Wie Ostereier bunt werden

Wie Ostereier bunt werden

Zusammenfassung: „Wie Ostereier bunt werden" in drei Sätzen

Bevor es Farbe aus der Packung gab, färbte man Eier mit dem, was in der Küche stand.

Zwiebelschalen machen braun, Rotkohl macht blau, Kurkuma macht gelb, und rote Bete macht nicht rot, sondern beige.

Und ein Blatt aus dem Garten, unter einen Strumpf gebunden, hinterlässt einen Abdruck, der wie gedruckt aussieht.

Wie Ostereier bunt werden – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 5 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Eier färbt man seit sehr langer Zeit.

Es gibt bemalte Eier, die über zweitausend Jahre alt sind, und der Brauch ist älter als Ostern selbst — ein Ei war schon immer das, was man verschenkt, wenn der Winter vorbei ist.

Farbe aus dem Beutel gibt es allerdings erst seit ungefähr hundert Jahren.

Vorher nahm man, was da war.

Und was da war, stand in der Küche.

Das Ergebnis war nicht so knallig wie heute. Naturfarben sind gedeckter, ungleichmäßiger und fast immer schöner, was man allerdings erst findet, wenn man beides nebeneinander gesehen hat.
Zwiebelschalen, Rotkohl, Kurkuma und Kaffee Am zuverlässigsten sind Zwiebelschalen.

Man sammelt die braunen äußeren Schalen von ungefähr zehn Zwiebeln, kocht sie zwanzig Minuten in Wasser, nimmt sie heraus und kocht dann die Eier in diesem Wasser.

Sie werden warm braun bis rotbraun, wie altes Holz.

Rotkohl ist die Überraschung.

Rotkohlsaft ist violett. Weiße Eier, die darin liegen, werden nicht violett, sondern blau — ein kräftiges, fast unwirkliches Blau, das aussieht wie gemalt.

Das liegt daran, dass Eierschale Kalk ist, und Kalk verändert die Farbe des Rotkohlsafts. Derselbe Saft wird mit Essig rosa und mit Natron grün, was man auch ausprobieren kann, wenn man einen ganzen Nachmittag Zeit hat.
Eier aus dem Zwiebelsud Kurkuma macht gelb. Sehr gelb.

Ein Teelöffel reicht für einen Topf, und man sollte dabei nichts anhaben, was einem wichtig ist, weil Kurkuma auf allem haftet.

Kaffee macht beige bis hellbraun.

Und rote Bete macht — das ist die zweite Überraschung — nicht rot.

Sie macht ein blasses Beigerosa, das ziemlich enttäuschend ist. Der Farbstoff der roten Bete hält sich auf einer Eierschale einfach nicht.

Wer rot will, nimmt Zwiebelschalen und lässt sie sehr lange ziehen.

Es gibt auch Leute, die schwören auf Malventee. Der macht ein dunkles Graulila, das entweder großartig oder unheimlich aussieht, je nachdem, wen man fragt.
Violetter Rotkohlsaft, blaue Eier Es gibt noch einen Trick, und der ist der beste.

Man sucht sich ein kleines Blatt — Petersilie eignet sich gut, oder ein junges Blatt vom Löwenzahn.

Man macht das rohe Ei nass, legt das Blatt darauf und drückt es glatt.

Dann schneidet man ein Stück von einer alten Feinstrumpfhose ab, zieht es über das Ei, sodass das Blatt festgehalten wird, und knotet es hinten zu.

So kommt das Ei in den Farbtopf.

Wenn man hinterher den Strumpf abnimmt und das Blatt abzieht, ist an dieser Stelle die Schale weiß geblieben, in der genauen Form des Blattes, mit allen Adern.

Es sieht aus wie gedruckt.

Beim ersten Mal ist es fast immer etwas verrutscht, und beim zweiten sitzt es.

Wichtig ist, dass das Blatt wirklich flach anliegt. Wo eine Luftblase ist, kommt Farbe darunter, und dann hat man statt eines Blattes einen Fleck mit einem Blatt darin.
Das Blatt kommt unter den Strumpf Die Moral von „Wie Ostereier bunt werden"

Das ist eine Anleitung, und sie funktioniert. Zwiebelschalen, Rotkohl, Kurkuma, Kaffee — alles davon steht in normalen Küchen.

Für Kinder ist das Beste die Sache mit dem Rotkohl: violetter Saft, blaues Ei. Das ist keine Magie, sondern Chemie, und es sieht trotzdem aus wie Magie.

Und die Ehrlichkeit am Schluss gehört dazu: Zwölf Eier, drei richtig gute, eine Menge Sauerei. So läuft es tatsächlich, und es lohnt sich trotzdem.
Der weiße Blattabdruck auf der Schale Zum Schluss mit einem Tropfen Öl einreiben Zum Schluss reibt man die Eier mit einem Tropfen Öl ein, auf einem Küchentuch.

Dann glänzen sie.

Ohne Öl sehen selbstgefärbte Eier stumpf aus, und das ist der Hauptunterschied zu den gekauften — nicht die Farbe, sondern der Glanz.

Wer das einmal macht, braucht dafür einen Nachmittag, macht ordentlich Sauerei in der Küche und hat am Ende ungefähr zwölf Eier, von denen drei richtig gut geworden sind.

Genau diese drei stehen dann am Ostersonntag vorn.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann färben sie noch heute jedes Jahr.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Womit hat man Eier gefärbt, bevor es Farbe aus der Packung gab?

    Mit dem, was sowieso in der Küche stand — Zwiebelschalen, Rotkohl, Kurkuma, Kaffee. Farbe aus dem Beutel gibt es nämlich erst seit ungefähr hundert Jahren, vorher nahm man einfach, was da war.

  2. 2Warum wird ein weißes Ei im violetten Rotkohlsaft nicht violett, sondern blau?

    Weil die Eierschale aus Kalk besteht, und Kalk verändert die Farbe des Rotkohlsafts. Am Ende liegt da ein kräftiges, fast unwirkliches Blau, das aussieht wie gemalt.

  3. 3Was ist die Enttäuschung mit der roten Bete?

    Sie macht ausgerechnet kein Rot. Es wird nur ein blasses Beigerosa, denn der Farbstoff der roten Bete hält sich auf einer Eierschale einfach nicht. Wer rot will, nimmt Zwiebelschalen und lässt sie sehr lange ziehen.

  4. 4Wie bekommt man ein Blatt aufs Ei, so dass es aussieht wie gedruckt?

    Man macht das rohe Ei nass, legt ein kleines Blatt darauf und drückt es glatt. Dann zieht man ein Stück alte Feinstrumpfhose darüber und knotet es hinten zu. Nach dem Färben ist die Schale unter dem Blatt weiß geblieben, mit allen Adern.

  5. 5Warum reibt man die fertigen Eier zum Schluss mit einem Tropfen Öl ein?

    Weil sie sonst stumpf aussehen. Mit Öl glänzen sie — und genau das ist der Hauptunterschied zu gekauften Eiern, nicht die Farbe, sondern der Glanz.

Wörter aus der Geschichte

Zwiebelschalen
die trockenen braunen Blätter, die außen um eine Zwiebel liegen
Kurkuma
ein leuchtend gelbes Gewürz, das auf allem haften bleibt
Kalk
der harte weiße Stoff, aus dem eine Eierschale ist
Natron
ein weißes Pulver aus der Küche, das man zum Backen nimmt
Malventee
ein Tee aus getrockneten Blüten, der dunkel und lila aussieht

Zum Weitererzählen

  • Violetter Saft und dann ein blaues Ei — würdest du das Zauberei nennen oder etwas anderes?
  • Von zwölf Eiern werden drei richtig gut. Findest du das wenig oder ist das genug?
  • Naturfarben sind gedeckter und ungleichmäßiger als die aus der Packung. Magst du es lieber knallig oder leise?
  • Wenn du ein Blatt aufs Ei drücken dürftest — welches würdest du aus dem Garten holen?
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Fünf Minuten Anleitung ohne Handlung. Sie eignet sich für den Abend vor einem Bastelnachmittag — danach weiß man, was man morgen macht, und schläft mit einem Plan ein.

Warum „Wie Ostereier bunt werden" zum Einschlafen passt

Die Anleitung funktioniert. Wenn Sie sie ausprobieren: alte Kleidung anziehen, den Tisch abdecken, und mit doppelt so viel Zeit rechnen wie geplant.

Der Rotkohl-Effekt ist der zuverlässigste Wow-Moment. Wer ihn vorführen will, sollte weiße Eier kaufen — auf braunen sieht man ihn kaum.

Wenn „Wie Ostereier bunt werden" gefallen hat

Mehr davon unter Ostergeschichten für Kinder und Naturgeschichten.

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Häufige Fragen zu Wie Ostereier bunt werden

Worum geht es in „Wie Ostereier bunt werden"?

Um das Färben von Ostereiern mit Küchensachen: Zwiebelschalen, Rotkohl, Kurkuma und Kaffee – und um den Trick mit dem Blatt unter der Strumpfhose.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa vier Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund fünf Minuten.

Funktioniert das wirklich?

Ja, alle Angaben stimmen. Rotkohl macht weiße Eier tatsächlich blau, und rote Bete macht sie tatsächlich nicht rot.

Was braucht man dafür?

Zwiebelschalen, Rotkohl, Kurkuma oder Kaffee, weiße Eier, eine alte Feinstrumpfhose und einen Nachmittag.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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