Die Straßenbahn und der Regenschirm

Die Straßenbahn und der Regenschirm

Zusammenfassung: „Die Straßenbahn und der Regenschirm" in drei Sätzen

In der Straßenbahn Linie 4 bleibt an einem Novembertag ein gelber Regenschirm mit Enten darauf liegen.

Er landet im Fundbüro, wo er zwischen dreihundert anderen Schirmen steht und niemandem auffällt.

Nach elf Tagen holt ihn jemand ab, und der Weg dorthin führt über eine Zeichnung.

Die Straßenbahn und der Regenschirm – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Der Schirm gehörte einem Mädchen namens Kim.

Er war gelb, hatte weiße Enten darauf und einen Griff aus Holz, der sich anfühlte wie ein Ast, den jemand rund geschliffen hat.

Kim hatte ihn zum Geburtstag bekommen.

An einem Dienstag im November fuhr sie mit ihrer Oma Straßenbahn, Linie 4, sieben Stationen.

Es hatte aufgehört zu regnen. Kim legte den Schirm neben sich auf den Sitz, schaute aus dem Fenster, zählte Baustellen und stieg aus.

Der Schirm blieb liegen.

Die Straßenbahn fuhr weiter, sechs Stationen, dann die Wendeschleife, dann wieder zurück. Irgendwann in dieser Runde nahm ihn jemand vom Sitz und legte ihn nach vorn, wo Fundsachen hinkommen.
Kim fährt mit dem gelben Entenschirm Straßenbahn Sie merkten es erst zu Hause.

Kim weinte ungefähr zwanzig Minuten, was für einen Schirm viel ist und für den ersten eigenen Schirm angemessen.

Ihre Oma rief bei der Straßenbahn an.

Die Frau am Telefon war freundlich und sagte, was solche Frauen sagen: dass Fundsachen ins Fundbüro kommen, dass das ein paar Tage dauert, und dass man dann vorbeikommen könne.

„Wie viele Schirme haben Sie denn da?", fragte die Oma.

Damit war klar, dass die Sache schwieriger wird, als eine Straßenbahnfahrt lang zu vergessen.

„Aktuell?" Man hörte die Frau nachdenken. „So um die dreihundert."

„Dreihundert."

„Es ist November."
Der Schirm bleibt auf dem Sitz liegen Am Samstag fuhren sie ins Fundbüro.

Es war ein Raum im Erdgeschoss, mit einer Theke und dahinter Regalen, und an der Wand hing ein Metallgestell, in dem Schirme steckten wie Blumen in einer viel zu vollen Vase.

Schwarze Schirme. Sehr viele schwarze Schirme.

Der Mann hinter der Theke hieß Herr Dopatka.

„Gelb", sagte Kim.

„Gelb ist gut", sagte Herr Dopatka. „Gelb finde ich."

Er suchte. Er suchte gründlich, ging das ganze Gestell durch, zog vier gelbe heraus.

Keiner hatte Enten.

„Der ist noch nicht hier", sagte er. „Die kommen manchmal später. Kommt drauf an, wo er hingelegt wurde."
Dreihundert Schirme im Fundbüro Kim war jetzt still, was schlimmer war als das Weinen.

Herr Dopatka schob ihr ein Blatt Papier über die Theke und einen Stift dazu.

„Mal ihn mir."

Kim malte. Sie malte einen gelben Schirm mit fünf Enten, was ungefähr zwei Enten zu wenig waren, und schrieb ihren Namen darunter, weil sie das seit dem Sommer konnte.

Herr Dopatka hängte das Blatt hinter sich an ein Brett.

„Wenn er kommt, sehe ich ihn."

Sie gingen nach Hause.
Kim malt ihren Schirm auf Die Moral von „Die Straßenbahn und der Regenschirm"

Herr Dopatka hätte sagen können: Kommen Sie nächste Woche wieder. Das wäre nicht unfreundlich gewesen und hätte gestimmt.

Stattdessen gibt er einem Kind ein Blatt Papier.

Das ändert an der Suche fast nichts — er hätte auch so nach einem gelben Schirm mit Enten geschaut. Es ändert etwas an dem Nachmittag: Kim geht nicht mit leeren Händen nach Hause, sondern mit einer Aufgabe, die erledigt ist.

Für Kinder, die schon einmal etwas verloren haben, ist das eine gute, sehr ruhige Geschichte.
Herr Dopatka hängt die Zeichnung auf Nach elf Tagen ist der Schirm wieder da Am elften Tag rief Herr Dopatka an.

Der Schirm war in einer Kiste aus dem Betriebshof aufgetaucht, zwischen zwei Handschuhen und einer Brille, und er hatte tatsächlich Enten darauf.

Sieben Stück.

Kim holte ihn am Nachmittag ab. Sie sagte danke, ziemlich leise, wie Kinder das sagen, wenn ihnen etwas sehr wichtig ist.

Die Zeichnung ließ Herr Dopatka hängen.

Sie hängt heute noch hinter der Theke, zwischen zwei Notizzetteln, ein bisschen vergilbt, und wenn jemand fragt, sagt er, das sei ein Schirm gewesen, den er gefunden habe, und mehr sagt er dann nicht.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann hängt sie noch heute da.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wie sieht Kims Regenschirm aus?

    Er ist gelb, hat weiße Enten darauf und einen Griff aus Holz, der sich anfühlt wie ein Ast, den jemand rund geschliffen hat. Sie hat ihn zum Geburtstag bekommen.

  2. 2Wie geht der Schirm verloren?

    An einem Dienstag im November fährt Kim mit ihrer Oma sieben Stationen mit der Linie 4. Es hat aufgehört zu regnen, sie legt den Schirm neben sich auf den Sitz, schaut aus dem Fenster, zählt Baustellen und steigt aus — der Schirm bleibt liegen.

  3. 3Warum wird die Suche im Fundbüro schwierig?

    Die Frau am Telefon sagt, im Fundbüro stehen aktuell so um die dreihundert Schirme. Ihre Erklärung dafür ist kurz: „Es ist November.“

  4. 4Was macht Herr Dopatka, als der Schirm am Samstag nicht dabei ist?

    Er hat gründlich gesucht und vier gelbe herausgezogen, aber keiner hatte Enten. Da schiebt er Kim ein Blatt Papier und einen Stift über die Theke und sagt: „Mal ihn mir.“

  5. 5Wie kommt der Schirm am Ende zurück?

    Am elften Tag ruft Herr Dopatka an: Der Schirm ist in einer Kiste aus dem Betriebshof aufgetaucht, zwischen zwei Handschuhen und einer Brille, und er hatte tatsächlich Enten darauf — sieben Stück. Kims Zeichnung hängt heute noch hinter der Theke.

Wörter aus der Geschichte

Fundbüro
eine Stelle, an der Sachen gesammelt werden, die jemand verloren hat
Wendeschleife
die Schleife am Ende der Strecke, in der die Straßenbahn umdreht
Betriebshof
der Platz, auf dem die Straßenbahnen stehen, wenn sie nicht fahren
Theke
der lange Tisch, hinter dem jemand arbeitet und über den man spricht
vergilbt
wenn Papier mit den Jahren gelblich wird

Zum Weitererzählen

  • Herr Dopatka hätte auch einfach sagen können: Kommen Sie nächste Woche wieder. Warum gibt er Kim wohl lieber Papier und Stift?
  • Kim malt fünf Enten, dabei waren es sieben. Macht das etwas aus?
  • Warum sagt Herr Dopatka anderen Leuten nicht die ganze Geschichte zu der Zeichnung an seiner Wand?
  • Hast du schon einmal etwas verloren, das dir wichtig war — und wie ist es ausgegangen?
Für Kinder, die wissen wollen, wie etwas funktioniert

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten ohne Gefahr. Es gibt eine traurige Stelle in der Mitte — ein Kind, das still wird — und die geht gut aus, wenn auch erst elf Tage später.

Warum „Die Straßenbahn und der Regenschirm" zum Einschlafen passt

Die Geschichte nimmt einen kleinen Verlust ernst, ohne ihn größer zu machen, als er ist. Sie eignet sich gut nach einem Tag, an dem etwas weggekommen ist.

Das Ende ist leise: eine vergilbte Zeichnung hinter einer Theke. Ein guter Punkt, um aufzuhören.

Wenn „Die Straßenbahn und der Regenschirm" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Die Straßenbahn und der Regenschirm

Worum geht es in „Die Straßenbahn und der Regenschirm"?

Kim vergisst ihren gelben Regenschirm mit Enten in der Straßenbahn. Im Fundbüro stehen dreihundert Schirme, und ihrer ist nicht dabei – noch nicht.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Geht die Geschichte gut aus?

Ja. Der Schirm taucht nach elf Tagen wieder auf.

Passt sie, wenn mein Kind gerade etwas verloren hat?

Ja. Sie nimmt den Verlust ernst und zeigt, dass Warten manchmal dazugehört.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

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