Das Küken, das im Karton lebte

Das Küken, das im Karton lebte

Zusammenfassung: „Das Küken, das im Karton lebte" in drei Sätzen

Zu Ostern bekommt eine Familie ein Küken geschenkt, worüber sich alle freuen außer der Mutter.

Denn ein Küken wird ein Huhn, und ein Huhn braucht einen Stall, den es nicht gibt.

Die Geschichte erzählt, wie das ausgeht — und sie erzählt es ehrlich.

Das Küken, das im Karton lebte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Am Ostersonntag brachte ein Onkel ein Küken mit.

Es saß in einem Schuhkarton mit Löchern im Deckel, war zwei Tage alt, gelb, und machte ununterbrochen Geräusche.

Die Kinder — Malte war neun, seine Schwester fünf — fanden das großartig.

Ihre Mutter nicht.

Sie sagte am Küchentisch einen Satz, der die ganze Sache zusammenfasst: „Und in zwölf Wochen?"
Das Küken kommt im Schuhkarton Der Onkel hatte darüber nicht nachgedacht.

Das ist bei Ostergeschenken häufig so. Ein Küken ist zu Ostern niedlich und im Juli ein Huhn, das dreißig Zentimeter hoch ist, scharrt, kräht oder legt, und das nicht in einer Wohnung leben kann.

Küken sind außerdem keine Einzeltiere.

Sie brauchen Gesellschaft, sie brauchen Wärme — in den ersten Wochen ungefähr fünfunddreißig Grad, was man ohne Wärmelampe kaum hinbekommt —, und sie brauchen ziemlich schnell mehr Platz, als man denkt.

Der Onkel sagte, das sei doch nicht so kompliziert.

Die Mutter sagte, dann nehme er es ja gern wieder mit.

Der Onkel sagte, er habe leider einen Balkon.

Damit war die Lage geklärt, und zwar so, wie sie in solchen Fällen meistens geklärt wird: Es hatte es sich jemand ausgedacht, und jemand anders musste es lösen.
Karton mit Wärmelampe in der Wohnung Die ersten drei Wochen liefen trotzdem gut.

Sie holten eine Wärmelampe aus dem Baumarkt, stellten den Karton in ein größeres Behältnis mit Küchenpapier, gaben Kükenfutter und wechselten zweimal am Tag das Wasser.

Malte übernahm das fast allein und machte es sehr gut.

Das Küken wuchs schnell. Nach zehn Tagen hatte es an den Flügeln richtige Federn. Nach zwei Wochen konnte es aus dem Karton springen, und nach drei stand es morgens auf der Küchenanrichte.

Da war klar, dass es so nicht bleiben kann.

Es war nicht der Dreck und nicht der Lärm. Es war die einfache Rechnung, dass ein Huhn draußen leben will, mit Erde zum Scharren und Platz zum Weglaufen, und dass ein Wohnzimmer davon nichts hat.
Malte wechselt das Wasser Sie riefen einen Hof an, dreizehn Kilometer weiter.

Die Bäuerin fragte drei Sachen: wie alt, welche Rasse, und ob es mit anderen Hühnern zusammen gewesen sei.

Auf die dritte Frage mussten sie Nein sagen.

Das ist nämlich das eigentliche Problem: Ein Huhn, das allein aufgewachsen ist, hat nie gelernt, wie man sich in einer Gruppe benimmt, und wird von einer bestehenden Gruppe schlecht aufgenommen.

Die Bäuerin nahm es trotzdem.

Sie setzte es zunächst in einen abgetrennten Bereich neben die anderen, wo es sie sehen und hören konnte, und ließ es zwei Wochen dort.

Dann machte sie auf.

Es gab drei Tage Ärger, und danach war es einsortiert, ziemlich weit unten, aber dabei.

Die Bäuerin sagte am Telefon, das sei normal und gehe fast immer gut, solange man nicht ungeduldig wird. Die meisten Probleme entstünden dadurch, dass Leute ein einzelnes Huhn einfach in die Herde setzen und hoffen.
Nach drei Wochen steht es auf der Anrichte Die Moral von „Das Küken, das im Karton lebte"

Diese Geschichte macht aus einem Ostergeschenk keine Katastrophe und keine Idylle. Das Küken überlebt, es kommt auf einen Hof, und es geht ihm dort gut — nach drei Tagen Ärger.

Der Satz, um den es geht, steht ganz vorn: „Und in zwölf Wochen?"

Für Kinder ab vier ist das eine der nützlichsten Fragen überhaupt, und sie gilt für sehr viel mehr als für Küken. Und Maltes Satz am Ende — er hätte lieber vorher gefragt werden wollen — ist der eigentliche Schluss.
Der abgetrennte Bereich neben den anderen Hühnern Malte sucht es im Sommer in der Herde Malte fuhr im Sommer zweimal mit dem Rad hin.

Beim ersten Mal konnte er es noch erkennen, weil es einen helleren Fleck am Hals hat.

Beim zweiten Mal brauchte er länger.

Er hat gesagt, das sei in Ordnung gewesen. Er hat auch gesagt, er würde nächstes Mal kein Küken mehr geschenkt haben wollen, sondern lieber vorher gefragt werden.

Der Onkel bringt seitdem Schokolade mit.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann läuft das Huhn noch heute auf diesem Hof herum.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was bringt der Onkel am Ostersonntag mit?

    Ein Küken, zwei Tage alt und gelb, in einem Schuhkarton mit Löchern im Deckel. Es machte ununterbrochen Geräusche, und Malte und seine kleine Schwester fanden das großartig.

  2. 2Warum freut sich die Mutter als Einzige nicht?

    Sie sagt am Küchentisch nur einen Satz: „Und in zwölf Wochen?“ Sie denkt schon daran, dass aus dem Küken ein Huhn wird, und ein Huhn kann nicht in einer Wohnung leben.

  3. 3Wie kümmert sich Malte um das Küken?

    Sie holen eine Wärmelampe aus dem Baumarkt und stellen den Karton in ein größeres Behältnis mit Küchenpapier. Malte gibt Kükenfutter und wechselt zweimal am Tag das Wasser, fast alles allein, und er macht es sehr gut.

  4. 4Woran merken alle, dass das Küken nicht in der Wohnung bleiben kann?

    Nach zwei Wochen springt es aus dem Karton, und nach drei steht es morgens auf der Küchenanrichte. Ein Huhn will draußen leben, mit Erde zum Scharren und Platz zum Weglaufen.

  5. 5Was macht die Bäuerin, damit das Huhn zu den anderen passt?

    Sie setzt es zuerst zwei Wochen in einen abgetrennten Bereich neben die anderen, wo es sie sehen und hören kann. Dann macht sie auf: Es gibt drei Tage Ärger, und danach ist es einsortiert, ziemlich weit unten, aber dabei.

Wörter aus der Geschichte

Schuhkarton
der Pappkarton, in dem sonst neue Schuhe liegen
Wärmelampe
eine Lampe, unter der es so schön warm wird wie unter einer Hennenmutter
Kükenfutter
besonders feines Futter für ganz junge Hühner
Küchenanrichte
der Schrank in der Küche, auf dem man das Essen zurechtmacht
Bäuerin
eine Frau, die auf einem Bauernhof arbeitet und ihn führt

Zum Weitererzählen

  • Warum ist es schwer, ein Tier wieder wegzugeben, um das man sich wochenlang gekümmert hat?
  • Der Onkel denkt sich das Geschenk aus, und die Familie muss es lösen. Findest du das in Ordnung?
  • Malte sagt, er wäre lieber vorher gefragt worden. Wobei würdest du gern vorher gefragt werden?
  • Wenn dir jemand ein Tier schenken wollte: Was müsstest du vorher alles wissen?
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten ohne Drama. Dem Küken passiert nichts, es kommt auf einen Hof, und dort geht es ihm gut — die Geschichte sagt das deutlich, bevor sie endet.

Warum „Das Küken, das im Karton lebte" zum Einschlafen passt

Die Geschichte eignet sich gut, wenn zu Ostern über Tiere gesprochen wird. Sie moralisiert nicht — sie zeigt einfach, was danach passiert, und das reicht.

Alle Angaben stimmen: Küken brauchen anfangs rund fünfunddreißig Grad, sie sind keine Einzeltiere, und ein allein aufgewachsenes Huhn wird von einer Gruppe schlecht aufgenommen.

Wenn „Das Küken, das im Karton lebte" gefallen hat

Mehr davon unter Tiergeschichten für Kinder und Ostergeschichten.

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Häufige Fragen zu Das Küken, das im Karton lebte

Worum geht es in „Das Küken, das im Karton lebte"?

Eine Familie bekommt zu Ostern ein Küken geschenkt und stellt fest, dass daraus in zwölf Wochen ein Huhn wird, das nicht in einer Wohnung leben kann.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa vier Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Passiert dem Küken etwas?

Nein. Es kommt auf einen Hof und lebt dort weiter.

Ist die Geschichte gegen Ostergeschenke?

Nicht gegen Geschenke – nur dafür, vorher zu fragen. Das ist auch Maltes eigener Schluss.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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