Der Roboter, der allein auf dem Mars war

Der Roboter, der allein auf dem Mars war

Zusammenfassung: „Der Roboter, der allein auf dem Mars war" in drei Sätzen

Ein Rover landet auf dem Mars und soll dort neunzig Tage lang fahren und Steine anschauen.

Er fährt fünfzehn Jahre.

Am Ende kommt ein Staubsturm, und die Leute auf der Erde bekommen eine letzte Nachricht, die nur aus zwei Messwerten besteht.

Der Roboter, der allein auf dem Mars war – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 8 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Der Rover hieß offiziell MER-B.

Alle nannten ihn Opportunity, weil das der Name war, den ein Kind aus Arizona in einem Wettbewerb vorgeschlagen hatte.

Er war ungefähr so groß wie ein Golfwagen, hatte sechs Räder, zwei Kameras auf einem Mast und einen Arm mit Werkzeugen daran.

Am 25. Januar 2004 landete er auf dem Mars, in einem Ballon aus Airbags, der zwölfmal aufsprang, bevor er liegen blieb.

Als die Airbags aufgingen, stand Opportunity zufällig direkt in einem kleinen Krater, in dessen Wand Gestein lag, das man auf dem Mars vorher noch nie gesehen hatte.

Die Leute auf der Erde nannten das später ein Hole-in-One.

Es gab damals noch einen zweiten Rover, Spirit, der drei Wochen vorher auf der anderen Seite des Planeten gelandet war. Die beiden haben sich nie gesehen und nie miteinander geredet, weil Rover so etwas nicht tun. Trotzdem hat man auf der Erde immer von den Zwillingen gesprochen.

Spirit hielt sechs Jahre. Auch das war deutlich länger als geplant.
Opportunity landet mitten in einem kleinen Krater Der Auftrag lautete: neunzig Tage.

So lange sollte er halten. Danach, dachte man, würde der Staub die Solarzellen bedecken, der Strom weniger werden und der Rover irgendwann nicht mehr aufwachen.

Nach neunzig Tagen fuhr Opportunity weiter.

Nach einem Jahr auch.

Nach fünf Jahren fuhr er immer noch, und die Leute im Kontrollzentrum hatten sich längst daran gewöhnt, morgens zu schauen, was er in der Nacht gemacht hatte.

Der Staub kam übrigens tatsächlich. Er legte sich auf die Solarzellen, und der Strom wurde weniger.

Und dann kam Wind und blies ihn wieder weg.

Das hatte niemand eingeplant. Es passierte einfach immer wieder.

Im Kontrollzentrum nannten sie es Reinigungsereignis. Es war der einzige Punkt in der ganzen Mission, an dem der Mars regelmäßig geholfen hat.
Das Kontrollzentrum auf der Erde Er hatte auch Probleme.

Ein Vorderrad blockierte nach vier Jahren. Danach fuhr Opportunity rückwärts, weil das mit einem blockierten Rad besser geht, und zog dabei eine Spur durch den Sand, die auf den Fotos aussieht wie eine Schleifspur.

Ein Arm-Gelenk fiel aus. Danach hielt er den Arm immer ausgestreckt, weil er ihn sonst nicht mehr hätte bewegen können.

Ein Speicherfehler ließ ihn manchmal vergessen, was er am Vortag getan hatte. Die Leute auf der Erde schalteten den betroffenen Speicherteil ab und schickten die Anweisungen jeden Morgen neu.

Einmal blieb er in weichem Sand stecken, fünf Wochen lang.

Sie bauten auf der Erde eine Kiste mit demselben Sand nach, stellten ein baugleiches Modell hinein und probierten wochenlang aus, wie man da wieder rauskommt. Dann schickten sie die Lösung nach oben.

Es funktionierte.
Rückwärtsfahren mit blockiertem Vorderrad Insgesamt ist Opportunity fünfundvierzig Kilometer gefahren.

Das klingt nach nichts. Es sind ungefähr zwei Stunden mit dem Fahrrad.

Auf dem Mars sind es fünfzehn Jahre, weil ein Rover langsamer fährt als ein Fußgänger, weil er nur bei Tageslicht fahren darf, weil jedes Kommando elf Minuten braucht, bis es ankommt, und weil man nicht einfach losfährt, wenn niemand vor Ort nachschauen kann, ob da ein Loch ist.

Er hat in dieser Zeit dreihunderttausend Fotos gemacht.

Auf sehr vielen davon ist Sand. Auf einigen sind Steine. Auf ein paar wenigen ist etwas zu sehen, das die Fachleute wochenlang beschäftigt hat, zum Beispiel kleine graue Kügelchen im Boden, die sie Blaubeeren nannten und die nur entstehen können, wenn Wasser im Spiel war.

Er hat nachgewiesen, dass auf dem Mars früher Wasser war — flüssiges Wasser, das gestanden hat, mit Wellen und allem.

Und er hat einen Krater umrundet, der so groß ist wie eine Stadt, und dabei elf Jahre gebraucht.
Der Sandkasten-Nachbau auf der Erde Sie haben acht Monate lang gerufen.

Das Kontrollzentrum schickte über tausend Befehle nach oben, jeden Tag, für den Fall, dass er doch noch einmal aufwacht, wenn der Staub sich legt.

Am 13. Februar 2019 machten sie es zum letzten Mal.

Es war spät abends. Im Raum standen mehr Leute als sonst, auch welche, die seit fünfzehn Jahren nicht mehr an dem Projekt arbeiteten und extra gekommen waren.

Sie schickten den letzten Befehl.

Es kam keine Antwort.

Dann spielten sie im Kontrollzentrum ein Lied ab, das sie sich vorher ausgesucht hatten, und danach gingen alle nach Hause.

Opportunity steht heute im Perseverance Valley auf dem Mars, mit ausgestrecktem Arm und blockiertem Vorderrad, unter einer dünnen Schicht Staub.

Er wird da noch sehr lange stehen, weil es auf dem Mars keinen Regen gibt, der etwas wegspült, und nichts, was rostet.

Und wenn wir nicht gestorben sind, dann steht er noch heute da.
Der Staubsturm verdunkelt den Mars Die Moral von „Der Roboter, der allein auf dem Mars war"

Alles in dieser Geschichte ist passiert. Die neunzig Tage, die fünfzehn Jahre, das blockierte Rad, der Sand, der Sturm und die letzte Nachricht.

Opportunity war eine Maschine und hat nichts gefühlt. Das ist wichtig zu sagen, sonst wird die Geschichte falsch.

Traurig sind Menschen — die Leute im Kontrollzentrum, die fünfzehn Jahre lang jeden Morgen nachgeschaut haben, was er in der Nacht gemacht hat.

Für Kinder ab sechs ist das eine gute erste Begegnung mit dieser Art von Trauer: Man kann etwas vermissen, das nie gelebt hat, und es ist trotzdem echt.
Opportunity im Perseverance Valley Im Juni 2018 kam der Sturm.

Staubstürme auf dem Mars sind nicht wie Stürme bei uns. Die Luft ist so dünn, dass der Wind kaum Kraft hat — er weht einen nicht um. Aber er hebt sehr feinen Staub auf, und wenn er lange genug weht, hängt der Staub über dem halben Planeten.

Es wurde dunkel.

Nicht abends-dunkel. Tagsüber-dunkel, wochenlang.

Und ein Rover, der Strom aus Sonnenlicht macht, hat dann keinen Strom mehr.

Am 10. Juni 2018 schickte Opportunity seine letzte Nachricht.

Sie bestand aus zwei Messwerten: wie viel Strom noch da war, und wie dunkel es gerade war.

Sehr wenig. Sehr dunkel.

Vorher hatte er noch etwas gesendet, das sich sinngemäß so übersetzen lässt, wie es die Leute im Kontrollzentrum untereinander übersetzt haben: Meine Batterie ist fast leer, und es wird dunkel.

Er hat das natürlich nicht so formuliert. Rover formulieren nichts. Es waren zwei Zahlen.

Dann war Funkstille.
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Acht Minuten, die am Ende traurig sind. Es kommt niemand zu Schaden — es geht eine Maschine aus, und die Geschichte sagt ausdrücklich, dass die Maschine nichts gefühlt hat.

Schwierige Wörter kurz erklärt

  • Rover – ein Fahrzeug, das auf einem fremden Planeten herumfährt
  • Solarzelle – eine Platte, die aus Sonnenlicht Strom macht
  • Krater – die runde Vertiefung, die ein Einschlag hinterlässt
  • Kontrollzentrum – der Ort auf der Erde, von dem aus ein Raumfahrzeug gesteuert wird
  • Funkstille – wenn keine Nachrichten mehr kommen

Fragen zum Weitererzählen

  • Warum hat Opportunity fünfzehn Jahre gehalten statt neunzig Tage?
  • Warum dauert es so lange, fünfundvierzig Kilometer zu fahren?
  • Warum waren die Leute im Kontrollzentrum traurig, obwohl es eine Maschine war?

Warum „Der Roboter, der allein auf dem Mars war" zum Einschlafen passt

Das ist eine wahre Geschichte, und sie hat ein trauriges Ende. Bei empfindsamen Kindern lohnt es sich, vorher zu sagen, dass der Rover am Ende ausgeht — dann ist es kein Schreck, sondern eine Geschichte, auf die man vorbereitet ist.

Der letzte Absatz ist ausdrücklich ruhig: ein Fahrzeug, das still in einem Tal steht. Manche Kinder finden das tröstlich, weil er eben nicht verschwindet.

Wenn „Der Roboter, der allein auf dem Mars war" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Der Roboter, der allein auf dem Mars war

Worum geht es in „Der Roboter, der allein auf dem Mars war"?

Um den Mars-Rover Opportunity, der neunzig Tage lang fahren sollte und fünfzehn Jahre lang gefahren ist – bis ihn 2018 ein Staubsturm abschnitt.

Ist die Geschichte wahr?

Ja, vollständig. Die Landung, das blockierte Rad, der Sandkasten auf der Erde, der Sturm und die letzte Nachricht sind alle so passiert.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa sechs Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund acht Minuten.

Ist das Ende traurig?

Ja. Der Rover geht am Ende aus. Die Geschichte sagt aber deutlich, dass eine Maschine nichts fühlt – traurig sind die Menschen.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Das PDF ja, kostenlos und ohne Anmeldung. Die Hörfassung entsteht gerade – bei den älteren Geschichten steht der Abspieler schon unter dem Text.

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