Die Astronautin und die verlorene Socke

Die Astronautin und die verlorene Socke

Zusammenfassung: „Die Astronautin und die verlorene Socke" in drei Sätzen

Auf der Raumstation verliert die Astronautin Ida eine Socke, und weil nichts herunterfällt, ist sie einfach weg.

Die ganze Besatzung sucht sie sechs Wochen lang nicht, weil es Wichtigeres gibt.

Dann kommt sie von allein zurück, und der Grund dafür ist ein Ventilator.

Die Astronautin und die verlorene Socke – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Auf der Raumstation verliert man dauernd Sachen.

Das liegt daran, dass nichts herunterfällt.

Auf der Erde ist ein verlorener Gegenstand irgendwo unten: unter dem Sofa, hinter dem Schrank, im Fußraum vom Auto. Man weiß also, wo man suchen muss, auch wenn man keine Lust hat.

Im Weltall gibt es kein Unten.

Ein Bleistift, den man loslässt, bleibt genau da. Wenn man ihn versehentlich anstößt, fliegt er in eine Richtung — irgendeine — und fliegt weiter, bis er irgendwo anstößt, und dann fliegt er wieder.

Deshalb ist auf der Raumstation fast alles festgemacht. Es gibt Klettband an den Wänden, Gummibänder, Netze, Clips und Taschen mit Reißverschluss. Wer etwas in die Hand nimmt, überlegt vorher, wohin er es gleich tut.

Das klappt trotzdem nicht immer, weil Menschen Menschen sind.
Auf der Raumstation schwebt alles herum Ida verlor ihre Socke an einem Dienstag.

Sie hatte sie ausgezogen, weil man auf der Raumstation Socken oft mehrere Tage trägt und diese hier fertig war, und sie wollte sie in den Müllbeutel stecken.

Dann kam ein Anruf von unten.

Ida drehte sich um, und dabei rutschte ihr die Socke aus der Hand.

Als sie zwei Minuten später wieder hinschaute, war die Socke nicht mehr da.

Sie schaute in dem Modul herum. Man kann dabei nicht einfach den Boden absuchen, weil es keinen gibt — man muss in alle sechs Richtungen schauen, auch nach oben und hinter sich.

Sie schaute in dem Modul nebenan.

Dann hatte sie zu tun, weil auf einer Raumstation eigentlich immer jemand zu tun hat, und sie dachte: Kommt schon wieder.
Die Socke rutscht Ida aus der Hand Es gibt auf der Raumstation eine ungeschriebene Regel für verlorene Sachen.

Sie lautet: Warte.

Die Station ist zwar groß, aber sie hat ein Belüftungssystem, das die Luft ständig umwälzt, damit sich das ausgeatmete Kohlendioxid nicht sammelt. Die Luft bewegt sich also immer in eine bestimmte Richtung.

Und alles, was frei schwebt, wird von dieser Luftströmung mitgenommen.

Am Ende landet es an einem der großen Filtergitter.

Die Gitter werden regelmäßig gereinigt.

Und dabei findet man dann: Stifte, Kabelbinder, eine Kontaktlinse, eine erstaunliche Menge Krümel und gelegentlich Socken.

Es gibt Astronauten, die erzählen, dass sie beim Filterreinigen Sachen gefunden haben, die schon vor ihrer Ankunft vermisst wurden. Eine Uhr. Ein Werkzeug. Ein Löffel, den ein Kollege vier Monate vorher gesucht hatte.

Die Station vergisst nichts. Sie braucht nur manchmal.
Die Socke treibt durch das Modul Bei Ida dauerte es sechs Wochen.

Der Grund war, dass die Socke sich zwischendurch hinter einem Gepäckstück verhakt hatte, wo keine Strömung hinkommt, und dort einfach hing.

Dann räumte jemand das Gepäckstück um.

Zwei Tage später fand die Kommandantin die Socke am Filtergitter im Modul Node 2 und hielt sie hoch.

„Wem?"

„Meine", sagte Ida.

Sie hat sie behalten, obwohl sie sie eigentlich hatte wegwerfen wollen, und sie liegt heute bei ihr zu Hause in einer Schublade.

Ihre Tochter fragt manchmal, warum eine ziemlich alte Socke in der Schublade liegt.

Dann erzählt Ida das mit den Filtergittern.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann schweben da oben noch heute Sachen herum.
Am Filtergitter sammelt sich alles Die Kommandantin hält die Socke hoch Die Moral von „Die Astronautin und die verlorene Socke"

Diese Geschichte hat ein Problem, das sich von allein löst, und zwar durch etwas, das die ganze Zeit im Hintergrund läuft: die Belüftung.

Für Kinder ist der interessanteste Teil, dass es im Weltall kein Unten gibt und dass deshalb Suchen nicht funktioniert, Warten aber schon.

Und das mit den Krümeln am Filtergitter merken sich erfahrungsgemäß alle.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Warum verliert man auf einer Raumstation dauernd Sachen?

    Weil nichts herunterfällt. Auf der Erde liegt ein verlorener Gegenstand irgendwo unten, unter dem Sofa oder hinter dem Schrank. Im Weltall gibt es kein Unten — ein angestoßener Bleistift fliegt einfach weiter, bis er irgendwo anstößt.

  2. 2Wie geht Ida ihre Socke verloren?

    Sie hatte sie ausgezogen und wollte sie in den Müllbeutel stecken. Da kam ein Anruf von unten, Ida drehte sich um, und dabei rutschte ihr die Socke aus der Hand. Zwei Minuten später war sie nicht mehr da.

  3. 3Wie lautet die ungeschriebene Regel für verlorene Sachen, und warum funktioniert sie?

    Sie lautet: Warte. Die Station wälzt die Luft ständig um, damit sich kein Kohlendioxid sammelt, und alles, was frei schwebt, wird von dieser Strömung mitgenommen. Am Ende landet es an einem der großen Filtergitter.

  4. 4Warum dauert es bei Ida trotzdem sechs Wochen?

    Die Socke hatte sich hinter einem Gepäckstück verhakt, wo keine Strömung hinkommt, und hing dort einfach. Erst als jemand das Gepäckstück umräumte, kam sie wieder frei.

  5. 5Wie taucht die Socke am Ende wieder auf?

    Zwei Tage später findet die Kommandantin sie am Filtergitter im Modul Node 2 und hält sie hoch: „Wem?“ — „Meine“, sagt Ida. Weggeworfen hat sie sie dann doch nicht; die Socke liegt heute bei ihr zu Hause in einer Schublade.

Wörter aus der Geschichte

Raumstation
ein Haus im Weltall, in dem Menschen wohnen und arbeiten
Belüftungssystem
die Rohre und Ventilatoren, die überall frische Luft hinbringen
Kohlendioxid
das Gas, das Menschen ausatmen und das sich nicht ansammeln darf
Filtergitter
ein Gitter, an dem die Luft gereinigt wird und an dem alles hängen bleibt
Kommandantin
die Frau, die auf der Raumstation das Sagen hat

Zum Weitererzählen

  • Beim Filterreinigen findet man Stifte, eine Kontaktlinse und erstaunlich viele Krümel. Was würdest du dort am liebsten finden?
  • Auf der Station ist fast alles mit Klettband, Netzen und Clips festgemacht. Was müsste bei dir zu Hause festgemacht werden?
  • Idas Tochter fragt manchmal, warum eine ziemlich alte Socke in der Schublade liegt. Warum hebt man so etwas auf?
  • Wenn es in deinem Zimmer kein Unten gäbe — wie würdest du dann etwas Verlorenes suchen?
Wenn heute nach oben geschaut wurde

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten ohne jede Gefahr. Auf der Raumstation geht nichts kaputt und niemand ist in Not — es geht nur um eine Socke.

Warum „Die Astronautin und die verlorene Socke" zum Einschlafen passt

Die Geschichte ist eine Sachgeschichte mit Handlung. Alles Technische darin stimmt — auch die Regel „Warte" und die Krümel am Gitter.

Sie ist harmlos und lustig. Für einen ganz ruhigen Abschluss passt danach noch eine leisere Geschichte.

Wenn „Die Astronautin und die verlorene Socke" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Die Astronautin und die verlorene Socke

Worum geht es in „Die Astronautin und die verlorene Socke"?

Ida verliert auf der Raumstation eine Socke. Weil im Weltall nichts herunterfällt, ist sie einfach weg – bis die Belüftung sie sechs Wochen später ans Filtergitter trägt.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Stimmt das mit den Filtergittern?

Ja. Verlorene Gegenstände tauchen auf der Raumstation tatsächlich dort wieder auf.

Passiert etwas Gefährliches?

Nein. Es geht die ganze Geschichte über nur um eine Socke.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

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