Der längste Tag des Jahres

Der längste Tag des Jahres

Zusammenfassung: „Der längste Tag des Jahres" in drei Sätzen

Am 21. Juni ist in Deutschland die Sonne fast siebzehn Stunden am Himmel, und in Nordnorwegen geht sie gar nicht unter.

Der Grund dafür ist, dass die Erde schief steht — um genau 23,4 Grad.

Und ohne diese Schieflage gäbe es weder Sommer noch Winter noch Frühling noch Herbst.

Der längste Tag des Jahres – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Am 21. Juni geht in Hamburg die Sonne um 4:50 Uhr auf und um 21:53 Uhr unter.

Das sind siebzehn Stunden und drei Minuten.

Am 21. Dezember geht sie um 8:33 Uhr auf und um 15:56 Uhr unter: sieben Stunden und dreiundzwanzig Minuten.

Der Unterschied beträgt fast zehn Stunden.

Am Äquator gibt es diesen Unterschied nicht. Dort ist der Tag das ganze Jahr über ungefähr zwölf Stunden lang, jeden Tag, ohne nennenswerte Abweichung.

Woran liegt das?
Um neun Uhr abends noch hell Die Erde dreht sich um sich selbst — daher kommt Tag und Nacht.

Und sie läuft einmal im Jahr um die Sonne.

Das allein würde noch keine Jahreszeiten machen. Wenn die Erde aufrecht stünde wie ein Kreisel, wäre jeder Tag überall gleich lang, das ganze Jahr über.

Sie steht aber nicht aufrecht.

Sie ist um 23,4 Grad geneigt, und diese Neigung bleibt immer in dieselbe Richtung zeigen, während sie um die Sonne läuft.

Das ist der ganze Trick.
Die geneigte Erde auf ihrer Bahn um die Sonne Man kann es sich mit einer Taschenlampe und einem Apfel klarmachen.

Die Taschenlampe ist die Sonne. Der Apfel ist die Erde, und man steckt einen Bleistift schräg hindurch, das ist die Achse.

Wenn die schräge Achse zur Lampe hin zeigt, wird die obere Hälfte des Apfels stärker beleuchtet, und ein Punkt dort oben bleibt beim Drehen sehr lange im Licht.

Das ist Sommer auf der Nordhalbkugel.

Ein halbes Jahr später — Apfel auf die andere Seite der Lampe, Bleistift zeigt immer noch in dieselbe Richtung — zeigt die Achse von der Lampe weg. Jetzt ist der Punkt oben nur noch kurz im Licht.

Das ist Winter.

Der Abstand zur Sonne ändert sich dabei übrigens kaum, und das Erstaunliche ist: Im Januar ist die Erde der Sonne sogar etwas näher als im Juli.

Es liegt wirklich nur an der Schieflage.
Der Versuch mit Apfel und Taschenlampe Je weiter man nach Norden geht, desto stärker wird der Effekt.

In Hamburg sind es am längsten Tag siebzehn Stunden.

In Kiruna in Nordschweden geht die Sonne von Ende Mai bis Mitte Juli gar nicht mehr unter. Sie kreist tief über dem Horizont, wird um Mitternacht orange und steigt wieder.

Das nennt man Mitternachtssonne.

Dafür bezahlt man im Winter: Von Mitte Dezember bis Anfang Januar geht sie dort gar nicht auf. Es wird um die Mittagszeit dämmrig blau und danach wieder dunkel.

Am Nordpol ist es am extremsten: ein halbes Jahr Tag, ein halbes Jahr Nacht.
Mitternachtssonne im Norden Die Moral von „Der längste Tag des Jahres"

Das ist eine Sachgeschichte, und ihr Kern ist eine einzige Zahl: 23,4 Grad.

Ohne diese Schieflage gäbe es keine Jahreszeiten — kein Frühjahr, keine Ernte, keinen Winterschlaf, keine Zugvögel und keine Sommerferien.

Der Versuch mit Apfel, Bleistift und Taschenlampe funktioniert wirklich und dauert zwei Minuten.

Und der letzte Gedanke ist der schönste: Der längste Tag ist der Wendepunkt. Ab da wird es wieder kürzer, und im Dezember genau umgekehrt.
Mittags im Dezember im hohen Norden Midsommar in Schweden Zurück zum 21. Juni.

An diesem Tag ist es abends um neun noch hell, und in vielen Gegenden bleiben Kinder länger draußen, als sonst erlaubt ist, weil man bei Helligkeit schlecht ins Bett schicken kann.

Es gibt Länder, in denen daraus ein Fest geworden ist. In Schweden ist Midsommar der wichtigste Feiertag nach Weihnachten: Man stellt eine Stange auf, isst draußen und geht sehr spät schlafen.

Und ab dem 22. Juni wird es wieder kürzer.

Jeden Tag ein bisschen. Zuerst um Sekunden, dann um Minuten, und im September merkt man es plötzlich.

Der längste Tag ist also gleichzeitig der Tag, an dem es wieder losgeht.

Und wenn wir nicht gestorben sind, dann steht die Erde noch heute schief.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wie lang ist der 21. Juni in Hamburg?

    Die Sonne geht um 4:50 Uhr auf und um 21:53 Uhr unter, das sind siebzehn Stunden und drei Minuten. Am 21. Dezember sind es nur sieben Stunden und dreiundzwanzig Minuten — fast zehn Stunden Unterschied.

  2. 2Warum gibt es diesen Unterschied am Äquator nicht?

    Dort ist der Tag das ganze Jahr über ungefähr zwölf Stunden lang, jeden Tag, ohne nennenswerte Abweichung.

  3. 3Warum haben wir überhaupt Sommer und Winter?

    Weil die Erde schief steht, genau um 23,4 Grad, und weil diese Neigung immer in dieselbe Richtung zeigt, während die Erde um die Sonne läuft. Stünde sie aufrecht wie ein Kreisel, wäre jeder Tag überall gleich lang.

  4. 4Wie kann man das mit einem Apfel und einer Taschenlampe zeigen?

    Die Taschenlampe ist die Sonne, der Apfel die Erde, und ein schräg hindurchgesteckter Bleistift ist die Achse. Zeigt die schräge Achse zur Lampe, bleibt ein Punkt oben beim Drehen lange im Licht — das ist Sommer. Ein halbes Jahr später zeigt sie von der Lampe weg, und der Punkt ist nur noch kurz im Licht: Winter.

  5. 5Was passiert im Sommer in Kiruna in Nordschweden?

    Von Ende Mai bis Mitte Juli geht die Sonne dort gar nicht mehr unter. Sie kreist tief über dem Horizont, wird um Mitternacht orange und steigt wieder — das nennt man Mitternachtssonne. Dafür geht sie von Mitte Dezember bis Anfang Januar gar nicht auf.

Wörter aus der Geschichte

Äquator
die gedachte Linie, die genau um die Mitte der Erde läuft
Achse
die gedachte Stange, um die sich die Erde dreht
Nordhalbkugel
die obere Hälfte der Erde, auf der wir wohnen
Mitternachtssonne
wenn die Sonne im hohen Norden auch nachts nicht untergeht
Midsommar
das schwedische Sommerfest mit einer Stange, Essen draußen und sehr spätem Schlafengehen

Zum Weitererzählen

  • Wie fühlt es sich an, wenn es abends um neun noch ganz hell ist?
  • Am Nordpol ist ein halbes Jahr lang Tag und ein halbes Jahr lang Nacht. Was davon fändest du schöner?
  • Der längste Tag ist auch der Tag, an dem es wieder kürzer wird. Was ist daran schön und was schade?
  • Wenn du den Versuch mit Apfel, Bleistift und Taschenlampe machst — wo auf deinem Apfel würdest du wohnen wollen?
Wenn heute nach oben geschaut wurde

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten Sachgeschichte ohne Handlung. Sie eignet sich gut für die hellen Abende im Juni, an denen Einschlafen ohnehin schwierig ist — und erklärt gleich mit, warum.

Warum „Der längste Tag des Jahres" zum Einschlafen passt

Der Versuch mit Apfel, Bleistift und Taschenlampe funktioniert wirklich und macht die Sache in zwei Minuten begreiflich. Am besten am nächsten Tag ausprobieren, in einem abgedunkelten Zimmer.

Alle Zahlen stimmen: 23,4 Grad Neigung, siebzehn Stunden am 21. Juni in Hamburg, und die Erde ist im Januar tatsächlich näher an der Sonne als im Juli.

Wenn „Der längste Tag des Jahres" gefallen hat

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Und wenn ein Buch daraus werden soll: Ritter Emil & Zauberer Henry gibt es in sechs Bänden zum Vorlesen.

Häufige Fragen zu Der längste Tag des Jahres

Worum geht es in „Der längste Tag des Jahres"?

Darum, warum es am 21. Juni siebzehn Stunden hell ist und im Dezember nur sieben – und warum das nichts mit dem Abstand zur Sonne zu tun hat, sondern mit der Schieflage der Erde.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa sechs Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Ist die Erde im Sommer näher an der Sonne?

Nein. Im Januar ist sie sogar etwas näher – die Jahreszeiten entstehen allein durch die Neigung der Erdachse.

Funktioniert der Versuch mit dem Apfel?

Ja. Taschenlampe, Apfel, Bleistift schräg durchgesteckt, dunkles Zimmer – zwei Minuten.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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