Das Lamm, das zu früh kam

Das Lamm, das zu früh kam

Zusammenfassung: „Das Lamm, das zu früh kam" in drei Sätzen

Mitte Februar, drei Wochen zu früh, wird auf dem Hof ein Lamm geboren, das zu klein und zu schwach ist.

Es kommt für zwei Wochen in eine Kiste hinter den Küchenofen.

Und dann muss es zurück zur Herde, was schwieriger ist als alles davor.

Das Lamm, das zu früh kam – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Lämmer kommen im März.

Das ist so eingerichtet, weil dann draußen langsam Gras wächst und die Nächte nicht mehr ganz so kalt sind.

Dieses hier kam Mitte Februar.

Es war klein — ungefähr so groß wie zwei aneinandergelegte Hände — und es konnte nicht richtig stehen. Seine Mutter stupste es zweimal an, dann ließ sie es liegen und ging zu den anderen.

Das klingt hart und ist bei Schafen normal. Ein Mutterschaf, das merkt, dass ein Lamm zu schwach ist, kümmert sich lieber um sich selbst.

Anna fand es morgens um sieben.
Das Lamm liegt allein im Stroh Anna war zwölf und wusste, was zu tun ist, weil sie es schon zweimal gesehen hatte.

Sie zog die Jacke aus, wickelte das Lamm ein und trug es ins Haus.

In der Küche steht ein alter Ofen. Dahinter stellte sie eine Kiste, legte ein Handtuch hinein und das Lamm darauf.

Dann wärmte sie Milch, füllte sie in eine Flasche mit einem Sauger und setzte sich daneben.

Beim ersten Mal trank es nicht.

Beim zweiten Mal auch nicht.

Beim dritten Mal, gegen Mittag, trank es acht Milliliter, was ungefähr ein großer Schluck ist und an diesem Tag als Erfolg gewertet wurde.
Anna wickelt es in ihre Jacke Die nächsten zwei Wochen liefen so.

Alle vier Stunden Milch, auch nachts. Anna machte zwei Fütterungen, ihre Mutter zwei. Die Kiste stand hinter dem Ofen, das Lamm wurde größer, und irgendwann stand es zum ersten Mal auf und fiel sofort wieder um.

Nach zehn Tagen lief es in der Küche herum.

Nach zwölf sprang es.

Das ist der Punkt, an dem es lustig wird und gleichzeitig schwierig, denn ein Lamm, das in einer Küche springt, ist nicht mehr lange ein Küchentier.

Es hieß übrigens nichts.

Annas Mutter hatte gesagt, sie sollen ihm keinen Namen geben, und Anna hatte sich daran gehalten, was ihr sichtlich schwerfiel.
Die Kiste hinter dem Küchenofen Nach zwei Wochen sollte es zurück zur Herde.

Das ist der schwierige Teil.

Ein Lamm, das nach Haus riecht und Menschen für Familie hält, wird von den Schafen nicht ohne Weiteres angenommen. Manche werden weggestoßen. Manche laufen zurück ans Gatter und schreien.

Sie machten es langsam.

Erst kam die Kiste in den Stall, in eine abgetrennte Ecke, wo das Lamm die anderen sehen und riechen konnte, ohne dazwischenzustehen. Drei Tage.

Dann eine junge Aue, die selbst ein Lamm hatte und als verträglich galt, dazu. Zwei Tage.

Dann die Ecke auf.

Am ersten Tag stand es allein am Rand.

Am zweiten stand es neben der jungen Aue.

Am vierten war es nicht mehr zu unterscheiden.
Nach zwölf Tagen springt es Die Moral von „Das Lamm, das zu früh kam"

Der schwierigste Teil dieser Geschichte ist nicht die Rettung. Der schwierigste Teil ist die Rückgabe.

Anna steht zwei Wochen lang nachts auf, und am Ende erkennt das Lamm sie nicht mehr — und genau das war die ganze Zeit das Ziel.

Für Kinder ist das eine ehrliche Geschichte über das Kümmern: Es endet nicht damit, dass jemand einem gehört. Es endet damit, dass er ohne einen zurechtkommt.

Und der Satz der Mutter, „Das ist doch das Ziel", ist der Satz, um den es hier eigentlich geht.
Die abgetrennte Ecke im Stall Zwischen vierzig anderen nicht mehr zu unterscheiden Anna ging in dieser Woche jeden Tag in den Stall und schaute.

Sie hat später gesagt, das sei komisch gewesen: Sie hatte zwei Wochen lang nachts aufgestanden, und jetzt lief das Ding zwischen vierzig anderen herum und kam nicht mehr, wenn sie am Gatter stand.

Ihre Mutter hat gesagt: „Das ist doch das Ziel."

Anna hat gesagt: „Ich weiß."

Beides stimmt.

Auf dem Hof gibt es heute ein Schaf, das ein bisschen kleiner ist als die anderen und beim Füttern immer als Erstes vorn steht.

Ob das dasselbe ist, weiß niemand genau.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann steht es noch heute vorn.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wann kommen Lämmer sonst zur Welt, und was ist bei diesem anders?

    Lämmer kommen im März, wenn draußen Gras wächst und die Nächte nicht mehr ganz so kalt sind. Dieses hier kam Mitte Februar, drei Wochen zu früh, und war ungefähr so groß wie zwei aneinandergelegte Hände.

  2. 2Warum kümmert sich das Mutterschaf nicht um sein Lamm?

    Es stupst das Lamm zweimal an, und weil es nicht richtig stehen kann, lässt es das Mutterschaf liegen und geht zu den anderen. Das klingt hart und ist bei Schafen normal.

  3. 3Was macht Anna, als sie das Lamm morgens um sieben findet?

    Sie zieht ihre Jacke aus, wickelt das Lamm ein und trägt es ins Haus. Hinter dem alten Küchenofen stellt sie eine Kiste hin, legt ein Handtuch hinein und wärmt Milch in einer Flasche mit einem Sauger.

  4. 4Wie viel trinkt das Lamm am ersten Tag?

    Beim ersten und beim zweiten Mal trinkt es gar nichts. Beim dritten Mal, gegen Mittag, trinkt es acht Milliliter, ungefähr einen großen Schluck, und das wurde an diesem Tag als Erfolg gewertet.

  5. 5Wie kommt das Lamm zurück zur Herde?

    Ganz langsam: erst drei Tage in einer abgetrennten Ecke im Stall, wo es die anderen sehen und riechen kann. Dann zwei Tage mit einer jungen Aue dazu, dann wird die Ecke aufgemacht. Am vierten Tag ist es nicht mehr von den anderen zu unterscheiden.

Wörter aus der Geschichte

Aue
so nennt man auf dem Hof ein Mutterschaf
Sauger
das weiche Stück vorn an der Flasche, an dem ein Tierjunges saugen kann
Mutterschaf
das Schaf, das ein Lamm bekommen hat
Herde
eine große Gruppe Tiere, die zusammen leben und fressen
Gatter
ein Gitter oder Tor, mit dem ein Stall oder eine Weide abgesperrt wird

Zum Weitererzählen

  • Warum sagt Annas Mutter, das Lamm soll keinen Namen bekommen?
  • Anna steht zwei Wochen lang nachts auf, und am Ende kommt das Lamm nicht mehr, wenn sie am Gatter steht. Wie fühlt sich das wohl an?
  • Die Mutter sagt „Das ist doch das Ziel.“ Was meint sie damit?
  • Wenn du dich um ein winziges Tier kümmern müsstest: Was würdest du zuerst tun?
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten, die am Anfang ernst sind und dann immer freundlicher werden. Das Lamm überlebt, und das steht schon nach dem dritten Absatz fest.

Warum „Das Lamm, das zu früh kam" zum Einschlafen passt

Die Geschichte erzählt am Anfang eine harte Sache — ein Mutterschaf lässt ein schwaches Lamm liegen — und erklärt sie sachlich. Für Kinder, die Tiere mögen, ist das gut verständlich.

Der Schluss ist nachdenklich statt fröhlich. Wenn Ihr Kind darüber sprechen möchte, ist der Satz „Das ist doch das Ziel" ein guter Anknüpfungspunkt.

Wenn „Das Lamm, das zu früh kam" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Das Lamm, das zu früh kam

Worum geht es in „Das Lamm, das zu früh kam"?

Ein Lamm kommt drei Wochen zu früh und zu schwach zur Welt. Die zwölfjährige Anna zieht es zwei Wochen lang hinter dem Küchenofen auf – und muss es danach wieder zurückgeben.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa vier Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Stirbt das Lamm?

Nein. Es überlebt und lebt am Ende in der Herde.

Warum bekommt es keinen Namen?

Weil es zurück zur Herde soll. Die Geschichte erklärt das nicht ausdrücklich, aber Kinder verstehen es meistens sofort.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

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