Die Wichtel im Heizungskeller

Die Wichtel im Heizungskeller

Zusammenfassung: „Die Wichtel im Heizungskeller" in drei Sätzen

Im Keller des Mietshauses wohnen im Winter drei Wichtel, weil es dort warm ist und niemand hingeht.

Als im Dezember die Heizung ausfällt und der Hausmeister nachschaut, findet er sie.

Was er dann macht, hat mit Weihnachten weniger zu tun als mit einem Kartoffelsack und einer Thermoskanne.

Die Wichtel im Heizungskeller – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 5 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

In der Elmstraße 6 gab es einen Heizungskeller.

Da unten stand ein großer alter Kessel, der brummte, und daneben lagen Rohre, die warm waren, und ganz hinten in der Ecke war ein Winkel, in den seit Jahren niemand mehr geschaut hatte.

In diesem Winkel wohnten drei Wichtel.

Sie hießen Ott, Nüs und Kalline, sie waren jeder ungefähr so groß wie eine Milchflasche, und sie kamen jedes Jahr im November und blieben bis März.

Den Rest des Jahres waren sie woanders. Wo, sagten sie nicht.

Sie machten wenig. Sie schliefen viel, sie redeten leise, und einmal in der Woche räumten sie den Winkel auf, obwohl außer ihnen niemand hineinschaute. Ordnung ist bei Wichteln keine Frage von Besuch.
Der Heizungskeller der Elmstraße 6 mit dem Winkel ganz hinten Am zwölften Dezember ging die Heizung aus.

Im ganzen Haus wurden die Rohre kalt. Die Leute klopften an ihre Heizkörper, was noch nie geholfen hat, und riefen dann den Hausmeister an.

Der Hausmeister hieß Herr Brandt, war seit neunzehn Jahren im Haus und kannte den Kessel besser als seine eigene Waschmaschine.

Er ging hinunter, machte das Licht an und suchte den Fehler.

Er fand ihn nach zwanzig Minuten: ein Ventil, das nicht mehr wollte.

Und dann, als er sich aufrichtete und die Taschenlampe schwenkte, fand er noch etwas.

Drei sehr kleine Leute in der hinteren Ecke, die vollkommen reglos dastanden und offenbar hofften, dass das reicht.

Es reichte nicht.

Ein erwachsener Mensch mit einer Taschenlampe sieht drei reglose Wichtel in ungefähr einer halben Sekunde. Sie wussten das im Grunde selbst. Aber Stehenbleiben ist das Einzige, was einem in so einem Moment einfällt.
Herr Brandt sucht den Fehler am Kessel Herr Brandt setzte sich auf seinen Werkzeugkasten.

„Na", sagte er.

Ott, der der Älteste war, räusperte sich.

„Wir machen nichts kaputt."

„Das weiß ich", sagte Herr Brandt. „Ich bin seit neunzehn Jahren hier unten. Wenn ihr was kaputtmachen würdet, hätte ich es gemerkt."

Kalline schaute ihn misstrauisch an.

„Und jetzt?"

Herr Brandt dachte nach. Er dachte gründlich nach, so wie Leute nachdenken, die den ganzen Tag mit Ventilen zu tun haben und deshalb wissen, dass man nichts überstürzen soll.

„Jetzt repariere ich erst mal die Heizung", sagte er. „Sonst wird es euch da hinten auch kalt."
Herr Brandt setzt sich auf den Werkzeugkasten Er reparierte die Heizung.

Es dauerte bis abends, weil er ein Ersatzteil aus dem Baumarkt holen musste und der Baumarkt an einem Samstag im Dezember ungefähr so voll ist wie ein Bus um sieben.

Als der Kessel wieder brummte, ging er noch einmal in die hintere Ecke.

Er hatte etwas dabei.

Einen leeren Kartoffelsack, aufgeschnitten und in drei Stücke geteilt — als Decken, denn ein Kartoffelsack ist für einen Wichtel eine ziemlich gute Decke.

Und eine Thermoskanne mit Tee, aus der er drei Verschlusskappen vollmachte.

„Frohes Fest", sagte er, weil ihm nichts Besseres einfiel.

„Ist doch erst der Zwölfte", sagte Nüs.

„Dann eben verfrüht."

Sie tranken den Tee. Er war zu heiß und schmeckte nach Kanne, und alle drei sagten hinterher, das sei genau richtig gewesen.
Kartoffelsack-Decken und Tee aus der Thermoskanne Die Moral von „Die Wichtel im Heizungskeller"

Herr Brandt entdeckt drei Wesen, die es eigentlich nicht geben kann, und macht daraus keine große Sache. Er repariert erst die Heizung, weil das dringender ist.

Danach bringt er einen Kartoffelsack und Tee — nichts Feierliches, nur das, was gerade da ist und passt.

Für Kinder ist das eine sehr beruhigende Art von Erwachsenem. Und die Geschichte kommt ohne Wunder aus: Das Ungewöhnliche ist nicht, dass es Wichtel gibt, sondern dass jemand einfach nett ist, ohne davon zu erzählen.
Einmal in der Woche geht Herr Brandt hinunter Seitdem geht Herr Brandt im Winter einmal in der Woche in die hintere Ecke.

Er bringt nichts Besonderes mit. Manchmal Tee. Manchmal ein Stück von dem Kuchen, den seine Schwester backt. Einmal einen Schraubenzieher, den Kalline sich gewünscht hatte und für den sie keinen Verwendungszweck angab.

Erzählt hat er im Haus nichts.

Die Leute in der Elmstraße 6 wissen nur, dass der Keller warm ist, dass die Heizung selten ausfällt und dass Herr Brandt öfter runtergeht, als eigentlich nötig wäre.

Sie halten ihn für gründlich.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann wohnen die drei noch heute jeden Winter da unten.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wer wohnt im Winter in der hinteren Ecke des Heizungskellers der Elmstraße 6?

    Drei Wichtel: Ott, Nüs und Kalline. Jeder ist ungefähr so groß wie eine Milchflasche, und sie kommen jedes Jahr im November und bleiben bis März.

  2. 2Was machen die Wichtel den ganzen Winter über?

    Sie machen wenig: Sie schlafen viel und reden leise. Einmal in der Woche räumen sie ihren Winkel auf, obwohl außer ihnen niemand hineinschaut — Ordnung ist bei Wichteln keine Frage von Besuch.

  3. 3Wie werden die drei entdeckt?

    Am zwölften Dezember fällt die Heizung aus, und Herr Brandt geht hinunter und findet nach zwanzig Minuten ein Ventil, das nicht mehr will. Als er sich aufrichtet und die Taschenlampe schwenkt, stehen da drei sehr kleine Leute vollkommen reglos in der Ecke und hoffen offenbar, dass das reicht.

  4. 4Was macht Herr Brandt, als Kalline ihn misstrauisch fragt: „Und jetzt?“

    Er denkt gründlich nach, so wie Leute nachdenken, die den ganzen Tag mit Ventilen zu tun haben. Dann sagt er: „Jetzt repariere ich erst mal die Heizung. Sonst wird es euch da hinten auch kalt.“

  5. 5Was bringt Herr Brandt am Abend mit, als der Kessel wieder brummt?

    Einen leeren Kartoffelsack, aufgeschnitten und in drei Stücke geteilt — für einen Wichtel ist das eine ziemlich gute Decke. Dazu eine Thermoskanne, aus der er drei Verschlusskappen mit Tee vollmacht, und ein „Frohes Fest“, weil ihm nichts Besseres einfällt.

Wörter aus der Geschichte

Heizungskeller
der Raum ganz unten im Haus, in dem das warme Wasser für die Heizung gemacht wird
Kessel
der große Behälter, in dem das Heizungswasser warm wird
Ventil
ein kleines Teil, das aufgeht und zugeht und Wasser durchlässt oder stoppt
Hausmeister
jemand, der ein Haus in Ordnung hält und Kaputtes repariert
Thermoskanne
eine Kanne, in der ein Getränk stundenlang heiß bleibt

Zum Weitererzählen

  • Herr Brandt sagt niemandem im Haus etwas von den Wichteln. Warum wohl nicht?
  • Die drei bleiben ganz still stehen, obwohl sie wissen, dass das nichts nützt. Kennst du dieses Gefühl?
  • Kalline wünscht sich einen Schraubenzieher und sagt nicht, wofür. Was könnte sie damit vorhaben?
  • Wenn du drei winzige Gäste bei dir wohnen hättest — was würdest du ihnen mitbringen?
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Fünf Minuten ohne Gefahr. Es gibt einen Moment, in dem die Wichtel entdeckt werden und man kurz nicht weiß, wie es ausgeht — und dann setzt sich ein Hausmeister auf seinen Werkzeugkasten und sagt nur „Na".

Warum „Die Wichtel im Heizungskeller" zum Einschlafen passt

Die Geschichte spielt in einem ganz normalen Mietshaus und braucht kein Wunder. Sie eignet sich besonders für Kinder, die selbst in einem Haus mit vielen Parteien wohnen.

Das Ende ist ruhig und ein bisschen komisch: Die Nachbarn halten Herrn Brandt für gründlich. Ein guter Punkt, um aufzuhören.

Wenn „Die Wichtel im Heizungskeller" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Die Wichtel im Heizungskeller

Worum geht es in „Die Wichtel im Heizungskeller"?

Im Keller eines Mietshauses überwintern drei Wichtel. Als die Heizung ausfällt, findet der Hausmeister sie – und macht daraus keine große Sache.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund fünf Minuten.

Passiert den Wichteln etwas?

Nein. Der Hausmeister ist von der ersten Sekunde an freundlich.

Kommt der Weihnachtsmann vor?

Nein. Die Geschichte spielt im Dezember, aber ohne Wunder.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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