Die Insel, auf der nichts wuchs

Die Insel, auf der nichts wuchs

Zusammenfassung: „Die Insel, auf der nichts wuchs" in drei Sätzen

Die Mannschaft der ALTEN GRETE macht auf einer kahlen Felseninsel Rast, auf der außer Steinen nichts ist.

Der Schiffsjunge findet in einer Ritze eine einzige kleine Pflanze und beschließt, sie in Ruhe zu lassen.

Als das Schiff sieben Jahre später wieder vorbeikommt, sieht die Insel anders aus.

Die Insel, auf der nichts wuchs – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 5 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Die Insel hatte keinen Namen.

Sie war auf den Karten nur ein Punkt mit einer Zahl daneben, und die Zahl bedeutete, wie hoch sie ist: neunzehn Meter.

Sie bestand aus grauem Fels. Es gab keinen Baum, keinen Strauch, kein Gras. Es gab Möwen, aber die wohnten nicht dort, sie machten nur Pause.

Die ALTE GRETE ankerte davor, weil hinter der Insel der Wind wegblieb und man dort ruhig lag.

Die Mannschaft ging an Land, um sich die Beine zu vertreten, was auf neunzehn Metern Fels schnell erledigt ist.

Man kann diese Insel in elf Minuten umrunden. Zwei Matrosen machten daraus einen Wettlauf, was auf dem Untergrund keine gute Idee war, und einer hatte danach ein aufgeschlagenes Knie.
Die namenlose Felseninsel Der Schiffsjunge hieß Willem und war elf.

Er ging als Letzter und kam als Letzter zurück, weil er auf Inseln immer alles ansehen wollte, auch wenn es nichts anzusehen gab.

Auf der Nordseite, in einer Ritze im Fels, wo sich ein bisschen Sand und Möwendreck gesammelt hatten, wuchs etwas.

Es war klein. Ungefähr so groß wie ein Daumen. Grün, mit vier Blättern und einem Stängel, der schief stand, weil er offenbar Wind gewohnt war.

Willem hockte sich davor.

Er überlegte einen Moment, ob er sie mitnehmen soll — in einem Becher, mit etwas Erde, als Andenken.

Dann ließ er es.
Die ALTE GRETE ankert hinter der Insel Er hat es später einmal erklärt, ziemlich umständlich, weil er kein Mann für Erklärungen war.

Er sagte ungefähr: Wenn eine Pflanze auf einem Felsen wächst, auf dem sonst nichts wächst, dann hat sie das nicht zum Spaß gemacht. Sie hat die einzige Ritze gefunden, in der es geht. Und dann kommt einer mit einem Becher.

Also ließ er sie stehen.

Es fiel ihm schwerer, als man denkt. Elfjährige sammeln gern, und er hatte an Bord eine Kiste, in der eine Feder lag, ein Stück Bernstein und ein Zahn, von dem niemand wusste, von wem er war.

Er machte aber noch etwas.

Bevor er zurück zum Boot ging, sammelte er eine Handvoll Tang vom Ufer und legte ihn neben die Pflanze in die Ritze.

Tang verrottet und wird Erde. Das dauert.

Willem hatte Zeit, denn er hatte nicht vor, in nächster Zeit zu sterben.

Im Boot fragte ihn jemand, was er da hinten so lange gemacht habe.

„Nichts", sagte Willem, was fast stimmte.
Die einzige Pflanze in der Ritze Die ALTE GRETE kam sieben Jahre lang nicht mehr in diese Gegend.

Im achten Jahr kam sie.

Sie ankerte wieder hinter der Insel, aus demselben Grund wie damals, und die Mannschaft ging wieder an Land, um sich die Beine zu vertreten.

Willem war jetzt neunzehn und Matrose.

Er hatte in den acht Jahren nicht ständig an die Pflanze gedacht. Ehrlich gesagt hatte er sie ungefähr sieben Jahre lang komplett vergessen und sich erst wieder erinnert, als am Vorabend jemand den Namen der Gegend nannte.

Er ging auf die Nordseite.

Die Ritze war breiter geworden, weil Wasser und Frost so etwas machen. Darin lag dunkle Erde. Und darin standen nicht eine, sondern elf Pflanzen, und eine davon war so hoch wie eine Hand.

Ob das an dem Tang lag oder ob es sowieso passiert wäre, weiß niemand.

Willem hat sich nichts eingebildet.

Er hat sich nur hingehockt und ziemlich lange geschaut, so wie damals.

Und wenn er nicht gestorben ist, dann hockt er noch heute manchmal vor kleinen Pflanzen.
Willem hockt sich davor Acht Jahre später stehen elf Pflanzen dort Die Moral von „Die Insel, auf der nichts wuchs"

Willem tut fast nichts. Er nimmt die Pflanze nicht mit, und er legt eine Handvoll Tang daneben.

Ob das etwas bewirkt hat, sagt die Geschichte ausdrücklich nicht — und genau das macht sie ehrlich. Man weiß bei solchen Sachen selten, ob man geholfen hat.

Für Kinder ist der interessante Teil die Entscheidung am Anfang: etwas Schönes zu finden und es dort zu lassen, wo es ist. Das ist schwerer, als es klingt, und lohnt sich öfter, als man denkt.
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Fünf Minuten, in denen praktisch nichts passiert. Kein Konflikt, keine Gefahr, kein Bösewicht — die Geschichte besteht aus zwei Momenten, zwischen denen acht Jahre liegen.

Schwierige Wörter kurz erklärt

  • Tang – die Pflanzen, die im Meer wachsen und ans Ufer gespült werden
  • verrotten – langsam zerfallen und zu Erde werden
  • Ritze – ein schmaler Spalt, hier im Felsen
  • Möwe – ein weißgrauer Seevogel
  • Stängel – der dünne Stiel einer Pflanze

Fragen zum Weitererzählen

  • Warum nimmt Willem die Pflanze nicht mit?
  • Warum legt er Tang daneben?
  • Weiß man am Ende, ob das etwas gebracht hat?

Warum „Die Insel, auf der nichts wuchs" zum Einschlafen passt

Die Geschichte ist ausgesprochen ruhig und eignet sich für Abende, an denen nichts mehr passieren soll. Sie belehrt niemanden — Willem bildet sich am Ende ausdrücklich nichts ein.

Der Zeitsprung von acht Jahren ist für Kinder ab etwa vier gut nachvollziehbar, wenn man ihn beim Vorlesen kurz betont.

Wenn „Die Insel, auf der nichts wuchs" gefallen hat

Mehr davon unter Naturgeschichten für Kinder und Meergeschichten.

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Häufige Fragen zu Die Insel, auf der nichts wuchs

Worum geht es in „Die Insel, auf der nichts wuchs"?

Auf einer kahlen Felseninsel findet der elfjährige Schiffsjunge Willem eine einzige kleine Pflanze. Er nimmt sie nicht mit – und sieht acht Jahre später nach.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa vier Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund fünf Minuten.

Passiert etwas Aufregendes?

Nein, ausdrücklich nicht. Es ist eine sehr ruhige Geschichte.

Ist das eine Umweltgeschichte?

Eher eine Geschichte übers Danebenlassen. Sie erklärt nichts und mahnt niemanden.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Das PDF ja, kostenlos und ohne Anmeldung. Die Hörfassung entsteht gerade – bei den älteren Geschichten steht der Abspieler schon unter dem Text.

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