Die Rückseite des Mondes

Die Rückseite des Mondes

Zusammenfassung: „Die Rückseite des Mondes" in drei Sätzen

Von der Erde aus sieht man immer dieselbe Seite des Mondes — die andere hat kein Mensch gesehen, bis 1959 eine Kamera vorbeiflog.

Der Grund dafür ist nicht, dass der Mond sich nicht dreht, sondern dass er sich genau richtig dreht.

Und die Rückseite sieht überraschend anders aus als die Vorderseite.

Die Rückseite des Mondes – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Der Mond zeigt uns immer dasselbe Gesicht.

Die dunklen Flecken, die man an einem klaren Abend sieht, sind seit Jahrtausenden an derselben Stelle. Die Menschen im alten Ägypten haben genau diese Flecken gesehen. Die Ritter haben sie gesehen. Ihre Urgroßmutter hat sie gesehen.

Niemand auf der Erde hat jemals die andere Seite gesehen — bis 1959.

Das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass der Mond ein Nachbar ist. Er ist das Nächste, was wir haben.

Und trotzdem war die Hälfte davon vollkommen unbekannt.
Der Mond zeigt uns immer dasselbe Gesicht Der Grund ist eine ziemlich elegante Sache.

Viele Leute denken, der Mond drehe sich nicht.

Er dreht sich aber. Er braucht dafür ungefähr siebenundzwanzig Tage.

Und genau siebenundzwanzig Tage braucht er auch für eine Runde um die Erde.

Beides passt exakt zusammen — und deshalb dreht er uns immer dieselbe Seite zu.

Man kann das im Wohnzimmer nachmachen. Man stellt jemanden in die Mitte, das ist die Erde, und läuft im Kreis um ihn herum, dabei immer mit dem Gesicht zu ihm.

Wenn man das macht, dreht man sich einmal komplett um die eigene Achse. Man merkt es nur nicht, weil man es nicht spürt.

Genau das macht der Mond.
Der Versuch im Wohnzimmer Warum das so ist, hat mit Anziehung zu tun.

Die Erde zieht am Mond, und zwar an der nahen Seite ein bisschen stärker als an der fernen. Über sehr lange Zeit hat das den Mond abgebremst, bis seine Drehung genau zu seiner Umlaufzeit passte.

Danach war Ruhe. Ein Zustand, aus dem nichts mehr weiterläuft, bleibt.

Man nennt das gebundene Rotation, und es ist im Sonnensystem der Normalfall: Fast alle großen Monde machen das mit ihrem Planeten.
Drehung und Umlauf passen exakt zusammen Am 7. Oktober 1959 flog eine sowjetische Sonde namens Luna 3 hinter dem Mond vorbei.

Sie hatte eine Kamera dabei, die mit richtigem Film arbeitete. Der Film wurde an Bord entwickelt, dann abgetastet und als Funksignal zur Erde geschickt, was ungefähr so umständlich klingt, wie es war.

Die Bilder waren körnig, verwaschen und schwer zu deuten.

Sie zeigten trotzdem etwas, mit dem niemand gerechnet hatte.

Auf der Vorderseite des Mondes gibt es große dunkle Flächen — die „Meere", riesige erstarrte Lavaebenen, glatt und ruhig.

Auf der Rückseite gibt es fast keine.

Dort ist alles Krater. Krater in Krater in Krater, dicht an dicht, hell und zerfurcht.

Der Mond hat also zwei sehr verschiedene Hälften, und man sieht von der Erde aus ausgerechnet die glatte.
Luna 3 fliegt 1959 hinter dem Mond vorbei Die Moral von „Die Rückseite des Mondes"

Das ist eine Sachgeschichte, und ihr bester Moment ist der Versuch im Wohnzimmer: einmal um jemanden herumlaufen und dabei immer hinschauen. Man dreht sich dabei selbst, ohne es zu merken.

Danach versteht man in ungefähr zwanzig Sekunden etwas, das in Worten kompliziert klingt.

Und der zweite gute Teil ist der Schluss: Warum die Rückseite anders aussieht, weiß man nicht genau. Es gehört zu einer ehrlichen Sachgeschichte dazu, das zu sagen.
Vorderseite und Rückseite im Vergleich Warum das so ist, weiß man bis heute nicht sicher.

Die wahrscheinlichste Erklärung: Die Kruste ist auf der Rückseite dicker. Deshalb kam dort kaum Lava durch, als vor Milliarden Jahren die großen Einschläge passierten, und die Krater blieben, wie sie waren.

Warum die Kruste dicker ist, ist wieder eine andere Frage.

So geht das in der Wissenschaft öfter.

Wer heute abends nach oben schaut, sieht die glatte Seite.

Die andere ist auch da. Sie ist nur nie zu uns gedreht, seit es Menschen gibt.

Und wenn wir nicht gestorben sind, dann dreht sie sich noch heute genau so weiter.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was sieht man von der Erde aus immer, wenn man zum Mond hochschaut?

    Immer dasselbe Gesicht. Die dunklen Flecken, die man an einem klaren Abend sieht, sind seit Jahrtausenden an derselben Stelle — die Menschen im alten Ägypten haben genau diese Flecken gesehen, die Ritter haben sie gesehen, und deine Urgroßmutter auch.

  2. 2Stimmt es, dass der Mond sich nicht dreht?

    Nein, er dreht sich sehr wohl. Er braucht dafür ungefähr siebenundzwanzig Tage — und genau siebenundzwanzig Tage braucht er auch für eine Runde um die Erde. Weil beides exakt zusammenpasst, dreht er uns immer dieselbe Seite zu.

  3. 3Wie kann man das im Wohnzimmer ausprobieren?

    Man stellt jemanden in die Mitte, das ist die Erde, und läuft im Kreis um ihn herum, dabei immer mit dem Gesicht zu ihm. Dann dreht man sich einmal komplett um die eigene Achse — man merkt es nur nicht, weil man es nicht spürt. Genau das macht der Mond.

  4. 4Wie kamen die ersten Bilder von der Rückseite zustande?

    Am 7. Oktober 1959 flog eine sowjetische Sonde namens Luna 3 hinter dem Mond vorbei. Sie hatte eine Kamera mit richtigem Film dabei; der Film wurde an Bord entwickelt, dann abgetastet und als Funksignal zur Erde geschickt. Die Bilder waren körnig, verwaschen und schwer zu deuten.

  5. 5Was war auf diesen Bildern so überraschend?

    Auf der Vorderseite gibt es große dunkle Flächen, die „Meere“ — riesige erstarrte Lavaebenen, glatt und ruhig. Auf der Rückseite gibt es fast keine. Dort ist alles Krater, dicht an dicht, hell und zerfurcht. Warum das so ist, weiß man bis heute nicht sicher.

Wörter aus der Geschichte

gebundene Rotation
wenn ein Mond sich genau so schnell dreht, wie er um seinen Planeten läuft, und deshalb immer dieselbe Seite zeigt
Sonde
ein kleines Raumfahrzeug ohne Menschen an Bord, das etwas erkunden soll
Krater
eine runde Kuhle, die entsteht, wenn ein Brocken aus dem Weltall irgendwo einschlägt
Lavaebenen
große flache Flächen aus Gestein, das einmal glühend flüssig war und dann hart wurde
Kruste
die feste äußere Schicht eines Himmelskörpers, so wie die Schale um einen Apfel

Zum Weitererzählen

  • Der Mond ist unser Nachbar, und trotzdem war die Hälfte davon bis 1959 völlig unbekannt. Was findest du daran erstaunlich?
  • Probier den Versuch aus: einmal um jemanden herumlaufen und dabei immer hinschauen. Hast du gemerkt, dass du dich selbst gedreht hast?
  • Manche Fragen zum Mond kann bis heute niemand sicher beantworten. Ist das schade oder eher spannend?
  • Wenn du mit einer Kamera einmal hinter den Mond fliegen dürftest — wovon würdest du ein Bild machen?
Wenn heute nach oben geschaut wurde

Band 2 – Die schwebende Stadt

Hoch hinaus geht es auch in Band 2: Eine alte Karte führt Emil und Henry zu einer Stadt, die über den Wolken schwebt – und zum ersten richtigen Gegenspieler der Reihe.

Oder gleich alle sechs Bände: 79,00 € statt 90,00 €

Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten Sachgeschichte ohne jede Aufregung. Es gibt einen kleinen Versuch mitten in der Geschichte, den man sofort ausprobieren kann — oder am nächsten Tag.

Warum „Die Rückseite des Mondes" zum Einschlafen passt

Der Versuch im Wohnzimmer funktioniert wirklich und braucht zwanzig Sekunden. Bei Kindern, die abends noch wach sind, ist er allerdings eher eine Idee für den nächsten Tag.

Die Geschichte gibt zu, dass man etwas nicht genau weiß. Das ist ehrlich und für Kinder oft die interessanteste Stelle.

Wenn „Die Rückseite des Mondes" gefallen hat

Mehr davon unter Sternen- und Mondgeschichten und Naturgeschichten.

Und wenn ein Buch daraus werden soll: Ritter Emil & Zauberer Henry gibt es in sechs Bänden zum Vorlesen.

Häufige Fragen zu Die Rückseite des Mondes

Worum geht es in „Die Rückseite des Mondes"?

Darum, warum wir von der Erde aus immer dieselbe Mondseite sehen, wie 1959 die ersten Bilder der anderen Seite entstanden – und warum die so anders aussieht.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa vier Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Dreht sich der Mond?

Ja. Er braucht für eine Umdrehung genauso lange wie für eine Runde um die Erde – deshalb sehen wir immer dieselbe Seite.

Gibt es eine dunkle Seite des Mondes?

Nein, das ist ein Missverständnis. Auf die Rückseite scheint genauso oft die Sonne – wir sehen sie nur nie.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

Morgen Abend weiterlesen? Ritter Emil und Zauberer Henry gibt es gedruckt – sechs Bände zum Vorlesen ab vier Jahren, alle sechs zusammen 79,00 € statt 90,00 €.

Noch mehr Geschichten für heute Abend

Diese Geschichte ist eine von 214 kostenlosen Gute-Nacht-Geschichten auf emhema.de – alle zum Vorlesen und als PDF zum Ausdrucken.

  • Den 23. mit Kugelschreiber eingetragen

    Der längste Dezember

    7 Minuten Vorlesezeit

    Im Jahr, in dem Mattea zwölf wird, dauert der Dezember gefühlt neun Wochen. Es liegt daran, dass ihr Vater seit August in einer anderen Stadt arbeitet und erst am 23. kommt. Die drei...

  • Drei Wochen alt und über der Heizung

    Der Kranz, der zu früh brannte

    4 Minuten Vorlesezeit

    Am vierten Advent brennen vier Kerzen auf einem Kranz, der seit drei Wochen auf der Heizung steht. Als alle kurz in der Küche sind, fängt er an zu brennen. Was dann passiert, dauert ...

  • Neunzig Minuten, immer gleich

    Der zweite Advent bei Frau Kroll

    4 Minuten Vorlesezeit

    Jedes Jahr am zweiten Advent besucht Familie Doric die Nachbarin von gegenüber, und jedes Jahr findet Elin das schrecklich. In diesem Jahr fällt der Besuch aus, weil Frau Kroll im Kr...

  • Der Dezember ist der längste Monat

    Warten ist ein Beruf

    4 Minuten Vorlesezeit

    Am 2. Dezember erklärt Jost, dass Warten das Schlimmste sei, was es gibt. Sein Onkel, der bei der Bahn arbeitet, widerspricht ihm. Er zeigt ihm etwas, das Jost danach vier Wochen lan...

  • Der Kranz steht in der Mitte

    Das Wachs auf dem Tisch

    3 Minuten Vorlesezeit

    Am dritten Advent kippt eine Kerze um, und auf dem Esstisch liegt ein Fleck aus rotem Wachs. Der Tisch gehört der Familie seit vier Generationen. Was danach passiert, ist deutlich we...

  • Sechs Sorten auf dem Tisch

    Die Plätzchen, die keiner mochte

    3 Minuten Vorlesezeit

    Jedes Jahr backt Oma Rethmeier Anisplätzchen, und jedes Jahr isst sie niemand. In diesem Jahr sagt es ihr jemand. Was dann passiert, hätte niemand vorhergesehen.