Der Pirat, der nicht schwimmen konnte

Der Pirat, der nicht schwimmen konnte

Zusammenfassung: Käpt’n Bosco hat ein Schiff, einen Papagei und ein Geheimnis: Er kann nicht schwimmen. Als er es endlich zugibt, stellt sich heraus, dass er damit nicht allein ist.

Der Pirat, der nicht schwimmen konnte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
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Käpt’n Bosco hatte einen Dreispitz, einen Papagei und ein Schiff mit rotem Segel.

Was Käpt’n Bosco nicht hatte, war die Fähigkeit zu schwimmen.

Er hatte es nie gelernt. Und weil man das als Pirat schlecht zugeben kann, hatte er es einfach nie erwähnt. Vierzehn Jahre lang.

„Käpt’n“, sagte der Papagei eines Morgens, „da ist eine Insel.“ Bosco sah durch das Fernrohr. Eine Insel, klein und rund, mit genau einer Palme darauf. Und unter der Palme lag etwas Glänzendes.

„Schatz“, sagte Bosco.

„Schatz!“, rief der Papagei.
Fröhlicher runder Piratenkapitän mit Dreispitz und Papagei Sie fuhren näher. Und näher. Bis das Schiff nicht mehr näher konnte, weil das Wasser zu flach war.

„Ihr müsst hinüberschwimmen, Käpt’n“, sagte die Mannschaft. „Es sind nur zwanzig Meter.“

Bosco sah auf das Wasser. Es war blau und ruhig und sah überhaupt nicht gefährlich aus. Genau das war das Problem.

„Ich…“, sagte Bosco.

Alle warteten.

„Ich kann nicht schwimmen“, sagte Bosco.
Elf freundliche Piraten stehen zusammen an Deck Es wurde sehr still auf dem Schiff. So still, dass man die Wellen gegen den Rumpf klatschen hörte.

Dann sagte Mette, die kleinste in der Mannschaft: „Ich auch nicht.“ Und dann sagte der alte Jonas: „Ich auch nicht, ehrlich gesagt.“ Und dann sagte noch jemand: „Ich schon, aber nur mit den Füßen am Boden.“

Am Ende stellte sich heraus: Von elf Piraten konnten drei schwimmen. Alle anderen hatten es vierzehn Jahre lang für sich behalten.

Bosco fing an zu lachen. Er lachte so sehr, dass sein Dreispitz herunterfiel. „Wir sind die schlechtesten Piraten der Welt“, sagte er.

„Ja“, sagte Mette. „Aber wir haben ein Beiboot.“
Gemütliche Schiffskajüte bei Nacht mit einer großen goldenen Muschel Sie ruderten zur Insel. Alle elf, in einem Boot, das eigentlich für sechs gebaut war. Es war eng und ging langsam und sie stießen sich zweimal die Köpfe. Unter der Palme lag kein Schatz. Es lag eine große Muschel, die in der Sonne glänzte wie Gold.

Bosco hob sie auf und hielt sie sich ans Ohr.

„Was hörst du?“, fragte Mette.

„Das Meer“, sagte Bosco.

„Das Meer ist doch direkt da.“

„Ich weiß.“ Bosco gab ihr die Muschel. „Trotzdem.“

Mette hielt sie ans Ohr. Dann gab sie sie weiter. Und dann standen elf Piraten unter einer Palme und hörten reihum dem Meer zu, obwohl das Meer direkt vor ihnen lag.
Am Abend, zurück auf dem Schiff, beschlossen sie, dass Mette es zuerst lernen sollte. Schwimmen. Im flachen Wasser, wo man stehen kann. Bosco würde als Zweiter drankommen.

„Vielleicht“, sagte er.

„Bestimmt“, sagte Mette.

Dann setzten sie die Segel und fuhren weiter, und die Muschel lag in Boscos Kajüte auf dem Regal, wo er sie hören konnte, wenn es nachts sehr still wurde.

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