Vorlesen lassen
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Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.
Er macht sein Licht an. Immer pünktlich, immer zuverlässig — obwohl er kein besonders großer Stern ist und ganz am Rand steht, ein bisschen abseits.
Er tastet überall herum, sucht hinter der Wolke und unter dem Mond und schüttelt sich sogar, so wie man eine Tasche schüttelt. Nichts.
Der Mond fragt, wo er es zuletzt gehabt habe und was er seitdem gemacht habe. Da fällt Piet ein: Er hat die ganze Nacht zu dem Haus mit dem blauen Dach hinuntergeschaut, weil dort ein Kind nicht einschlafen kann.
Es drückt die Nase an die Scheibe und sagt so leise, dass es eigentlich niemand hören kann: „Der kleine da am Rand. Der ist mein Lieblingsstern.“ Da spürt Piet etwas Warmes in der Mitte, und dann leuchtet er heller als je zuvor.
Er sagt: „Man verlegt so etwas nicht. Man vergisst nur manchmal, wofür man es anhat.“ Und unten schläft das Kind zum ersten Mal innerhalb von zwei Minuten ein.
Band 2 – Die schwebende Stadt
Wer bei dieser Geschichte in den Himmel geschaut hat, ist in Band 2 richtig: Emil und Henry finden eine alte Karte und steigen zu einer Stadt hinauf, die über den Wolken hängt.
Oder gleich alle sechs Bände: 79,00 € statt 90,00 €Piet steht am Rand, ein bisschen abseits, und macht trotzdem jeden Abend pünktlich sein Licht an – schon dieser Anfang ist eine ganze Haltung. Die Geschichte ist die stillste in dieser Sammlung und braucht beim Vorlesen wenig: leise beginnen, leiser aufhören. Der Satz des Mondes – man vergisst nur manchmal, wofür man ein Licht anhat – ist für Erwachsene mindestens so gemeint wie für Kinder.
Drei Minuten, keine Handlung, die aufregt, kein Gegenspieler. Es passiert im Grunde nur ein Gespräch zwischen einem Stern und dem Mond.
Der Schluss legt sich direkt neben das zuhörende Kind: Unten, im Haus mit dem blauen Dach, träumt jemand von einem kleinen Stern, der genau für dieses eine Fenster leuchtet. Kaum eine Geschichte endet so nah am eigenen Bett.
Weiter mit Der verlorene Stern und die Mondfee, Die Katze, die den Mond einfangen wollte und Der Sternenfänger. Mehr über den Nachthimmel: Sternengeschichten. Alles Weitere: alle 274 Kindergeschichten.
Der kleine Stern Piet findet eines Abends sein Licht nicht mehr. Der Mond weiß, wo es geblieben ist – bei einem Kind in einem Haus mit blauem Dach.
Etwa drei Minuten.
Weil fast nichts passiert. Es gibt keinen Gegenspieler, nur ein leises Gespräch – und der Schluss spielt in einem Kinderzimmer.
Ab etwa drei Jahren.
Der Mond sagt es selbst: Man verlegt so etwas nicht, man vergisst nur manchmal, wofür man es anhat.
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