Der Stern, der sein Licht verlegt hatte

Der Stern, der sein Licht verlegt hatte

Zusammenfassung: Der kleine Stern Piet findet eines Abends sein Licht nicht mehr. Der Mond weiß, wo es geblieben ist — bei einem Kind in einem Haus mit blauem Dach.

Der Stern, der sein Licht verlegt hatte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Geschichte

Ganz oben, wo es sehr still ist, wohnte ein Stern namens Piet. Piet war kein besonders großer Stern. Er stand am Rand, ein bisschen abseits, dort wo der Himmel schon fast dunkel bleibt. Aber jeden Abend, wenn die Sonne unterging, machte Piet sein Licht an. Immer pünktlich. Immer zuverlässig.

Bis zu diesem einen Abend.

Piet tastete überall. Er suchte hinter der Wolke. Er suchte unter dem Mond. Er schüttelte sich, so wie man eine Tasche schüttelt.

Nichts.

„Ich habe mein Licht verlegt“, sagte Piet.
Kleiner Stern sucht mit besorgtem Gesicht nach seinem Licht Der Mond drehte sich zu ihm um. Der Mond war alt und hatte schon viel gesehen.

„Wo hast du es zuletzt gehabt?“, fragte er.

„Gestern Abend. Da hat es noch funktioniert.“

„Und was hast du seitdem gemacht?“
Alter freundlicher Mond mit weisem Gesicht am Nachthimmel Piet dachte nach. „Ich habe zugesehen“, sagte er langsam. „Unten, in dem Haus mit dem blauen Dach. Da ist ein Kind, das nicht einschlafen kann. Ich habe die ganze Nacht hingeschaut.“

Der Mond nickte. „Die ganze Nacht?“

„Die ganze Nacht.“

„Dann ist dein Licht nicht weg“, sagte der Mond. „Dann ist es nur unten.“ Piet verstand das nicht.

„Schau selbst“, sagte der Mond.
Kind schläft mit der Decke bis ans Kinn gezogen Also schaute Piet nach unten, zu dem Haus mit dem blauen Dach. Und da war ein Fenster. Und an dem Fenster stand ein Kind im Schlafanzug und drückte die Nase an die Scheibe.

Und das Kind sagte, so leise, dass eigentlich niemand es hören konnte: „Der kleine da am Rand. Der ist mein Lieblingsstern.“

Piet spürte etwas Warmes.

Es fing in der Mitte an und wurde größer und größer, und dann leuchtete er. Heller als am Abend davor. Heller als je zuvor.

Das Kind am Fenster machte große Augen.

„Da bist du ja“, flüsterte es. Und dann ging es ins Bett und zog die Decke bis ans Kinn und schlief innerhalb von zwei Minuten ein, was sonst nie passierte. Piet leuchtete die ganze Nacht.
„Ich habe es nicht verlegt“, sagte er irgendwann zum Mond.

„Nein“, sagte der Mond. „Man verlegt so etwas nicht. Man vergisst nur manchmal, wofür man es anhat.“

Dann wurde es still da oben, so still wie immer.

Und unten, im Haus mit dem blauen Dach, träumte ein Kind von einem kleinen Stern am Rand, der genau für dieses eine Fenster leuchtete.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was macht Piet jeden Abend, wenn die Sonne untergeht?

    Er macht sein Licht an. Immer pünktlich, immer zuverlässig — obwohl er kein besonders großer Stern ist und ganz am Rand steht, ein bisschen abseits.

  2. 2Wo überall sucht Piet an diesem einen Abend sein Licht?

    Er tastet überall herum, sucht hinter der Wolke und unter dem Mond und schüttelt sich sogar, so wie man eine Tasche schüttelt. Nichts.

  3. 3Was fragt der Mond, und was fällt Piet dabei ein?

    Der Mond fragt, wo er es zuletzt gehabt habe und was er seitdem gemacht habe. Da fällt Piet ein: Er hat die ganze Nacht zu dem Haus mit dem blauen Dach hinuntergeschaut, weil dort ein Kind nicht einschlafen kann.

  4. 4Was sagt das Kind am Fenster, und was passiert dann mit Piet?

    Es drückt die Nase an die Scheibe und sagt so leise, dass es eigentlich niemand hören kann: „Der kleine da am Rand. Der ist mein Lieblingsstern.“ Da spürt Piet etwas Warmes in der Mitte, und dann leuchtet er heller als je zuvor.

  5. 5Wie erklärt der Mond am Ende, was mit dem Licht wirklich los war?

    Er sagt: „Man verlegt so etwas nicht. Man vergisst nur manchmal, wofür man es anhat.“ Und unten schläft das Kind zum ersten Mal innerhalb von zwei Minuten ein.

Wörter aus der Geschichte

verlegt
etwas irgendwo hingelegt und vergessen, wo es liegt
zuverlässig
so, dass man sich immer darauf verlassen kann
abseits
ein Stück weg von den anderen, ganz für sich
tastete
suchte mit den Händen, ohne dabei hinzusehen
Scheibe
das Glas im Fenster, an das man die Nase drücken kann

Zum Weitererzählen

  • Der Mond fragt Piet erst einmal aus, statt ihm gleich die Antwort zu sagen. Warum wohl?
  • Piet steht am Rand und ist nicht besonders groß — und trotzdem ist er der Lieblingsstern des Kindes. Wie kommt das?
  • Das Kind schläft danach in zwei Minuten ein, was sonst nie passiert. Was hat sich für das Kind verändert?
  • Wenn du dir einen Stern am Himmel aussuchen dürftest, der abends nur für dein Fenster leuchtet — welchen würdest du nehmen?
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Der Stern, der sein Licht verlegt hatte vorlesen – so wird der Abend rund

Piet steht am Rand, ein bisschen abseits, und macht trotzdem jeden Abend pünktlich sein Licht an – schon dieser Anfang ist eine ganze Haltung. Die Geschichte ist die stillste in dieser Sammlung und braucht beim Vorlesen wenig: leise beginnen, leiser aufhören. Der Satz des Mondes – man vergisst nur manchmal, wofür man ein Licht anhat – ist für Erwachsene mindestens so gemeint wie für Kinder.

Warum „Der Stern, der sein Licht verlegt hatte" zum Einschlafen passt

Drei Minuten, keine Handlung, die aufregt, kein Gegenspieler. Es passiert im Grunde nur ein Gespräch zwischen einem Stern und dem Mond.

Der Schluss legt sich direkt neben das zuhörende Kind: Unten, im Haus mit dem blauen Dach, träumt jemand von einem kleinen Stern, der genau für dieses eine Fenster leuchtet. Kaum eine Geschichte endet so nah am eigenen Bett.

Wenn „Der Stern, der sein Licht verlegt hatte" gefallen hat

Weiter mit Der verlorene Stern und die Mondfee, Die Katze, die den Mond einfangen wollte und Der Sternenfänger. Mehr über den Nachthimmel: Sternengeschichten. Alles Weitere: alle 274 Kindergeschichten.

Häufige Fragen zu Der Stern, der sein Licht verlegt hatte

Worum geht es in „Der Stern, der sein Licht verlegt hatte"?

Der kleine Stern Piet findet eines Abends sein Licht nicht mehr. Der Mond weiß, wo es geblieben ist – bei einem Kind in einem Haus mit blauem Dach.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa drei Minuten.

Warum eignet sie sich besonders zum Einschlafen?

Weil fast nichts passiert. Es gibt keinen Gegenspieler, nur ein leises Gespräch – und der Schluss spielt in einem Kinderzimmer.

Ab welchem Alter eignet sie sich?

Ab etwa drei Jahren.

Was ist die Botschaft?

Der Mond sagt es selbst: Man verlegt so etwas nicht, man vergisst nur manchmal, wofür man es anhat.

Gibt es die Geschichte als PDF?

Ja, kostenlos und ohne Anmeldung unter der Geschichte.

Download als PDF

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