Das Piratenschiff, das leise sein musste

Das Piratenschiff, das leise sein musste

Zusammenfassung: „Das Piratenschiff, das leise sein musste" in drei Sätzen

Die MURMEL muss bei Nacht durch eine schmale Fahrrinne, und dabei darf kein Geräusch zu hören sein.

Die Mannschaft wickelt alles in Lappen, ölt jede Rolle und flüstert vier Stunden lang.

Was am Ende beinahe alles verrät, ist ausgerechnet der Schiffshund.

Das Piratenschiff, das leise sein musste – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Zwischen der Insel Hoog und dem Festland gibt es eine Fahrrinne.

Sie ist zweihundert Meter breit und an der engsten Stelle vierzig, und links und rechts liegen Sandbänke, die bei Ebbe aus dem Wasser schauen wie schlafende Wale.

Auf der Insel Hoog stand ein Wachturm.

Wer bei Nacht durch die Rinne wollte, ohne dass der Wachturm etwas mitbekam, musste zwei Sachen schaffen: kein Licht und kein Geräusch.

Die MURMEL wollte durch.
Die Fahrrinne zwischen Hoog und dem Festland Am Nachmittag vorher wurde vorbereitet.

Die Mannschaft wickelte alles ein, was klappern konnte. Die Ankerkette bekam eine Decke. Die Blöcke, durch die die Seile laufen, wurden geölt, jeder einzelne, bis keiner mehr quietschte.

Die Töpfe in der Kombüse kamen in einen Sack.

Die Stiefel blieben unten. Alle liefen barfuß, was im September auf einem Holzdeck kalt ist, aber leise.

Und der Kapitän sagte: „Ab acht Uhr wird geflüstert. Wer laut wird, schläft an Land."

Er sagte es ohne Drohung. Er sagte es wie eine Wetterinformation.

Die Kinder an Bord — es waren zwei, die Zwillinge des Bootsmanns — fanden das aufregender als alles, was in diesem Jahr sonst passiert war. Sie flüsterten schon ab vier Uhr nachmittags, obwohl es noch gar nicht nötig war.
Die Mannschaft wickelt alles ein, was klappern kann Um halb neun ging es los.

Es war eine dunkle Nacht, was gut war, und windstill, was schlecht war, weil Wind Geräusche verschluckt.

Die MURMEL glitt in die Rinne.

Vorn stand ein Matrose mit dem Lot und gab die Tiefe mit den Fingern an, weil man Zahlen nicht rufen darf.

Der Steuermann korrigierte in winzigen Schritten.

Man hörte: das Wasser am Rumpf. Sonst nichts.

Nach einer Stunde kam der Wachturm in Sicht, ein schwarzer Klotz mit einem einzigen erleuchteten Fenster.

Die MURMEL fuhr daran vorbei, sechzig Meter entfernt.

Auf dem Deck bewegte sich niemand.

Später haben mehrere behauptet, sie hätten in dieser Zeit ihr eigenes Herz gehört. Das stimmt vermutlich nicht, aber es fühlte sich so an.
Die MURMEL gleitet lautlos an dem Wachturm vorbei Und dann stand der Schiffshund auf.

Er hieß Knopf, war klein, weiß und normalerweise sehr vernünftig.

Am Ufer, drüben auf der Insel, bewegte sich etwas — vermutlich ein Schaf, jedenfalls etwas Weißes, das ein Hund um halb zehn nachts sehr interessant findet.

Knopf ging an die Reling.

Er hob den Kopf.

Er holte Luft.

Und in genau diesem Moment hob ihn der Koch hoch, drehte ihn um und drückte ihm das Gesicht in seinen Pullover, und was herauskam, war ein Geräusch wie „mmpff", das man auf sechzig Meter Entfernung nicht hört.

Knopf war beleidigt.

Beleidigte Hunde sind glücklicherweise leise. Das ist einer der wenigen Vorteile daran.

Der Koch hielt ihn trotzdem noch zwanzig Minuten fest.
Knopf will bellen Die Moral von „Das Piratenschiff, das leise sein musste"

Diese Geschichte ist eine Aufgabe, keine Auseinandersetzung: Vier Stunden lang kein Geräusch machen.

Das Schöne daran ist, wie viele kleine Sachen dazugehören — geölte Blöcke, eine Decke über der Ankerkette, Töpfe im Sack, barfuß laufen, Zahlen mit den Fingern zeigen. Kinder hören solche Aufzählungen gern, weil sie sich alles davon vorstellen können.

Und am Ende hängt es nicht an der Vorbereitung, sondern daran, dass jemand rechtzeitig den Hund festhält.
Nach vier Stunden darf wieder geredet werden Um halb eins war die MURMEL durch.

Erst als der Wachturm hinter der Landzunge verschwunden war, sagte jemand etwas in normaler Lautstärke, und alle erschraken, weil es nach vier Stunden Flüstern klang wie ein Schuss.

Dann lachten sie.

Knopf bekam eine Wurst. Er nahm sie an, verzieh aber erst am nächsten Tag.

Auf der MURMEL heißt es seitdem, wenn irgendwo Ruhe gebraucht wird: „Knopf-Alarm."

Dann setzt sich jemand hin und hält den Hund.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann sind sie noch heute leise, wenn es drauf ankommt.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was muss die MURMEL schaffen, um bei Nacht durch die Fahrrinne zu kommen?

    Zwei Sachen: kein Licht und kein Geräusch. Denn auf der Insel Hoog steht ein Wachturm, und die Rinne ist an der engsten Stelle nur vierzig Meter breit.

  2. 2Wie bereitet sich die Mannschaft am Nachmittag vorher vor?

    Sie wickelt alles ein, was klappern kann: Die Ankerkette bekommt eine Decke, die Töpfe aus der Kombüse kommen in einen Sack, und jeder einzelne Block wird geölt, bis keiner mehr quietscht. Die Stiefel bleiben unten, alle laufen barfuß.

  3. 3Wie sagt der Matrose vorn, wie tief das Wasser ist?

    Er steht mit dem Lot am Bug und gibt die Tiefe mit den Fingern an, weil man Zahlen nicht rufen darf. Der Steuermann korrigiert dann in winzigen Schritten.

  4. 4Was passiert, als der Schiffshund Knopf aufsteht?

    Drüben am Ufer bewegt sich etwas Weißes, vermutlich ein Schaf. Knopf geht an die Reling, hebt den Kopf und holt Luft, und genau da hebt ihn der Koch hoch, dreht ihn um und drückt ihm das Gesicht in seinen Pullover.

  5. 5Was macht die Mannschaft, als sie durch ist?

    Erst als der Wachturm hinter der Landzunge verschwunden ist, sagt jemand etwas in normaler Lautstärke, und alle erschrecken, weil es nach vier Stunden Flüstern klingt wie ein Schuss. Dann lachen sie, und Knopf bekommt eine Wurst.

Wörter aus der Geschichte

Fahrrinne
der tiefe Streifen Wasser, auf dem Schiffe fahren können
Ebbe
wenn das Meer sich zurückzieht und der Boden aus dem Wasser schaut
Kombüse
die Küche auf einem Schiff
Lot
ein Gewicht an einer Schnur, mit dem man misst, wie tief das Wasser ist
Reling
das Geländer außen am Schiff, damit niemand ins Wasser fällt

Zum Weitererzählen

  • Warum ist Flüstern manchmal aufregender als Rufen?
  • Vier Stunden lang kein Geräusch machen: Wie lange würdest du das schaffen?
  • Knopf ist hinterher beleidigt und verzeiht erst am nächsten Tag. Kannst du ihn verstehen?
  • Wenn du auf der MURMEL wärst: Welche Aufgabe würdest du in dieser Nacht übernehmen?
Weil hier Piraten vorkommen

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten, die von Absatz zu Absatz leiser werden — genau darum geht es ja. Es kommt kein Kampf vor, niemand wird entdeckt, und der einzige Zwischenfall ist ein Hund.

Warum „Das Piratenschiff, das leise sein musste" zum Einschlafen passt

Die Geschichte lässt sich gut immer leiser vorlesen — viele Kinder machen dabei automatisch mit und flüstern am Ende selbst.

Es gibt keine Verfolgung und keine Entdeckung. Die Spannung besteht nur darin, ob es still bleibt.

Wenn „Das Piratenschiff, das leise sein musste" gefallen hat

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Und wenn ein Buch daraus werden soll: In Band 6 von Ritter Emil & Zauberer Henry geht es zu den Piraten.

Häufige Fragen zu Das Piratenschiff, das leise sein musste

Worum geht es in „Das Piratenschiff, das leise sein musste"?

Die MURMEL muss bei Nacht an einem Wachturm vorbei durch eine enge Fahrrinne – vier Stunden lang ohne ein einziges Geräusch. Beinahe verrät sie der Schiffshund.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Kommt ein Kampf vor?

Nein. Es wird niemand entdeckt und niemand verfolgt.

Eignet sie sich zum leisen Vorlesen?

Sehr gut. Sie wird von selbst immer leiser, und Kinder machen oft mit.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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