Der Große Wagen und der Weg nach Norden

Der Große Wagen und der Weg nach Norden

Zusammenfassung: „Der Große Wagen und der Weg nach Norden" in drei Sätzen

Der Große Wagen ist das einzige Sternbild, das fast jeder findet — und man kann mit ihm den Polarstern finden.

Der Polarstern steht immer genau im Norden, das ganze Jahr, jede Nacht.

Wer das einmal geübt hat, verliert nachts unter freiem Himmel nie ganz die Orientierung.

Der Große Wagen und der Weg nach Norden – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 5 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Es gibt achtundachtzig Sternbilder.

Die meisten davon findet niemand.

Man soll in ein paar zufällig verteilten Punkten einen Schwan erkennen, einen Wassermann oder eine Eidechse, und ehrlich gesagt sieht keins davon aus wie das, wonach es benannt ist.

Bis auf eins.

Der Große Wagen sieht aus wie ein Wagen.

In anderen Ländern heißt er anders und sieht dort auch nach etwas anderem aus: In England ist er ein Pflug, in Amerika eine Schöpfkelle, in Skandinavien ein Wagen wie bei uns.

Das liegt daran, dass jeder in Punkten das erkennt, was er kennt. Ein Pflug war früher überall im Dorf zu sehen.

Vier Sterne bilden einen Kasten, drei weitere eine Deichsel, und wenn man ihn einmal gesehen hat, sieht man ihn danach immer.
Der Große Wagen am Nachthimmel Er steht im Norden, ziemlich hoch, und er geht in unseren Breiten nie unter.

Das heißt: Er ist jede Nacht da, das ganze Jahr.

Nur seine Lage ändert sich. Im Frühling steht er hoch und kippt nach links, im Herbst hängt er tiefer, im Winter steht die Deichsel nach unten.

Er dreht sich langsam um einen Punkt.

Und an diesem Punkt steht ein Stern.
Die Linie zum Polarstern So findet man ihn.

Man sucht die zwei Sterne, die den hinteren Teil des Kastens bilden — die beiden, die von der Deichsel am weitesten weg sind.

Dann verlängert man die Linie zwischen ihnen nach oben, in die Richtung, in die der Kasten offen ist.

Fünfmal so weit, wie die beiden voneinander entfernt sind.

Da steht ein Stern.

Er ist nicht besonders hell. Man muss ihn nicht suchen wie einen Scheinwerfer — er ist einfach der auffälligste in einer ansonsten ziemlich leeren Ecke des Himmels.

Das ist der Polarstern.

Er heißt auch Nordstern, und in alten Büchern steht manchmal Stella Polaris, was dasselbe auf Latein ist.
Den Polarstern gemeinsam suchen Der Polarstern hat eine Eigenschaft, die ihn seit Jahrtausenden nützlich macht.

Er steht still.

Alle anderen Sterne wandern in der Nacht von Osten nach Westen, weil sich die Erde dreht. Der Polarstern steht zufällig fast genau über dem Nordpol der Erde — also über der Achse, um die sich alles dreht.

Und was über der Achse steht, bewegt sich nicht mit.

Wer den Polarstern findet, weiß, wo Norden ist. Immer. Ohne Kompass, ohne Handy, ohne irgendetwas.

Seeleute haben danach navigiert. Menschen, die nachts durch fremdes Land gingen, haben ihn benutzt. Und in Nordamerika haben ihn geflohene Sklaven benutzt, weil Norden für sie die Richtung in die Freiheit war — in ihren Liedern hieß der Große Wagen deshalb „der trinkende Kürbis".
Nach dem Polarstern navigieren Die Moral von „Der Große Wagen und der Weg nach Norden"

Das ist eine Anleitung, verpackt als Geschichte, und sie funktioniert wirklich: zwei Sterne, eine Linie, fünfmal so weit.

Für Kinder ist das eine der wenigen Sachen am Himmel, die man selbst überprüfen kann und die nicht sofort wieder weg ist.

Und der schönste Teil ist die Nebenbemerkung: Für Menschen auf der Flucht war dieser Stern die Richtung in die Freiheit. Ein Sternbild kann eine Landkarte sein, wenn man keine hat.
Norden liegt in dieser Richtung Es lohnt sich, das einmal zu üben.

Man geht an einem klaren Abend nach draußen, sucht den Wagen, verlängert die Linie und schaut sich um: Was liegt in dieser Richtung? Welches Haus, welcher Baum, welcher Weg?

Danach weiß man in seiner eigenen Umgebung für immer, wo Norden ist.

Es ist kein besonders nützliches Wissen im Alltag.

Aber es ist eins von den Dingen, die man nicht wieder vergisst, und es ist beruhigend, nachts unter freiem Himmel zu stehen und zu wissen, in welche Richtung man schaut.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann steht der Polarstern noch heute still.
Passend zu dieser Geschichte

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Fünf Minuten ohne Handlung und ohne Aufregung — eine Anleitung zum Himmel, die man an jedem klaren Abend ausprobieren kann.

Schwierige Wörter kurz erklärt

  • Sternbild – eine Gruppe von Sternen, die man zu einer Figur zusammenfasst
  • Deichsel – die Stange, an der ein Wagen gezogen wird
  • Polarstern – der Stern, der fast genau über dem Nordpol steht
  • Achse – die gedachte Linie, um die sich etwas dreht
  • navigieren – den Weg bestimmen, zum Beispiel auf See

Fragen zum Weitererzählen

  • Warum sieht man den Polarstern immer an derselben Stelle?
  • Wie findet man ihn mit dem Großen Wagen?
  • In welche Richtung wäre Norden von eurem Fenster aus?

Warum „Der Große Wagen und der Weg nach Norden" zum Einschlafen passt

Die Anleitung stimmt und funktioniert. Wenn Sie sie einmal mit Ihrem Kind draußen ausprobieren, sitzt sie erfahrungsgemäß für immer.

Der Hinweis auf die Fluchtwege in Nordamerika ist bewusst kurz gehalten. Wenn Ihr Kind nachfragt, ist das ein guter Anlass — wenn nicht, steht der Satz einfach so da.

Wenn „Der Große Wagen und der Weg nach Norden" gefallen hat

Mehr davon unter Sternen- und Mondgeschichten und Naturgeschichten.

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Häufige Fragen zu Der Große Wagen und der Weg nach Norden

Worum geht es in „Der Große Wagen und der Weg nach Norden"?

Darum, wie man mit dem Großen Wagen den Polarstern findet, warum dieser als Einziger stillsteht und wie Menschen ihn seit Jahrtausenden zum Navigieren benutzt haben.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa vier Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund fünf Minuten.

Funktioniert die Anleitung wirklich?

Ja. Zwei Sterne des Kastens, Linie verlängern, fünfmal so weit – dort steht der Polarstern.

Ist der Polarstern der hellste Stern?

Nein, das ist ein verbreiteter Irrtum. Er ist nur der auffälligste in einer ansonsten leeren Ecke des Himmels.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

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