Die Nacht der Sternschnuppen

Die Nacht der Sternschnuppen

Zusammenfassung: „Die Nacht der Sternschnuppen" in drei Sätzen

In der Nacht vom zwölften auf den dreizehnten August fährt Familie Bohn auf eine Wiese außerhalb des Dorfs, um Sternschnuppen zu schauen.

Sie liegen zwei Stunden auf Decken und sehen dreiundvierzig Stück.

Und die Geschichte erklärt nebenbei, was eine Sternschnuppe wirklich ist.

Die Nacht der Sternschnuppen – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 5 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Am zwölften August packte Familie Bohn Decken ins Auto.

Dazu: eine Thermoskanne, vier Mützen, obwohl es August war, und einen Sack Äpfel, den niemand brauchte und den der Vater immer mitnimmt.

Sie fuhren aus dem Dorf hinaus, drei Kilometer, bis dahin, wo keine Straßenlaterne mehr steht.

Auf einer abgemähten Wiese blieben sie stehen.

Es war halb elf.

Sie legten die Decken hin, legten sich darauf und schauten nach oben, was ungewohnt ist, weil man das sonst nie macht.
Decken und Thermoskanne kommen ins Auto Zuerst passierte nichts.

Das gehört dazu. Wer Sternschnuppen schauen will, muss zuerst ungefähr zwanzig Minuten lang gar nichts sehen, weil die Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen müssen.

Nach fünf Minuten sah man mehr Sterne als vorher.

Nach fünfzehn sah man die Milchstraße, ein blasser Streifen quer über den ganzen Himmel.

Nach achtzehn Minuten sagte Jella, die sieben war: „Da!"

Es war zu spät. Eine Sternschnuppe dauert weniger als eine Sekunde, und wer sie ansagt, hat sie schon verpasst.

Die anderen sahen nur den Rest des Satzes.

Danach sagte niemand mehr „da", sondern alle nur noch „oh", und das reichte auch.

Es gibt beim Sternschnuppenschauen eine bestimmte Sorte Streit, die sich nicht vermeiden lässt: Jemand hat eine gesehen, und der Nachbar auf der Decke hat genau in die andere Richtung geschaut. Man kann das lösen, indem alle in dieselbe Richtung schauen, aber dann sieht man insgesamt weniger.

Familie Bohn hat sich für mehr Sternschnuppen und mehr Streit entschieden.
Alle liegen auf der Wiese und schauen nach oben Der Vater erklärte zwischendurch, was das eigentlich ist.

Eine Sternschnuppe ist kein Stern. Sie ist ein Staubkorn.

Wirklich: ein Korn, meistens kleiner als ein Reiskorn, manchmal so groß wie ein Sandkorn.

Es fliegt seit Ewigkeiten durchs Weltall, und wenn die Erde auf ihrer Bahn durch eine Stelle fährt, an der viele davon herumfliegen, kommen sie in unsere Lufthülle.

Dort werden sie so schnell abgebremst, dass die Luft davor glüht.

Was man sieht, ist nicht das Korn. Es ist der glühende Streifen Luft dahinter.

Danach ist das Korn weg.

„Ein Staubkorn", sagte Jella.

„Ein Staubkorn."

„Und deswegen darf man sich was wünschen?"

„Angeblich."

Jella wünschte sich trotzdem etwas und hat nie verraten, was.

„Wo kommen die denn her?", fragte sie später.

„Meistens von Kometen", sagte ihr Vater. „Die verlieren unterwegs Staub, so wie ein Sandsack mit einem Loch. Und einmal im Jahr fährt die Erde durch die Stelle, wo der Staub liegt."

„Immer dieselbe Stelle?"

„Immer dieselbe. Deshalb weiß man vorher, wann es losgeht."

Das fand Jella fast noch besser als das Wünschen.
Die Milchstraße quer über den Himmel Sie zählten mit.

Bis Mitternacht waren es neunzehn. Bis halb eins dreiunddreißig. Um kurz nach eins dreiundvierzig.

Dann schlief der kleine Bruder ein, was auf einer Decke im August vollkommen in Ordnung ist.

Sie blieben trotzdem noch eine halbe Stunde.

In dieser halben Stunde kam eine, die anders war als alle anderen: langsamer, heller, und sie zerfiel am Ende in mehrere Stücke.

Niemand sagte etwas dazu.

Das ist bei den guten übrigens immer so. Für die kleinen sagt man „oh". Für eine wie diese sagt man erst mal nichts, und ungefähr eine halbe Minute später sagt jemand: „Habt ihr die gesehen?"

Dann packten sie ein, trugen den kleinen Bruder ins Auto und fuhren nach Hause.

Der Sack Äpfel kam ungeöffnet wieder in die Küche.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann fahren sie noch heute jedes Jahr am zwölften August raus.
Eine Sternschnuppe Jella fragt, was das eigentlich ist Nach eins wird eingepackt Die Moral von „Die Nacht der Sternschnuppen"

Diese Geschichte handelt vom Warten und davon, dass sich etwas lohnt, was zwanzig Minuten lang nach nichts aussieht.

Und sie erklärt nebenbei, was eine Sternschnuppe ist: kein Stern, sondern ein Staubkorn, das die Luft zum Glühen bringt.

Manche Kinder finden das ernüchternd. Die meisten finden es besser als vorher, weil es überprüfbar ist und weil ein Staubkorn, das man von der Erde aus sehen kann, immer noch eine erstaunliche Sache ist.

Und wünschen darf man sich trotzdem etwas.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was packt Familie Bohn am zwölften August ins Auto, und wohin fahren sie?

    Decken, eine Thermoskanne, vier Mützen, obwohl es August ist, und einen Sack Äpfel, den niemand braucht und den der Vater immer mitnimmt. Sie fahren drei Kilometer aus dem Dorf hinaus, bis dahin, wo keine Straßenlaterne mehr steht.

  2. 2Warum passiert am Anfang zwanzig Minuten lang gar nichts?

    Das gehört dazu. Die Augen müssen sich erst an die Dunkelheit gewöhnen — nach fünf Minuten sieht man mehr Sterne als vorher, nach fünfzehn die Milchstraße als blassen Streifen quer über den Himmel.

  3. 3Warum ärgert sich hinterher niemand mehr, wenn Jella „Da!“ ruft?

    Eine Sternschnuppe dauert weniger als eine Sekunde, und wer sie ansagt, hat sie schon verpasst. Die anderen sehen nur noch den Rest des Satzes. Danach sagt niemand mehr „da“, sondern alle nur noch „oh“, und das reicht auch.

  4. 4Was erklärt der Vater darüber, was eine Sternschnuppe wirklich ist?

    Sie ist gar kein Stern, sondern ein Staubkorn, meist kleiner als ein Reiskorn. Es wird in unserer Lufthülle so stark abgebremst, dass die Luft davor glüht — was man sieht, ist der glühende Streifen Luft, nicht das Korn. Danach ist das Korn weg.

  5. 5Was ist an der einen Sternschnuppe kurz nach eins so besonders?

    Sie ist langsamer und heller als alle anderen und zerfällt am Ende in mehrere Stücke. Niemand sagt sofort etwas dazu — erst eine halbe Minute später fragt jemand: „Habt ihr die gesehen?“

Wörter aus der Geschichte

Thermoskanne
eine Kanne, die Getränke lange warm hält
Milchstraße
der blasse helle Streifen am Nachthimmel, der aus unzähligen weit entfernten Sternen besteht
Lufthülle
die Luft, die rund um die ganze Erde liegt wie eine dicke Decke
Staubkorn
ein winziges Krümelchen, viel kleiner als ein Reiskorn
Kometen
riesige Brocken aus Eis und Staub, die weite Runden durchs Weltall ziehen und dabei Staub verlieren

Zum Weitererzählen

  • Jella hat sich etwas gewünscht und nie verraten, was. Findest du, man soll Wünsche für sich behalten?
  • Der Vater sagt, eine Sternschnuppe ist nur ein Staubkorn. Findest du das enttäuschend oder erstaunlich?
  • Familie Bohn hat sich für mehr Sternschnuppen und mehr Streit entschieden, weil alle in verschiedene Richtungen schauen. Hättest du es auch so gemacht?
  • Wenn du eine ganze Nacht draußen liegen und in den Himmel schauen dürftest — wen würdest du mitnehmen und was einpacken?
Wenn heute nach oben geschaut wurde

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Fünf Minuten ohne Handlung im üblichen Sinn: Eine Familie liegt auf einer Wiese und schaut nach oben. Es passiert nichts Aufregendes, und am Ende schläft jemand ein.

Warum „Die Nacht der Sternschnuppen" zum Einschlafen passt

Die beste Zeit für Sternschnuppen ist die Nacht vom 12. auf den 13. August. Wenn Sie das mit Ihrem Kind einmal machen wollen: warm anziehen, Decke mitnehmen, mindestens eine halbe Stunde einplanen.

Die Geschichte erklärt die Sache ehrlich und lässt das Wünschen trotzdem stehen. Beides passt gut zusammen und muss nicht aufgelöst werden.

Wenn „Die Nacht der Sternschnuppen" gefallen hat

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Und wenn ein Buch daraus werden soll: In Band 2 von Ritter Emil & Zauberer Henry geht es hoch hinaus.

Häufige Fragen zu Die Nacht der Sternschnuppen

Worum geht es in „Die Nacht der Sternschnuppen"?

Eine Familie fährt in der Nacht vom 12. auf den 13. August auf eine Wiese und schaut zwei Stunden lang Sternschnuppen – dreiundvierzig Stück.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund fünf Minuten.

Was ist eine Sternschnuppe wirklich?

Ein Staubkorn, meistens kleiner als ein Reiskorn, das in der Lufthülle so stark abgebremst wird, dass die Luft davor glüht.

Wann kann man das selbst sehen?

Am besten in der Nacht vom 12. auf den 13. August, weit weg von Straßenlaternen.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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