Der Pirat, der nicht schwimmen konnte

Der Pirat, der nicht schwimmen konnte

Zusammenfassung: Käpt’n Bosco hat ein Schiff, einen Papagei und ein Geheimnis: Er kann nicht schwimmen. Als er es endlich zugibt, stellt sich heraus, dass er damit nicht allein ist.

Der Pirat, der nicht schwimmen konnte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Geschichte

Käpt’n Bosco hatte einen Dreispitz, einen Papagei und ein Schiff mit rotem Segel.

Was Käpt’n Bosco nicht hatte, war die Fähigkeit zu schwimmen.

Er hatte es nie gelernt. Und weil man das als Pirat schlecht zugeben kann, hatte er es einfach nie erwähnt. Vierzehn Jahre lang.

„Käpt’n“, sagte der Papagei eines Morgens, „da ist eine Insel.“ Bosco sah durch das Fernrohr. Eine Insel, klein und rund, mit genau einer Palme darauf. Und unter der Palme lag etwas Glänzendes.

„Schatz“, sagte Bosco.

„Schatz!“, rief der Papagei.
Fröhlicher runder Piratenkapitän mit Dreispitz und Papagei Sie fuhren näher. Und näher. Bis das Schiff nicht mehr näher konnte, weil das Wasser zu flach war.

„Ihr müsst hinüberschwimmen, Käpt’n“, sagte die Mannschaft. „Es sind nur zwanzig Meter.“

Bosco sah auf das Wasser. Es war blau und ruhig und sah überhaupt nicht gefährlich aus. Genau das war das Problem.

„Ich…“, sagte Bosco.

Alle warteten.

„Ich kann nicht schwimmen“, sagte Bosco.
Elf freundliche Piraten stehen zusammen an Deck Es wurde sehr still auf dem Schiff. So still, dass man die Wellen gegen den Rumpf klatschen hörte.

Dann sagte Mette, die kleinste in der Mannschaft: „Ich auch nicht.“ Und dann sagte der alte Jonas: „Ich auch nicht, ehrlich gesagt.“ Und dann sagte noch jemand: „Ich schon, aber nur mit den Füßen am Boden.“

Am Ende stellte sich heraus: Von elf Piraten konnten drei schwimmen. Alle anderen hatten es vierzehn Jahre lang für sich behalten.

Bosco fing an zu lachen. Er lachte so sehr, dass sein Dreispitz herunterfiel. „Wir sind die schlechtesten Piraten der Welt“, sagte er.

„Ja“, sagte Mette. „Aber wir haben ein Beiboot.“
Gemütliche Schiffskajüte bei Nacht mit einer großen goldenen Muschel Sie ruderten zur Insel. Alle elf, in einem Boot, das eigentlich für sechs gebaut war. Es war eng und ging langsam und sie stießen sich zweimal die Köpfe. Unter der Palme lag kein Schatz. Es lag eine große Muschel, die in der Sonne glänzte wie Gold.

Bosco hob sie auf und hielt sie sich ans Ohr.

„Was hörst du?“, fragte Mette.

„Das Meer“, sagte Bosco.

„Das Meer ist doch direkt da.“

„Ich weiß.“ Bosco gab ihr die Muschel. „Trotzdem.“

Mette hielt sie ans Ohr. Dann gab sie sie weiter. Und dann standen elf Piraten unter einer Palme und hörten reihum dem Meer zu, obwohl das Meer direkt vor ihnen lag.
Am Abend, zurück auf dem Schiff, beschlossen sie, dass Mette es zuerst lernen sollte. Schwimmen. Im flachen Wasser, wo man stehen kann. Bosco würde als Zweiter drankommen.

„Vielleicht“, sagte er.

„Bestimmt“, sagte Mette.

Dann setzten sie die Segel und fuhren weiter, und die Muschel lag in Boscos Kajüte auf dem Regal, wo er sie hören konnte, wenn es nachts sehr still wurde.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was hat Käpt’n Bosco, und was hat er nicht?

    Er hat einen Dreispitz, einen Papagei und ein Schiff mit rotem Segel. Was er nicht hat, ist die Fähigkeit zu schwimmen — und weil man das als Pirat schlecht zugeben kann, hat er es vierzehn Jahre lang nie erwähnt.

  2. 2Warum kann das Schiff nicht bis zur Insel fahren?

    Irgendwann wurde das Wasser zu flach. Die Mannschaft sagt, der Käpt’n müsse hinüberschwimmen, es seien ja nur zwanzig Meter.

  3. 3Was passiert, als Bosco endlich sagt, dass er nicht schwimmen kann?

    Es wurde so still, dass man die Wellen gegen den Rumpf klatschen hörte. Dann sagte Mette, die Kleinste in der Mannschaft: „Ich auch nicht.“ Und dann der alte Jonas. Am Ende konnten von elf Piraten nur drei schwimmen.

  4. 4Wie kommen sie schließlich zur Insel?

    Mit dem Beiboot. Alle elf in einem Boot, das eigentlich für sechs gebaut war — eng, langsam, und zweimal stießen sie sich die Köpfe.

  5. 5Was liegt unter der Palme?

    Kein Schatz, sondern eine große Muschel, die in der Sonne glänzte wie Gold. Elf Piraten standen darunter und hörten reihum dem Meer zu, obwohl das Meer direkt vor ihnen lag.

Wörter aus der Geschichte

Dreispitz
ein alter Hut mit drei hochgeklappten Ecken, wie ihn Piraten tragen
Fernrohr
ein Rohr zum Durchschauen, mit dem Weites ganz nah aussieht
Beiboot
das kleine Ruderboot, das ein großes Schiff mitnimmt
Rumpf
der große Körper des Schiffes, der im Wasser liegt
Kajüte
der kleine Wohnraum auf einem Schiff, in dem man schläft

Zum Weitererzählen

  • Warum hat Bosco vierzehn Jahre lang nichts davon gesagt?
  • Wie fühlt es sich an, wenn jemand plötzlich sagt: „Ich auch nicht“?
  • Warum hört Bosco der Muschel zu, obwohl das Meer direkt vor ihm liegt?
  • Was kannst du noch nicht, würdest es aber gern lernen, und wer könnte es dir zeigen?
Weil hier Piraten vorkommen

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Der Pirat, der nicht schwimmen konnte vorlesen – so wird der Abend rund

Ein Pirat, der vierzehn Jahre lang verschweigt, dass er nicht schwimmen kann – das ist für Kinder, die selbst gerade Schwimmen lernen, ein Glücksfall. Die Geschichte macht kein Drama aus dem Zugeben, sondern zeigt, was danach passiert: Es ist leichter. Vier Minuten reichen für einen Abend, an dem nicht mehr viel geht. Käpt’n Bosco lässt sich beim Vorlesen wunderbar knurrig sprechen.

Warum „Der Pirat, der nicht schwimmen konnte" zum Einschlafen passt

Vier Minuten, keine Gefahr, kein Sturm – es wird niemand über Bord gehen. Die einzige Spannung ist die Frage, ob Bosco es sagt, und die löst sich in der Mitte.

Der Schluss ist außergewöhnlich leise für eine Piratengeschichte: Die Muschel liegt auf dem Regal in der Kajüte, „wo er sie hören konnte, wenn es nachts sehr still wurde". Genau dieses Bild eignet sich als letzter Satz.

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Häufige Fragen zu Der Pirat, der nicht schwimmen konnte

Worum geht es in „Der Pirat, der nicht schwimmen konnte"?

Käpt’n Bosco hat ein Schiff, einen Papagei und ein Geheimnis: Er kann nicht schwimmen. Als er es endlich zugibt, stellt sich heraus, dass er damit nicht allein ist.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa vier Minuten – eine unserer kürzesten Geschichten.

Ab welchem Alter eignet sie sich?

Ab etwa drei bis vier Jahren. Kurze Sätze, kein Sturm, keine Gefahr.

Für welche Kinder passt sie besonders?

Für Kinder, die gerade Schwimmen lernen oder sich davor drücken. Die Geschichte macht aus dem Zugeben keine Blamage, sondern eine Erleichterung.

Ist sie für den Abend geeignet?

Ja, sehr. Sie endet ungewöhnlich leise für eine Piratengeschichte – mit einer Muschel im Regal, die man nachts hören kann.

Gibt es die Geschichte als PDF?

Ja, kostenlos und ohne Anmeldung unter der Geschichte.

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