Die Kehrmaschine und das Herbstlaub

Die Kehrmaschine und das Herbstlaub

Zusammenfassung: „Die Kehrmaschine und das Herbstlaub" in drei Sätzen

Jeden Morgen im Oktober fährt die Kehrmaschine Mette durch die Lindenallee und saugt das Laub auf.

Jeden Nachmittag liegt wieder genauso viel da wie vorher.

Statt sich darüber zu ärgern, findet Mette einen Weg, damit umzugehen — und die Kinder in der Straße finden ihn auch.

Die Kehrmaschine und das Herbstlaub – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Mette war eine Kehrmaschine.

Sie war orange, hatte zwei runde Bürsten unten vorn, die sich gegenläufig drehten, und einen Schlauch, der aussah wie ein Rüssel.

Was sie machte, war eigentlich einfach: Sie fuhr langsam am Bordstein entlang, die Bürsten schoben alles zur Mitte, und der Rüssel saugte es auf.

Papier. Sand. Kronkorken. Manchmal ein Handschuh, was jedes Mal ein bisschen traurig ist.

Und im Oktober: Laub.
Kehrmaschine Mette fährt am Bordstein entlang Die Lindenallee hatte auf beiden Seiten Linden.

Achtundvierzig Stück.

Eine Linde verliert im Herbst ungefähr zweihunderttausend Blätter, und wenn man das mit achtundvierzig malnimmt, kommt man auf eine Zahl, die Mette lieber nicht ausrechnete.

Sie fuhr jeden Morgen um halb acht.

Wenn sie fertig war, war die Straße sauber. Man sah den Asphalt, man sah die Bordsteinkante, man sah sogar die Markierungen auf dem Parkstreifen.

Um zwei Uhr nachmittags sah man das alles nicht mehr.

Denn Linden lassen sich nicht davon beeindrucken, dass jemand aufgeräumt hat.
Die Lindenallee am Morgen nach dem Kehren Am Anfang ärgerte Mette das.

Sie fuhr im Oktober jeden Morgen dieselbe Straße und machte dieselbe Arbeit, und jeden Nachmittag war sie wieder ungetan.

Dann rechnete sie anders.

Sie stellte fest: Wenn sie das Laub nicht wegräumen würde, läge es bis Weihnachten dreißig Zentimeter hoch. Dann wäre der Gully verstopft, das Wasser stünde auf der Fahrbahn, und die Straße wäre bei Frost eine Rutschbahn.

Dass es am Nachmittag wieder liegt, ist also nicht das Gegenteil von Erfolg.

Es ist der Beweis, dass sie morgens da war.

Nach diesem Gedanken war der Oktober deutlich angenehmer.
Am Nachmittag liegt wieder alles voll Es gab noch etwas.

In der Lindenallee wohnten Kinder, und Kinder haben zu Laubhaufen ein sehr klares Verhältnis.

Im ersten Jahr hatte Mette am Nachmittag einmal beobachtet, wie zwei Kinder Laub zu einem Haufen zusammenschoben, mit den Händen, was sehr lange dauert. Sie schafften es bis ungefähr Kniehöhe, dann mussten sie zum Essen.

Also fing der Fahrer, ein Mann namens Yavuz, im zweiten Jahr an, an einer bestimmten Stelle etwas liegen zu lassen: an der Ecke bei der Hecke, wo kein Gully ist und wo niemand parkt.

Er schob dort mit den Bürsten alles zusammen, statt es aufzusaugen.

Ein Haufen. Ungefähr kniehoch.

Und wenn die Kinder aus der Schule kamen, war er noch da.

Was danach passierte, ist ungefähr das, was Laubhaufen und Kinder immer miteinander machen, und Mette fand es jedes Mal komisch, dass sie am nächsten Morgen genau dieselben Blätter noch einmal einsammeln musste, nur breiter verteilt.

Sie machte es trotzdem.

Yavuz hat das nie mit jemandem abgesprochen. Es steht in keinem Einsatzplan, und wenn ihn jemand gefragt hätte, hätte er vermutlich gesagt, die Ecke sei schwer zu erreichen.
Yavuz schiebt einen Haufen an die Ecke Die Moral von „Die Kehrmaschine und das Herbstlaub"

Mettes Arbeit ist am Nachmittag wieder ungetan. Das ist bei sehr vielen Arbeiten so — Spülen, Aufräumen, Wäsche, Straßen kehren —, und es ist der Grund, warum manche davon anstrengender sind, als sie aussehen.

Was sich ändert, ist nicht die Arbeit, sondern die Rechnung: Nicht „es liegt wieder da", sondern „es liegt nur so wenig da, weil ich da war".

Und dann kommt noch der Laubhaufen an der Ecke dazu, den niemand angeordnet hat. Auch das gehört dazu.
Die Kinder springen in den Laubhaufen Im November war das Laub weg.

Nicht weil jemand gewonnen hätte, sondern weil die Linden fertig waren.

Mette fuhr weiter, jetzt wieder wegen Papier und Sand und Kronkorken, und die Lindenallee sah aus wie eine ganz normale Straße mit achtundvierzig kahlen Bäumen.

Im nächsten Oktober ging es wieder los.

An der Ecke bei der Hecke lag am ersten Tag schon wieder ein Haufen.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann kehrt Mette noch heute.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was macht die Kehrmaschine Mette jeden Morgen?

    Sie fährt um halb acht langsam am Bordstein entlang. Ihre zwei runden Bürsten schieben alles zur Mitte, und ihr Schlauch, der aussieht wie ein Rüssel, saugt es auf: Papier, Sand, Kronkorken — und im Oktober Laub.

  2. 2Warum ist die Straße nachmittags schon wieder voller Blätter?

    In der Lindenallee stehen achtundvierzig Linden, und eine einzige Linde verliert im Herbst ungefähr zweihunderttausend Blätter. Linden lassen sich eben nicht davon beeindrucken, dass jemand aufgeräumt hat.

  3. 3Wie rechnet Mette am Ende anders?

    Sie überlegt, was wäre, wenn sie gar nicht käme: Bis Weihnachten läge das Laub dreißig Zentimeter hoch, der Gully wäre verstopft und die Straße bei Frost eine Rutschbahn. Dass am Nachmittag wieder etwas liegt, ist also der Beweis, dass sie morgens da war.

  4. 4Was macht der Fahrer Yavuz an der Ecke bei der Hecke?

    Er saugt das Laub dort nicht auf, sondern schiebt es mit den Bürsten zu einem kniehohen Haufen zusammen — an einer Stelle, wo kein Gully ist und niemand parkt. Wenn die Kinder aus der Schule kommen, ist der Haufen noch da.

  5. 5Warum ist im November das Laub weg?

    Nicht weil jemand gewonnen hätte, sondern weil die Linden fertig waren. Mette kehrt weiter wegen Papier und Sand und Kronkorken, und im nächsten Oktober liegt an der Ecke bei der Hecke schon am ersten Tag wieder ein Haufen.

Wörter aus der Geschichte

Kehrmaschine
ein Fahrzeug, das mit Bürsten und einem Sauger die Straße putzt
Bordstein
die Steinkante zwischen Gehweg und Fahrbahn
Kronkorken
der gezackte Metalldeckel von einer Flasche
Gully
das Gitter in der Straße, durch das Regenwasser abläuft
Lindenallee
eine Straße, an der auf beiden Seiten Lindenbäume stehen

Zum Weitererzählen

  • Yavuz hat mit niemandem abgesprochen, dass er den Laubhaufen liegen lässt. Warum tut er es trotzdem?
  • Mette denkt am Anfang, ihre Arbeit sei umsonst. Wie würdest du ihr das ausreden?
  • Welche Arbeit zu Hause ist am nächsten Tag auch wieder zu tun?
  • Wenn du einen Haufen Laub geschenkt bekämst — was würdest du damit anstellen?
Für Kinder, die wissen wollen, wie etwas funktioniert

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten ohne Konflikt und ohne Gefahr. Die schönste Stelle ist ein Laubhaufen an einer Straßenecke, und danach wird die Geschichte still.

Warum „Die Kehrmaschine und das Herbstlaub" zum Einschlafen passt

Die Geschichte eignet sich gut im Herbst und ist ein freundlicher Anlass, über Arbeit zu sprechen, die nie fertig wird — davon gibt es zu Hause reichlich.

Das Ende ist ruhig: kahle Bäume, eine normale Straße, im nächsten Jahr wieder ein Haufen. Ein guter Punkt zum Aufhören.

Wenn „Die Kehrmaschine und das Herbstlaub" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Die Kehrmaschine und das Herbstlaub

Worum geht es in „Die Kehrmaschine und das Herbstlaub"?

Kehrmaschine Mette räumt jeden Morgen die Lindenallee frei, und jeden Nachmittag liegt wieder genauso viel Laub da. Sie findet eine Art, das anders zu sehen.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Ist die Geschichte aufregend?

Nein. Es gibt keinen Konflikt und keinen Schreckmoment.

Passt sie in den Herbst?

Ja, besonders im Oktober, wenn das Laub fällt.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

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