Die Katze, die den Mond einfangen wollte

Die Katze, die den Mond einfangen wollte

Zusammenfassung: Die Katze Motte will den Mond fangen. Sie springt, sie klettert, sie landet im Teich — und findet am Ende etwas Besseres als das Fangen.

Die Katze, die den Mond einfangen wollte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Geschichte

Es gab einmal eine Katze, die hieß Motte, und Motte wollte den Mond. Nicht ansehen. Nicht bewundern. Haben.

Motte hatte in ihrem Leben schon vieles gefangen: Fliegen, Papierkugeln, einen Schuhbändel, einmal fast einen Vogel, was ihr hinterher leidtat. Aber nichts hatte sie so beschäftigt wie diese runde weiße Scheibe, die jede Nacht am Himmel stand und einfach nichts tat.

In der ersten Nacht sprang sie vom Gartenzaun.

Sie sprang sehr hoch. Für eine Katze ihrer Größe außerordentlich hoch. Der Mond blieb, wo er war.
Katze springt vom Gartenzaun hoch in Richtung Mond In der zweiten Nacht kletterte sie auf das Garagendach. Von dort sah der Mond genauso weit weg aus wie vom Zaun, was Motte sehr ärgerte. In der dritten Nacht kletterte sie auf den Kirschbaum, ganz nach oben, bis die Äste dünn wurden und schwankten. Der Mond sah von dort nicht näher aus. Er sah nur ein bisschen anders aus, weil ein Zweig davorhing. In der vierten Nacht setzte sie sich hin und dachte nach, was Katzen selten tun.

In der fünften Nacht ging sie zum Teich.

Und da lag er.

Der Mond, im Wasser, direkt vor ihren Pfoten. Ganz nah. Zum Greifen. Motte machte sich flach. Sie zog die Schultern zusammen. Sie wackelte einmal mit dem Hinterteil, wie Katzen es tun, bevor sie springen. Dann schlug sie zu.
Nasse Katze sitzt im Gartenteich, der Mond zerbricht in Wellen Das Wasser war kalt und ging ihr bis an die Brust, und der Mond zerbrach in hundert zappelnde Stücke.

Motte saß im Teich und war sehr, sehr nass.
Person trägt am frühen Morgen eine feuchte Katze zurück ins Haus Sie ging langsam wieder an Land. Sie schüttelte sich. Sie leckte sich das linke Vorderbein trocken, dann das rechte, dann alles andere, was eine Weile dauerte.

Und während sie das tat, wurde das Wasser hinter ihr wieder ruhig. Als Motte fertig war, drehte sie sich um.

Da lag er wieder. Ganz.

Motte sah ihn lange an.

Dann legte sie sich ans Ufer, die Pfoten unter der Brust, den Schwanz um sich herum, und sah zu, wie der Mond im Wasser lag und nichts tat. Und irgendwann begriff sie etwas, wofür Katzen normalerweise zu stolz sind: Manche Dinge sind nicht dazu da, dass man sie fängt. Manche sind dazu da, dass man neben ihnen sitzt.
Motte schlief am Teichufer ein.

Am Morgen fand ihr Mensch sie dort, ziemlich feucht und ziemlich zufrieden, und trug sie ins Haus.

Und in der nächsten Nacht ging Motte wieder zum Teich. Nicht zum Springen.

Nur zum Danebensitzen.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was will die Katze Motte unbedingt haben?

    Den Mond. Nicht ansehen und nicht bewundern — haben. Diese runde weiße Scheibe am Himmel, die jede Nacht dasteht und einfach nichts tut, lässt ihr keine Ruhe.

  2. 2Was probiert Motte in den ersten vier Nächten?

    In der ersten Nacht springt sie vom Gartenzaun, in der zweiten klettert sie aufs Garagendach, in der dritten bis ganz oben in den Kirschbaum, wo die Äste schwanken. In der vierten setzt sie sich hin und denkt nach, was Katzen selten tun.

  3. 3Was passiert, als Motte am Teich zuschlägt?

    Der Mond liegt scheinbar direkt vor ihren Pfoten. Sie macht sich flach, wackelt mit dem Hinterteil und schlägt zu — das Wasser ist kalt und geht ihr bis an die Brust, und der Mond zerbricht in hundert zappelnde Stücke.

  4. 4Was sieht Motte, nachdem sie sich trocken geleckt hat?

    Während sie Pfote für Pfote putzt, wird das Wasser hinter ihr wieder ruhig. Als sie sich umdreht, liegt der Mond wieder da — ganz.

  5. 5Warum geht Motte in der nächsten Nacht wieder zum Teich?

    Nicht zum Springen. Nur zum Danebensitzen. Sie hat begriffen, dass manche Dinge nicht dazu da sind, dass man sie fängt.

Wörter aus der Geschichte

Schuhbändel
der Schnürsenkel, mit dem man einen Schuh zubindet
Garagendach
das Dach über dem kleinen Haus, in dem ein Auto steht
Scheibe
etwas Rundes und Flaches, so wie der Mond am Himmel aussieht
Teich
ein kleines stehendes Gewässer, kleiner als ein See
Ufer
der Rand, an dem das Land ans Wasser stößt

Zum Weitererzählen

  • Motte setzt sich in der vierten Nacht einfach hin und denkt nach. Warum hilft das manchmal mehr als Springen?
  • Was würdest du Motte sagen, als sie nass im Teich sitzt?
  • Gibt es etwas, das du gern haben möchtest, das man aber gar nicht festhalten kann?
  • Wenn du eine Nacht lang neben etwas sitzen dürftest, ohne es anzufassen — was wäre das?
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Die Katze, die den Mond einfangen wollte vorlesen – so wird der Abend rund

Motte will den Mond nicht ansehen, sie will ihn haben – dieser Unterschied steht gleich am Anfang und ist die ganze Geschichte. Drei Minuten, sehr kurze Sätze, trockener Humor. Der Satz, auf den alles zuläuft, lohnt eine kleine Pause davor: Manche Dinge sind nicht dazu da, dass man sie fängt, sondern dass man neben ihnen sitzt.

Warum „Die Katze, die den Mond einfangen wollte" zum Einschlafen passt

Drei Minuten, kein Gegner, kein Unglück – Motte fällt einmal in den Teich, und das ist die gesamte Dramatik. Kürzer und ruhiger geht es kaum.

Das Ende ist eines der schönsten dieser Sammlung: Motte schläft am Teichufer ein, wird morgens feucht und zufrieden ins Haus getragen – und geht in der nächsten Nacht wieder hin. Nicht zum Springen, nur zum Danebensitzen.

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Häufige Fragen zu Die Katze, die den Mond einfangen wollte

Worum geht es in „Die Katze, die den Mond einfangen wollte"?

Die Katze Motte will den Mond haben. Sie springt, sie klettert, sie landet im Teich – und findet am Ende etwas Besseres als das Fangen.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa drei Minuten.

Ab welchem Alter eignet sie sich?

Ab etwa drei Jahren. Kurze Sätze, kein Gegner, kein Unglück.

Was ist die Botschaft?

Dass manche Dinge nicht dazu da sind, dass man sie fängt, sondern dass man neben ihnen sitzt.

Eignet sie sich zum Einschlafen?

Sehr gut. Motte schläft am Teichufer ein, und die Geschichte endet damit, dass sie am nächsten Abend nur noch danebensitzt.

Gibt es die Geschichte als PDF?

Ja, kostenlos und ohne Anmeldung unter der Geschichte.

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