Warum wir mit Laternen gehen

Warum wir mit Laternen gehen

Zusammenfassung: „Warum wir mit Laternen gehen" in drei Sätzen

Auf dem Weg zum Umzug fragt Nane ihre Großmutter, warum man eigentlich mit Laternen durch die Straßen läuft.

Die Großmutter gibt drei Antworten, und keine davon ist die richtige.

Die vierte ist es dann.

Warum wir mit Laternen gehen – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Nane war sieben und in dem Alter, in dem man aufhört, Sachen einfach zu machen.

Sie hatte die Laterne gebastelt, sie hatte die Jacke an, sie ging neben ihrer Großmutter die Ringstraße hinunter zum Sammelplatz, und dann fragte sie, warum.

Warum man mit Laternen geht.

Ihre Großmutter war achtundsiebzig und ging jedes Jahr mit, seit sie selbst sieben war. Sie hatte über die Frage noch nie nachgedacht.

„Wegen Sankt Martin", sagte sie.

„Ja, aber warum Laternen? Er hatte doch eine Decke. Also einen Mantel."

„Stimmt auch wieder."

Sie gingen ein Stück weiter.
Nane und ihre Großmutter auf dem Weg zum Sammelplatz „Weil es im November früh dunkel wird", sagte die Großmutter nach der Kreuzung. „Damit man sich sieht."

Das war die zweite Antwort, und Nane sagte, dass es dafür Straßenlaternen gebe.

Die Großmutter musste zugeben, dass das ein Argument war.

„Weil es hübsch aussieht", sagte sie an der Bäckerei.

Das war die dritte, und sie stimmte, aber Nane merkte, dass es keine Antwort war, sondern eine Beschreibung.

Sie kamen an den Sammelplatz. Da standen schon achtzig oder neunzig Leute mit Kindern, und es roch nach Kerzenwachs und nach dem Rauch von dem Feuer, das sie hinten schon anmachten.

Die Großmutter blieb stehen und schaute sich um.
Die dritte Antwort an der Bäckerei „Ich hab's", sagte sie.

„Schau mal hin. Was siehst du?"

Nane schaute hin und sagte: Laternen.

„Und was noch?"

Nane schaute genauer. Die Laternen waren alle unterschiedlich. Da war ein Mond, ein Fisch, zwei Marienkäfer, ein Ding aus Milchtüten, ein sehr schiefer Stern, eine gekaufte Fledermaus und eine, die vermutlich ein Bagger sein sollte.

„Die sind alle anders", sagte Nane.

„Genau. Und jetzt schau, was sie machen."

Was sie machten, war: leuchten. Alle gleich. Der schiefe Stern leuchtete genauso hell wie die gekaufte Fledermaus, und der Bagger leuchtete auch.

„So", sagte die Großmutter. „Darum."

„Das versteh ich nicht."

„Weil es bei Martin genau darum ging. Der Mann am Tor war nichts Besonderes. Er hatte nichts, er konnte nichts, keiner kannte ihn. Und Martin ist trotzdem abgestiegen."

Sie zeigte auf den Zug.

„Da läuft niemand hinten. Das ist die ganze Sache."

Dann fing die Musik an.
Achtzig Leute und lauter verschiedene Laternen Sie liefen die Ringstraße hinauf, durch die Schulstraße, um den Teich herum und zurück, was ungefähr zwanzig Minuten dauert, wenn vorne kleine Kinder gehen.

Nane trug ihre Laterne, die einen Wal darstellte, wenn man es wusste.

Beim Feuer gab es Punsch für die Erwachsenen und Kakao für alle anderen, und ein Mann in einem roten Umhang ritt auf einem sehr ruhigen Pferd über den Platz, was die Kleinen beeindruckte und die Großen nicht mehr.

Auf dem Heimweg war die Kerze fast heruntergebrannt.

Nane sagte: „Es ist auch, weil es hübsch aussieht."

Ihre Großmutter sagte, das dürfe man ruhig zugeben.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann gehen sie noch heute jeden November.
Der schiefe Stern leuchtet genauso hell Der Zug geht um den Teich herum Der Mann im roten Umhang auf dem ruhigen Pferd Die Moral von „Warum wir mit Laternen gehen"

Bräuche haben selten einen einzigen Grund. Meistens sind es mehrere, die sich über Jahrhunderte übereinandergelegt haben, und der ursprüngliche ist oft nicht mehr der wichtigste.

Die Großmutter gibt drei Antworten, die nicht falsch sind, bevor sie die findet, die trägt.

Das ist eine brauchbare Art, mit Kinderfragen umzugehen: nicht sofort etwas behaupten, sondern zugeben, dass man nachdenken muss, und dann trotzdem weiterdenken.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was fragt Nane auf dem Weg zum Sammelplatz?

    Sie hat die Laterne gebastelt, die Jacke an und geht neben ihrer Großmutter die Ringstraße hinunter — und dann fragt sie, warum man überhaupt mit Laternen geht.

  2. 2Welche drei Antworten gibt die Großmutter, bevor ihr die richtige einfällt?

    Erst „Wegen Sankt Martin“ — aber der hatte einen Mantel und keine Laterne. Dann, weil es im November früh dunkel wird, damit man sich sieht — dafür gibt es Straßenlaternen. Und schließlich, weil es hübsch aussieht — das stimmt, ist aber keine Antwort, sondern eine Beschreibung.

  3. 3Was soll Nane sich am Sammelplatz genauer anschauen?

    Die Laternen. Da ist ein Mond, ein Fisch, zwei Marienkäfer, ein Ding aus Milchtüten, ein sehr schiefer Stern, eine gekaufte Fledermaus und eine, die vermutlich ein Bagger sein soll. Sie sind alle anders — und sie leuchten alle gleich hell.

  4. 4Wie erklärt die Großmutter damit die Geschichte von Martin?

    Der Mann am Tor war nichts Besonderes: Er hatte nichts, er konnte nichts, keiner kannte ihn — und Martin ist trotzdem abgestiegen. Dann zeigt sie auf den Zug und sagt: „Da läuft niemand hinten. Das ist die ganze Sache.“

  5. 5Was sagt Nane auf dem Heimweg, als die Kerze fast heruntergebrannt ist?

    Sie sagt: „Es ist auch, weil es hübsch aussieht.“ Und ihre Großmutter sagt, das dürfe man ruhig zugeben.

Wörter aus der Geschichte

Sammelplatz
der Ort, an dem sich alle treffen, bevor es losgeht
Kerzenwachs
das weiche Zeug, aus dem eine Kerze gemacht ist und das beim Brennen schmilzt
Zug
hier: die lange Reihe von Menschen, die zusammen durch die Straßen geht
Umhang
ein weiter Mantel ohne Ärmel, den man um die Schultern legt
Punsch
ein warmes Getränk, das es draußen bei Festen gibt

Zum Weitererzählen

  • Nane fragt nach dem Warum, obwohl sie das jedes Jahr macht. Gibt es etwas, das du machst, ohne zu wissen warum?
  • Die Großmutter gibt drei Antworten, bevor sie die findet, die trägt. Findest du es gut, wenn Erwachsene sagen, dass sie erst nachdenken müssen?
  • Alle Laternen sind verschieden und leuchten trotzdem gleich hell. Was fällt dir dazu ein?
  • Wenn du eine Laterne basteln dürftest — was würde sie darstellen, und wer sollte neben dir laufen?
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Diese Geschichte vor dem Laternenumzug vorlesen

Vier ruhige Minuten. Es passiert nichts Aufregendes — es wird nur eine Frage gestellt und nach drei Fehlversuchen beantwortet.

Warum „Warum wir mit Laternen gehen" zum Einschlafen passt

Historisch ist der Laternenzug jünger als der Martinstag selbst. Feuer und Lichterzüge im November sind alt, die Papierlaternen für Kinder kamen erst im 19. Jahrhundert dazu. Die Geschichte behauptet deshalb keinen einzigen Ursprung, sondern lässt die Antworten nebeneinanderstehen.

Gut geeignet für Kinder, die anfangen, nach dem Warum zu fragen — und für Erwachsene, die darauf keine fertige Antwort haben.

Wenn „Warum wir mit Laternen gehen" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Warum wir mit Laternen gehen

Worum geht es in „Warum wir mit Laternen gehen"?

Nane fragt ihre Großmutter, warum man am 11. November mit Laternen durch die Straßen läuft. Die Großmutter braucht vier Anläufe für eine Antwort, die trägt.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa sechs Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Warum gehen Kinder mit Laternen?

Der Martinstag ist alt, der Kinderlaternenzug ist jünger – er kam im 19. Jahrhundert auf. Einen einzigen Grund gibt es nicht, und genau darum geht es in der Geschichte.

Eignet sich die Geschichte für den Kindergarten?

Ja, besonders am Tag vor dem Umzug.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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