Der Schneemann, der bleiben wollte

Der Schneemann, der bleiben wollte

Zusammenfassung: Jaro und Ida bauen Herrn Winter und wollen ihn behalten. Sie tragen Schnee heran, stellen einen Sonnenschirm auf — und lernen, dass manches fertig sein darf.

Der Schneemann, der bleiben wollte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Am ersten Tag der Winterferien bauten Jaro und seine Schwester Ida einen Schneemann.

Er wurde ziemlich gut. Er hatte drei Kugeln, eine Möhre, zwei Kohlestücke und einen Schal, den Ida eigentlich nicht hätte hergeben dürfen. „Er braucht einen Namen“, sagte Ida.

„Herr Winter“, sagte Jaro.

So hieß er dann.

Herr Winter stand im Garten und sah zum Küchenfenster. Jaro und Ida winkten ihm jeden Morgen. Herr Winter winkte nicht zurück, weil Schneemänner das nicht können, aber sie waren sich ziemlich sicher, dass er es wollte.
Junge und jüngeres Mädchen in Wintermänteln und Wollmützen im Garten Dann wurde es wärmer.

Zuerst merkte man es kaum. Dann rutschte die Möhre ein Stück nach unten. Dann wurde die unterste Kugel an einer Seite flach.

„Er wird kleiner“, sagte Ida.

„Ich weiß“, sagte Jaro.

Sie trugen Schnee aus dem hinteren Garten heran und klebten ihn an. Das half einen halben Tag.
Sonnenschirm über einem schmelzenden Schneemann im Garten Sie stellten einen Sonnenschirm auf. Das half einen ganzen Tag. Sie überlegten, ihn in den Gefrierschrank zu tun, aber er passte nicht einmal annähernd hinein.

Am fünften Tag setzten sie sich zu ihm in den Garten. Herr Winter war jetzt ungefähr so groß wie Ida. Der Schal hing schief.
Runder Fleck im Gras mit einer dünnen Schneeschicht und einer Möhre „Vielleicht will er gar nicht bleiben“, sagte Ida.

Jaro sah sie an.

„Vielleicht“, sagte Ida, „ist er einfach fertig.“

Sie saßen eine Weile im nassen Gras.

Dann holte Jaro die Kamera vom Regal im Flur und machte ein Foto. Nur eines. Ida stand links, er stand rechts, und Herr Winter stand in der Mitte und war nur noch halb so groß wie am Anfang.

Am siebten Tag war er weg.

Auf dem Rasen war ein runder Fleck, wo das Gras platter war als überall sonst. Die Möhre lag daneben. Der Schal auch, ziemlich nass.

Ida hängte den Schal über die Heizung.
Abends legten sie das Foto auf den Küchentisch und sahen es sich an. „Nächsten Winter bauen wir ihn wieder“, sagte Jaro.

„Dann ist es aber nicht derselbe.“

„Doch“, sagte Jaro. „Wenn wir ihn wieder Herr Winter nennen, dann schon.“ Ida dachte darüber nach. Es klang nicht ganz richtig und auch nicht ganz falsch.

In dieser Nacht schneite es wieder. Nur ein bisschen. Nicht genug für einen Schneemann.

Aber am Morgen lag auf dem runden Fleck im Gras eine dünne weiße Schicht, genau in der Form, wo Herr Winter gestanden hatte.

Ida sah es zuerst.

„Guck mal“, sagte sie. „Er war noch mal da.“

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