Barfuß

Barfuß

Zusammenfassung: „Barfuß" in drei Sätzen

Am ersten warmen Tag im Mai zieht Juno die Schuhe aus und geht barfuß in den Garten.

Am Anfang tut alles weh, weil die Füße den Winter über weich geworden sind.

Bis September ist sie so weit, dass sie über den Kiesweg laufen kann — und dann fängt es wieder von vorn an.

Barfuß – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Am ersten richtig warmen Tag zieht man die Schuhe aus.

Das macht ungefähr jedes Kind, das die Möglichkeit dazu hat, und es macht in den ersten Minuten viel Spaß und danach eine Weile nicht mehr.

Denn Füße werden im Winter weich.

Sie stecken sieben Monate lang in Socken und Schuhen, und die Hornhaut, die man im Sommer bekommt, geht in dieser Zeit wieder weg.

Juno merkte das am 4. Mai.

Sie ging vier Schritte auf dem Rasen — das ging gut — und dann zwei Schritte auf dem Weg, und das ging nicht.
Am ersten warmen Tag die Schuhe aus Rasen ist einfach.

Rasen ist weich, kühl und gleichmäßig, und man kann darauf sogar rennen.

Danach wird es schwieriger.

Erde ist noch in Ordnung. Sand ist angenehm, wenn er nicht zu heiß ist. Waldboden ist überraschend gut, wegen der Nadeln und der weichen Schicht darunter.

Betonplatten sind hart, aber glatt.

Kies ist die Endstufe.

Ein Kiesweg tut am Anfang so weh, dass man wie ein Storch geht, mit hochgezogenen Zehen und sehr kleinen Schritten, und trotzdem schafft man ihn nach ein paar Wochen.
Rasen geht, der Weg noch nicht Juno übte den ganzen Mai.

Nicht absichtlich — sie ging einfach barfuß, wann immer es ging, und der Rest passierte von allein.

Anfang Juni konnte sie über die Betonplatten laufen, ohne zu zucken.

Ende Juni über die Erde und den Waldweg hinter dem Haus.

Im Juli über den heißen Sand am Badesee, was eine eigene Disziplin ist, weil man dabei nicht langsam gehen darf.

Und am 30. August ging sie zum ersten Mal in ihrem Leben über den Kiesweg zum Schuppen, ganz normal, ohne Storchengang.

Sie hat es dreimal hintereinander gemacht, um sicherzugehen.
Storchengang auf dem Kiesweg Was da passiert, ist nicht nur Hornhaut.

Es ist auch das Gehen selbst.

Wer Schuhe trägt, setzt zuerst die Ferse auf, weil im Schuh ein Polster ist. Wer barfuß läuft, setzt nach kurzer Zeit anders auf — flacher, mehr über den vorderen Fußballen, mit kürzeren Schritten.

Der Fuß macht das von allein. Man muss es nicht lernen.

Und die Füße werden dabei auch kräftiger, weil in einem Fuß mehr als zwanzig Muskeln stecken, die in einem festen Schuh wenig zu tun haben.
Waldboden ist überraschend gut Die Moral von „Barfuß"

Diese Geschichte handelt von etwas, das jedes Jahr wieder von vorn anfängt und trotzdem jedes Mal weitergeht.

Der Kiesweg im August ist ein echtes Ergebnis. Im November ist es weg. Und im Mai fängt es wieder an — nur weiß Juno beim zweiten Mal, dass es klappt.

Für Kinder ist das eine gute Erfahrung mit Übung, weil sie hier nicht abstrakt ist: Man spürt sie unter den Füßen, jeden Tag ein bisschen weniger.

Und die Sache mit den zwanzig Muskeln im Fuß stimmt.
Über den heißen Sand zum See Ende August über den Kiesweg Im Oktober war es vorbei.

Juno zog wieder Schuhe an, und im November hätte sie den Kiesweg nicht mehr geschafft.

Bis Mai war alles wieder weg.

Am 2. Mai des nächsten Jahres zog sie die Schuhe aus, ging vier Schritte auf dem Rasen und zwei auf dem Weg, und es tat weh.

Sie fand das in Ordnung.

Sie wusste ja inzwischen, wie es ausgeht.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann fängt sie noch heute jedes Jahr im Mai wieder von vorn an.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Warum tut Juno das Barfußlaufen am 4. Mai so weh?

    Weil Füße im Winter weich werden. Sie stecken sieben Monate in Socken und Schuhen, und die Hornhaut vom Sommer geht in dieser Zeit wieder weg. Juno schafft vier Schritte auf dem Rasen und zwei auf dem Weg — und dann nicht mehr.

  2. 2Welcher Boden ist leicht zu laufen, und welcher ist am schwersten?

    Rasen ist einfach, weil er weich, kühl und gleichmäßig ist. Erde geht auch, Sand ist angenehm, Waldboden ist überraschend gut. Kies ist die Endstufe.

  3. 3Wie geht man über einen Kiesweg, wenn die Füße noch weich sind?

    Man geht wie ein Storch — mit hochgezogenen Zehen und sehr kleinen Schritten. Und trotzdem schafft man den Weg nach ein paar Wochen.

  4. 4Was gelingt Juno am 30. August zum ersten Mal in ihrem Leben?

    Sie geht über den Kiesweg zum Schuppen, ganz normal, ohne Storchengang. Sie hat es gleich dreimal hintereinander gemacht, um sicherzugehen.

  5. 5Wie fängt es im nächsten Mai wieder an, und was denkt Juno darüber?

    Am 2. Mai zieht sie die Schuhe aus, geht vier Schritte auf dem Rasen und zwei auf dem Weg — und es tut weh. Sie findet das in Ordnung, denn inzwischen weiß sie ja, wie es ausgeht.

Wörter aus der Geschichte

Hornhaut
eine dickere, härtere Schicht Haut, zum Beispiel unter den Fußsohlen
Kiesweg
ein Weg aus vielen kleinen, harten Steinchen
Storchengang
das vorsichtige Gehen mit hochgezogenen Zehen, so wie ein Storch stakst
Fußballen
das dicke Polster vorn an der Fußsohle, gleich hinter den Zehen
Schuppen
ein kleines Häuschen im Garten, in dem Werkzeug und Räder stehen

Zum Weitererzählen

  • Warum macht es Juno nichts aus, dass im Mai alles wieder von vorn anfängt?
  • Juno geht den Kiesweg gleich dreimal hintereinander. Was denkt sie sich dabei wohl?
  • Im Text steht, Waldboden sei überraschend gut. Wie stellst du dir das unter den Füßen vor?
  • Wenn du morgen die Schuhe ausziehen dürftest — wo würdest du zuerst barfuß hingehen?
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten ohne Gefahr und ohne Konflikt. Es tut zwischendurch weh, und das geht vorbei — mehr passiert nicht.

Warum „Barfuß" zum Einschlafen passt

Die Geschichte eignet sich gut für den Sommeranfang. Alles darin stimmt, auch die Sache mit dem veränderten Gangbild und den über zwanzig Muskeln im Fuß.

Sie ist eine gute Vorlage für ein eigenes Projekt: Welcher Untergrund geht schon, welcher noch nicht? Kinder führen darüber erstaunlich gern Buch.

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Häufige Fragen zu Barfuß

Worum geht es in „Barfuß"?

Darum, wie aus weichen Winterfüßen im Lauf eines Sommers Füße werden, die über einen Kiesweg gehen können – und wie das im nächsten Mai wieder von vorn anfängt.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Ist Barfußlaufen gesund?

Für gesunde Füße auf sicherem Untergrund ja – es kräftigt die Fußmuskeln, von denen es über zwanzig gibt.

Passt die Geschichte in den Sommer?

Ja, besonders im Mai und Juni, wenn es gerade anfängt.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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