Der Schneemann, der bleiben wollte

Der Schneemann, der bleiben wollte

Zusammenfassung: Jaro und Ida bauen Herrn Winter und wollen ihn behalten. Sie tragen Schnee heran, stellen einen Sonnenschirm auf — und lernen, dass manches fertig sein darf.

Der Schneemann, der bleiben wollte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Geschichte

Am ersten Tag der Winterferien bauten Jaro und seine Schwester Ida einen Schneemann.

Er wurde ziemlich gut. Er hatte drei Kugeln, eine Möhre, zwei Kohlestücke und einen Schal, den Ida eigentlich nicht hätte hergeben dürfen. „Er braucht einen Namen“, sagte Ida.

„Herr Winter“, sagte Jaro.

So hieß er dann.

Herr Winter stand im Garten und sah zum Küchenfenster. Jaro und Ida winkten ihm jeden Morgen. Herr Winter winkte nicht zurück, weil Schneemänner das nicht können, aber sie waren sich ziemlich sicher, dass er es wollte.
Junge und jüngeres Mädchen in Wintermänteln und Wollmützen im Garten Dann wurde es wärmer.

Zuerst merkte man es kaum. Dann rutschte die Möhre ein Stück nach unten. Dann wurde die unterste Kugel an einer Seite flach.

„Er wird kleiner“, sagte Ida.

„Ich weiß“, sagte Jaro.

Sie trugen Schnee aus dem hinteren Garten heran und klebten ihn an. Das half einen halben Tag.
Sonnenschirm über einem schmelzenden Schneemann im Garten Sie stellten einen Sonnenschirm auf. Das half einen ganzen Tag. Sie überlegten, ihn in den Gefrierschrank zu tun, aber er passte nicht einmal annähernd hinein.

Am fünften Tag setzten sie sich zu ihm in den Garten. Herr Winter war jetzt ungefähr so groß wie Ida. Der Schal hing schief.
Runder Fleck im Gras mit einer dünnen Schneeschicht und einer Möhre „Vielleicht will er gar nicht bleiben“, sagte Ida.

Jaro sah sie an.

„Vielleicht“, sagte Ida, „ist er einfach fertig.“

Sie saßen eine Weile im nassen Gras.

Dann holte Jaro die Kamera vom Regal im Flur und machte ein Foto. Nur eines. Ida stand links, er stand rechts, und Herr Winter stand in der Mitte und war nur noch halb so groß wie am Anfang.

Am siebten Tag war er weg.

Auf dem Rasen war ein runder Fleck, wo das Gras platter war als überall sonst. Die Möhre lag daneben. Der Schal auch, ziemlich nass.

Ida hängte den Schal über die Heizung.
Abends legten sie das Foto auf den Küchentisch und sahen es sich an. „Nächsten Winter bauen wir ihn wieder“, sagte Jaro.

„Dann ist es aber nicht derselbe.“

„Doch“, sagte Jaro. „Wenn wir ihn wieder Herr Winter nennen, dann schon.“ Ida dachte darüber nach. Es klang nicht ganz richtig und auch nicht ganz falsch.

In dieser Nacht schneite es wieder. Nur ein bisschen. Nicht genug für einen Schneemann.

Aber am Morgen lag auf dem runden Fleck im Gras eine dünne weiße Schicht, genau in der Form, wo Herr Winter gestanden hatte.

Ida sah es zuerst.

„Guck mal“, sagte sie. „Er war noch mal da.“

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Woraus besteht Herr Winter, als Jaro und Ida ihn fertig gebaut haben?

    Aus drei Kugeln, einer Möhre, zwei Kohlestücken und einem Schal, den Ida eigentlich nicht hätte hergeben dürfen. Und weil ein Schneemann auch einen Namen braucht, heißt er ab da Herr Winter.

  2. 2Woran merken die beiden zuerst, dass es wärmer wird?

    Zuerst merkt man es kaum. Dann rutscht die Möhre ein Stück nach unten, und die unterste Kugel wird an einer Seite ganz flach.

  3. 3Was probieren Jaro und Ida alles, damit Herr Winter bleiben kann?

    Sie tragen Schnee aus dem hinteren Garten heran und kleben ihn an — das hilft einen halben Tag. Dann stellen sie einen Sonnenschirm auf, das hilft einen ganzen Tag. Und in den Gefrierschrank passt er nicht einmal annähernd hinein.

  4. 4Was sagt Ida am fünften Tag, als sie im nassen Gras neben Herrn Winter sitzen?

    Erst sagt sie: „Vielleicht will er gar nicht bleiben.“ Und dann, nach einer Weile: „Vielleicht ist er einfach fertig.“ Jaro holt danach die Kamera und macht ein einziges Foto von ihnen dreien.

  5. 5Was entdeckt Ida am Morgen nach der Nacht, in der es wieder geschneit hat?

    Auf dem runden Fleck im Gras liegt eine dünne weiße Schicht, genau in der Form, wo Herr Winter gestanden hatte. „Guck mal“, sagt sie, „er war noch mal da.“

Wörter aus der Geschichte

Winterferien
die freien Tage im Winter, an denen kein Kind zur Schule muss
Kohlestücke
kleine schwarze Brocken, die man zum Feuermachen nimmt — hier sind es die Augen
Sonnenschirm
ein großer Schirm, der Schatten macht, statt vor Regen zu schützen
Gefrierschrank
ein Schrank in der Küche, in dem es so kalt ist, dass nichts schmilzt
Flur
der Gang im Haus, von dem die Zimmertüren abgehen

Zum Weitererzählen

  • Jaro sagt, nächsten Winter sei es derselbe Schneemann, wenn sie ihn wieder Herr Winter nennen. Ida ist sich nicht sicher — wie siehst du das?
  • Herr Winter kann gar nicht zurückwinken, und trotzdem winken ihm die beiden jeden Morgen. Wie kommt das wohl?
  • Warum machen Jaro und Ida wohl nur ein einziges Foto und nicht zwanzig?
  • Wenn du einen Schneemann bauen würdest — wie würde er heißen, und was würdest du ihm mitgeben?
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Der Schneemann, der bleiben wollte vorlesen – so wird der Abend rund

Diese Geschichte handelt vom Abschiednehmen, und sie tut es ohne Trost-Floskeln. Jaro und Ida kämpfen mit Schnee und Sonnenschirm gegen das Tauen und verlieren – und trotzdem endet sie freundlich. Wenn bei Ihnen gerade etwas zu Ende geht, ist das die passende Geschichte. Drei Minuten, sehr kurze Sätze. Der letzte Absatz mit dem weißen Fleck im Gras verdient eine kleine Pause davor.

Warum „Der Schneemann, der bleiben wollte" zum Einschlafen passt

Drei Minuten, keine Gefahr, kein Streit – nur ein kleiner Verlust und ein leiser Trost. Das ist die ruhigste Bauart, die eine Geschichte haben kann.

Der Schluss ist ein Bild, kein Satz: Am Morgen liegt eine dünne weiße Schicht genau dort, wo Herr Winter stand. Das reicht vollkommen – man muss es nicht erklären, und Kinder erklären es sich selbst.

Wenn „Der Schneemann, der bleiben wollte" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Der Schneemann, der bleiben wollte

Worum geht es in „Der Schneemann, der bleiben wollte"?

Jaro und Ida bauen Herrn Winter und wollen ihn behalten. Sie tragen Schnee heran und stellen einen Sonnenschirm auf – und lernen, dass manches fertig sein darf.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa drei Minuten.

Ist die Geschichte traurig?

Sie handelt vom Abschiednehmen, endet aber freundlich: Am nächsten Morgen liegt genau dort wieder eine dünne weiße Schicht.

Ab welchem Alter eignet sie sich?

Ab etwa drei bis vier Jahren. Kurze Sätze, kein Streit, keine Gefahr.

Wann passt sie besonders?

Wenn bei Ihnen gerade etwas zu Ende geht – die Geschichte kommt ohne Trostfloskeln aus.

Gibt es die Geschichte als PDF?

Ja, kostenlos unter der Geschichte, ohne Anmeldung.

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