuckuck, in Westfalen früher der Fuchs, in Thüringen der Storch und in Schweden bis heute mancherorts ein Huhn. Beim Kuckuck ergibt es sogar besonders viel Sinn, denn Kuckucke legen ihre Eier tatsächlich in fremde Nester.

Wörter aus der Geschichte

Sasse
die flache Kuhle im Gras, in die ein Feldhase seine Jungen legt
Mulde
eine kleine Vertiefung im Boden, wie eine flache Schüssel
Bodenbrüter
solche Vögel, die ihre Eier nicht in einen Baum, sondern auf den Boden legen
Kiebitze
eine Vogelart mit kleinem Federschopf am Kopf, die auf Wiesen brütet
Hefeteig
ein Teig, der von allein größer wird, wenn man ihn ruhen lässt

Zum Weitererzählen

  • Welche Erklärung gefällt dir besser — die mit den zwei Mulden auf derselben Wiese oder die mit dem missratenen Osterlamm?
  • In Schweden bringt an manchen Orten ein Huhn die Eier. Welches Tier fändest du am passendsten?
  • Der Professor von 1682 fand die Sache mit dem Hasen albern. Was würdest du ihm antworten?
  • Wenn du dir ein neues Ostertier ausdenken dürftest — welches wäre es, und wo würde es die Eier verstecken?
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Fünf Minuten Sachgeschichte ohne Handlung und ohne Aufregung. Sie erklärt einen Brauch und lässt ihn ausdrücklich stehen — am Ende weiß man mehr und der Osterhase kommt trotzdem.

Warum „Warum der Hase Eier bringt" zum Einschlafen passt

Die Geschichte nimmt Ostern nichts weg. Sie sagt dreimal, dass man es nicht sicher weiß, und überlässt es den Kindern, was sie glauben wollen.

Wenn Ihr Kind fragt, ob es den Osterhasen gibt, ist diese Geschichte eine brauchbare Antwort — sie muss die Frage nicht entscheiden.

Wenn „Warum der Hase Eier bringt" gefallen hat

Mehr davon unter Ostergeschichten für Kinder und Tiergeschichten.

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Häufige Fragen zu Warum der Hase Eier bringt

Worum geht es in „Warum der Hase Eier bringt"?

Um die Frage, wie ein Tier, das keine Eier legt, zum Osterhasen wurde – mit drei Erklärungen, von denen keine bewiesen ist.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa vier Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund fünf Minuten.

Zerstört die Geschichte den Osterhasen?

Nein. Sie sagt mehrfach, dass niemand es sicher weiß – und lässt den Brauch genau deshalb stehen.

Seit wann gibt es den Osterhasen?

Die erste schriftliche Erwähnung stammt von 1682, aus einer Abhandlung eines Heidelberger Professors.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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