Die Mandarine ganz unten

Die Mandarine ganz unten

Zusammenfassung: „Die Mandarine ganz unten" in drei Sätzen

In jedem Nikolausstiefel liegt ganz unten eine Mandarine, und Ida findet das jedes Jahr enttäuschend.

In diesem Jahr fragt sie, warum das so ist.

Die Antwort hat mit einem Schiff zu tun und damit, dass eine Mandarine im Dezember früher etwas Besonderes war.

Die Mandarine ganz unten – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Die Reihenfolge im Stiefel ist immer dieselbe.

Oben: die Schokolade. Darunter: Nüsse, die man nicht knacken kann, weil der Nussknacker verschwunden ist. Ganz unten, wo der Fuß hingehört: eine Mandarine.

Ida war sechs und fand, dass die Mandarine der schlechteste Teil sei.

Man bekommt sie das ganze Jahr, sie liegt bei ihnen zu Hause immer im Korb, und sie ist nicht mal ein Geschenk, sondern einfach Obst.

Sie sagte das am Frühstückstisch, und ihr Opa, der zu Besuch war, legte die Zeitung hin.
Oben Schokolade, unten die Mandarine Er sagte, dass es früher keine Mandarinen gab.

Nicht im Dezember, nicht in Deutschland. Mandarinen wachsen in Spanien, Italien, Marokko — in Gegenden, in denen es im Winter warm genug ist, und sie mussten von dort hierhergebracht werden.

Das ging mit dem Schiff und später mit der Bahn, und es dauerte.

Deshalb kamen sie genau zu einer Zeit an: Ende November, Anfang Dezember. Vorher gab es keine, nachher waren sie schnell schlecht.

Eine Mandarine im Stiefel war also etwas, das es nur wenige Wochen im Jahr gab, das von weit her kam und das nach etwas roch, was in einer deutschen Küche im Dezember sonst nicht vorkam.

„Was hast du denn gekriegt?", fragte Ida.

Ihr Opa sagte: eine Mandarine, ein paar Nüsse, manchmal einen Apfel, einmal einen Bleistift.
Ida findet die Mandarine enttäuschend Ida hat die Mandarine an diesem Morgen anders gegessen.

Nicht andächtig — sie war sechs, nicht siebzig. Aber sie hat die Schale nicht sofort weggeworfen, sondern daran gerochen, was tatsächlich stark ist, wenn man einmal darauf achtet, und sie hat die Schale in einem Stück abbekommen, was beim ersten Versuch selten klappt.

Danach hat sie gesagt, dass es immer noch nur Obst sei.

Ihr Opa hat gesagt, das stimme auch.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann liegt die Mandarine noch heute jeden Dezember ganz unten.
Früher kamen sie mit dem Schiff Die Moral von „Die Mandarine ganz unten"

Bräuche behalten oft ihre Form, wenn der Grund längst weg ist.

Die Mandarine im Stiefel war einmal das Besondere und ist heute das Selbstverständliche. Man kann sie deshalb weglassen — oder man lässt sie drin und weiß, warum sie da ist.

Beides ist in Ordnung. Nur das Achselzucken ist schade.
Die Schale in einem Stück Eine Mandarine, ein paar Nüsse, einmal ein Bleistift
Passend zu dieser Geschichte

Band 6 – Die Piratenbrüder

Auch in Band 6 geht es darum, sich aufeinander zu verlassen: Auf einem Schiff hat jeder eine Aufgabe, und keine geht ohne die anderen. Emil, Henry und eine Piratenmannschaft, in der niemand entbehrlich ist.

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Diese Geschichte am 6. Dezember vorlesen

Drei ruhige Minuten. Es passiert nichts — es wird nur eine Frage gestellt und beantwortet.

Schwierige Wörter kurz erklärt

  • Mandarine – eine kleine Zitrusfrucht, die sich leicht schälen lässt
  • Brauch – etwas, das viele Menschen seit langer Zeit jedes Jahr gleich machen
  • Marokko – ein Land in Nordafrika, aus dem viel Winterobst kommt
  • andächtig – sehr aufmerksam und ein bisschen feierlich
  • selbstverständlich – so gewöhnlich, dass man gar nicht mehr darüber nachdenkt

Fragen zum Weitererzählen

  • Warum war eine Mandarine früher etwas Besonderes?
  • Was ist heute für dich etwas Besonderes, das es nur selten gibt?
  • Schafft ihr die Schale in einem Stück?

Warum „Die Mandarine ganz unten" zum Einschlafen passt

Der historische Kern stimmt: Zitrusfrüchte kamen in Nordeuropa lange nur als Saisonware an, im Wesentlichen von November bis Januar, weil Transport und Lagerung anders nicht gingen. Erst Kühltransport und Luftfracht haben daraus Alltagsobst gemacht.

Die Geschichte eignet sich gut, wenn Kinder Geschenke abwerten. Sie belehrt nicht — der Opa gibt am Ende ausdrücklich zu, dass es trotzdem nur Obst ist.

Wenn „Die Mandarine ganz unten" gefallen hat

Mehr davon unter Nikolausgeschichten und Weihnachtsgeschichten für Kinder.

Und wenn ein Buch daraus werden soll: Ritter Emil & Zauberer Henry gibt es in sechs Bänden zum Vorlesen.

Häufige Fragen zu Die Mandarine ganz unten

Worum geht es in „Die Mandarine ganz unten"?

Ida findet die Mandarine im Nikolausstiefel enttäuschend. Ihr Opa erklärt, warum sie früher das Beste daran war.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund drei Minuten.

Warum liegt im Nikolausstiefel eine Mandarine?

Weil Zitrusfrüchte in Nordeuropa lange nur im Winter ankamen – von weit her, für wenige Wochen. Sie waren das Besondere, nicht die Beigabe.

Passt die Geschichte in den Dezember?

Ja, sie spielt am Morgen des 6. Dezember.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Das PDF ja, kostenlos und ohne Anmeldung. Die Hörfassung entsteht gerade – bei den älteren Geschichten steht der Abspieler schon unter dem Text.

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