Ein Dinosaurier im Gartenteich

Ein Dinosaurier im Gartenteich

Zusammenfassung: Mila findet an einem Morgen einen kleinen Brachiosaurier in ihrem Gartenteich. Sie füttert ihn mit Kirschblättern, lernt alles über ihn — und muss ihn am Abend wieder gehen lassen.

Ein Dinosaurier im Gartenteich – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Als Mila an diesem Morgen aus dem Fenster sah, war der Gartenteich kleiner geworden.

Das war seltsam, denn Teiche werden normalerweise nicht kleiner. Mila zog ihre Gummistiefel an und ging hinaus.

Der Teich war nicht kleiner geworden. Es war nur etwas darin, das vorher nicht da gewesen war.

Es hatte einen sehr langen Hals. Es hatte einen sehr kleinen Kopf. Und es sah Mila an, als hätte es sie erwartet.

„Guten Morgen“, sagte Mila, weil man das so sagt.

„Grrmpf“, sagte das Tier.
Mädchen im Schlafanzug schaut früh am Morgen aus dem Küchenfenster Mila lief zurück ins Haus und holte ihr Buch über Dinosaurier. Sie blätterte, bis sie das richtige Bild fand.

„Du bist ein Brachiosaurier“, sagte sie. „Steht hier. Du frisst Blätter. Du bist so groß wie ein Haus.“

Der Brachiosaurier im Teich war ungefähr so groß wie ein Fahrrad. Er sah nicht besonders zufrieden aus.

„Vielleicht bist du noch ein Baby“, sagte Mila.

Sie holte einen Eimer voll Blätter vom Kirschbaum. Der kleine Brachiosaurier fraß alles auf und machte danach ein Geräusch wie ein zufriedener Kühlschrank.
Mädchen sitzt im Schneidersitz am Rand des Gartenteichs Den ganzen Tag blieb Mila am Teich.

Sie lernte, dass er den Hals ausstreckte, wenn er sich freute. Dass er niesen musste, wenn Löwenzahnsamen in die Nase kamen. Dass er die Augen zumachte, wenn sie ihm oben am Kopf kraulte, wo die Haut ganz weich war. Als es Abend wurde, kam Milas Vater in den Garten.

„Mit wem redest du?“, fragte er.

Mila zeigte auf den Teich.
Stiller leerer Gartenteich in der Dämmerung Ihr Vater sah lange hin. Dann setzte er sich neben sie ins Gras. „Weißt du“, sagte er, „die haben vor sehr langer Zeit gelebt. Vor so langer Zeit, dass man sich das kaum vorstellen kann.“

„Wie lange?“

„Stell dir vor, jeder Stern am Himmel wäre ein Jahr. So lange ungefähr.“ Mila schaute nach oben. Es waren sehr viele Sterne.

Als sie wieder in den Teich sah, war der kleine Brachiosaurier weg. Nur ein paar Kreise standen noch auf dem Wasser, und die wurden immer kleiner. „Er ist zurückgegangen“, sagte Mila.
„Ja“, sagte ihr Vater. „Wahrscheinlich.“

Sie blieben noch eine Weile sitzen, bis das Wasser wieder ganz glatt war. In dieser Nacht träumte Mila von einem Wald, in dem die Bäume so hoch waren, dass man ihre Spitzen nicht sehen konnte. Und zwischen den Bäumen ging etwas mit einem sehr langen Hals und einem sehr kleinen Kopf, und es hatte keine Eile.

Am nächsten Morgen lag ein einzelnes Kirschblatt auf dem Wasser. Genau in der Mitte.

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