Das Foto, das alles änderte

Das Foto, das alles änderte

Zusammenfassung: „Das Foto, das alles änderte" in drei Sätzen

An Weihnachten 1968 fliegen drei Menschen zum ersten Mal um den Mond herum und schauen dabei nach unten.

Dann kommt hinter dem Mondrand die Erde hoch, und einer von ihnen ruft nach dem Farbfilm.

Das Foto, das dabei entsteht, hat mehr verändert als der ganze Rest der Mission.

Das Foto, das alles änderte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 7 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Im Dezember 1968 starteten drei Männer zum Mond.

Sie hießen Frank Borman, Jim Lovell und Bill Anders, und ihre Mission hieß Apollo 8.

Sie sollten nicht landen. Sie sollten hinfliegen, zehnmal um den Mond herumfliegen und wieder zurückkommen — als Test, ob das überhaupt geht.

Es war die erste Reise von Menschen weg von der Erde. Vorher war noch nie jemand weiter weg gewesen als ein paar hundert Kilometer.

Es war außerdem der erste bemannte Start der Saturn V, der größten Rakete, die je gebaut wurde. Sie war so laut, dass sie in fünf Kilometern Entfernung Fensterscheiben zerspringen ließ.

Die drei saßen ganz oben, in einer Kapsel, die von innen ungefähr so groß ist wie ein kleines Auto.

Sie brauchten drei Tage für den Hinweg.

Und als sie ankamen, machten sie das, wofür sie gekommen waren: Sie schauten nach unten, auf den Mond, und fotografierten Krater.
Die Kapsel von Apollo 8 im Mondorbit Den Mond zu fotografieren war Arbeit.

Es gab eine Liste. Auf der Liste standen Landestellen, die man für spätere Missionen prüfen sollte, und für jede Stelle standen Uhrzeit, Blende und Belichtung dabei.

Die drei arbeiteten sie ab, Runde für Runde.

Der Mond ist von nahem übrigens nicht schön.

Das haben alle drei später gesagt: grau, tot, ohne jede Farbe, mit Kratern in Kratern. Lovell nannte ihn eine ausgedehnte Einöde aus Nichts.

Was sie beeindruckt hat, war etwas anderes: die Rückseite. Sie flogen zehnmal dahinter entlang, und jedes Mal brach für dreiundvierzig Minuten der Funkkontakt ab, weil der Mond dazwischen war.

Dreiundvierzig Minuten lang wusste auf der Erde niemand, ob sie noch da sind.

Nach drei Runden kannten sie das Fenster auswendig.

Und in der vierten Runde drehte sich die Kapsel.
Der Mond aus der Nähe: grau und ohne Farbe Sie drehte sich nicht zufällig. Sie sollte sich drehen, wegen der Temperatur — ein Raumschiff, das immer dieselbe Seite zur Sonne hält, wird auf einer Seite zu heiß.

Also drehte sie sich langsam.

Und dabei wanderte das Fenster über den Mondrand hinaus.

Was dahinter hochkam, war die Erde.

Anders sah es zuerst.

Was er gesagt hat, ist auf Band aufgenommen, weil in der Kapsel alles aufgenommen wurde. Er sagte: „Oh mein Gott. Schaut euch das Bild an. Da kommt die Erde hoch. Wow, ist das schön."

Dann fragte er nach Farbfilm.
Die Erde kommt über dem Mondrand hoch Es entstand eine kurze, sehr menschliche Verwirrung.

Borman sagte, in einer Mischung aus Scherz und Kommandantenpflicht, das stehe nicht auf dem Plan.

Lovell suchte den Film.

Anders sagte zweimal, jemand solle sich beeilen.

Der Film war in einer Tasche, die gerade woanders war, und die Erde stieg unterdessen weiter.

Sie fanden ihn.

Anders wechselte die Kassette, richtete die Kamera und drückte ab.

Er machte insgesamt zwei Farbaufnahmen. Die zweite ist die, die man heute kennt.

Die drei haben an diesem Abend übrigens noch etwas gemacht, das sehr viele Menschen mitbekommen haben.

Es war Heiligabend. Sie hatten eine Fernsehübertragung, und es war zu diesem Zeitpunkt die meistgesehene Sendung, die es je gegeben hatte — geschätzt eine Milliarde Menschen sahen zu.

Sie zeigten den Mond aus dem Fenster und beschrieben, wie er aussieht.

Am Ende lasen sie abwechselnd ein paar alte Sätze vor und sagten dann Gute Nacht — an alle Menschen auf der guten Erde.

Danach war Sendeschluss.

Auf ihr ist unten die graue Mondoberfläche, und darüber steht im Schwarzen eine blau-weiße Kugel, halb im Schatten, ungefähr so groß wie ein Daumennagel bei ausgestrecktem Arm.

Genau genommen ist das Bild schief. Wie herum es gehört, weiß im Weltall niemand, weil es dort kein Oben gibt. Man hat sich später darauf geeinigt, es so zu drehen, dass die Erde oben steht, weil das für uns richtiger aussieht.

Auf dem Originalfilm liegt sie seitlich.
Anders sucht den Farbfilm Die drei kamen an Weihnachten zurück.

Sie landeten am 27. Dezember 1968 im Pazifik, wurden von einem Schiff aufgenommen und waren danach berühmt.

Bill Anders ist übrigens nie wieder ins All geflogen. Er hat später gesagt, es habe für ihn keinen Sinn ergeben, es noch einmal zu versuchen.

Das Foto hängt heute in sehr vielen Klassenzimmern.

Und wenn man abends nach draußen geht und nach oben schaut, sieht man den Mond von unten.

Von dort oben sieht es genau umgekehrt aus.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann steht die Erde da oben noch heute im Schwarzen.
Das Bild wird überall gedruckt Die Moral von „Das Foto, das alles änderte"

Diese Geschichte ist wahr, bis hin zu dem Durcheinander mit dem Farbfilm — das ist auf Band, man kann es anhören.

Ihr Kern ist eine Umkehrung: Drei Männer fliegen dreihunderttausend Kilometer weit, um sich etwas anzuschauen, und das Wichtigste sehen sie, als sie sich zufällig umdrehen.

Für Kinder ab sechs ist der Gedanke am Ende der beste: Wir schauen jeden Abend zum Mond hoch. Von dort oben schaut man zu uns herunter, und da ist es blau.
Abends im Garten zum Mond hochschauen Das Bild heißt Earthrise.

Es wurde ab Januar 1969 überall gedruckt, auf Titelseiten, auf Plakaten, auf Briefmarken.

Und es hat etwas gemacht, was vorher kein Foto gemacht hatte.

Bis dahin war „die Erde" ein Wort. Man wusste, dass sie rund ist, man hatte Globusse, man hatte Landkarten. Aber niemand hatte sie je als Ding gesehen — als einen Gegenstand, der im Nichts steht und einen Rand hat.

Auf dem Foto sieht man, dass sie klein ist.

Man sieht auch, dass es außen herum nichts gibt. Keine Wand, keinen Boden, keinen Notausgang.

Zwei Jahre später wurde in den USA die Umweltbehörde gegründet, und im selben Jahr gab es zum ersten Mal den Earth Day. Viele Leute, die daran beteiligt waren, haben gesagt, dass dieses Bild dabei eine Rolle gespielt hat.

Anders hat später einen Satz gesagt, den man oft zitiert:

Wir sind den ganzen Weg zum Mond geflogen, um den Mond zu erforschen — und das Wichtigste, was wir entdeckt haben, war die Erde.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was war die Aufgabe der drei Männer von Apollo 8?

    Frank Borman, Jim Lovell und Bill Anders sollten nicht landen. Sie sollten zum Mond fliegen, zehnmal um ihn herumfliegen und wieder zurückkommen — als Test, ob das überhaupt geht. Für den Hinweg brauchten sie drei Tage.

  2. 2Warum brach hinter dem Mond jedes Mal der Funkkontakt ab?

    Weil der Mond dann zwischen der Kapsel und der Erde war. Dreiundvierzig Minuten lang wusste auf der Erde niemand, ob die drei noch da sind — und das zehnmal hintereinander.

  3. 3Wie kam es, dass sie die Erde plötzlich sehen konnten?

    Die Kapsel sollte sich langsam drehen, damit sie nicht auf einer Seite zu heiß wird. Dabei wanderte das Fenster über den Mondrand hinaus — und dahinter kam die Erde hoch.

  4. 4Was passierte in der Kapsel, als Anders die Erde sah?

    Er rief: „Oh mein Gott. Schaut euch das Bild an. Da kommt die Erde hoch. Wow, ist das schön.“ Dann fragte er nach Farbfilm, Borman sagte, das stehe nicht auf dem Plan, Lovell suchte, und Anders sagte zweimal, jemand solle sich beeilen. Sie fanden ihn noch rechtzeitig.

  5. 5Wie sieht das Bild aus, das dabei entstanden ist?

    Unten die graue Mondoberfläche, darüber im Schwarzen eine blau-weiße Kugel, halb im Schatten, ungefähr so groß wie ein Daumennagel bei ausgestrecktem Arm. Das Bild heißt Earthrise.

Wörter aus der Geschichte

Kapsel
der kleine Raum im Raumschiff, in dem die Menschen sitzen
Krater
eine große runde Vertiefung, die entsteht, wenn ein Brocken einschlägt
Funkkontakt
die Verbindung, über die man sich weit entfernt sprechen hören kann
Farbfilm
der Streifen in einer alten Kamera, mit dem Bilder bunt werden statt schwarz-weiß
Einöde
eine leere Gegend, in der nichts wächst und niemand wohnt

Zum Weitererzählen

  • Auf dem Foto sieht man, dass es außen herum nichts gibt — keine Wand, keinen Boden. Was denkst du, wenn du das hörst?
  • Anders hat gesagt, das Wichtigste, was sie entdeckt haben, war die Erde. Wie kann das sein, wenn sie doch zum Mond geflogen sind?
  • Im Weltall gibt es kein Oben. Wie herum würdest du das Bild aufhängen?
  • Wenn du heute Abend zum Mond hinaufschaust: Was würdest du wohl sehen, wenn du von dort oben zu uns herunterschaust?
Wenn heute nach oben geschaut wurde

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Sieben Minuten wahre Geschichte ohne Gefahr. Niemand kommt zu Schaden, alle drei landen heil, und der Schluss ist ein Kind im Garten, das zum Mond hochschaut.

Warum „Das Foto, das alles änderte" zum Einschlafen passt

Alles in dieser Geschichte ist so passiert, auch das Durcheinander mit dem Farbfilm. Für Kinder, die gern wissen wollen, ob etwas echt ist, ist das ein wichtiger Punkt.

Der Schluss lädt dazu ein, abends kurz nach draußen zu gehen. Danach ist die Geschichte für viele Kinder eine andere.

Wenn „Das Foto, das alles änderte" gefallen hat

Mehr davon unter Sternen- und Mondgeschichten und Zehn-Minuten-Geschichten.

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Häufige Fragen zu Das Foto, das alles änderte

Worum geht es in „Das Foto, das alles änderte"?

Um Apollo 8 im Dezember 1968: Drei Menschen fliegen als erste um den Mond und fotografieren dabei zufällig die aufgehende Erde. Das Bild heißt Earthrise.

Ist die Geschichte wahr?

Ja, vollständig – einschließlich der hektischen Suche nach dem Farbfilm, die auf Tonband aufgenommen ist.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa sechs Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund sieben Minuten.

Sind die Astronauten heil zurückgekommen?

Ja, am 27. Dezember 1968.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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