Gute Nacht, Bauernhof

Gute Nacht, Bauernhof

Zusammenfassung: Auf dem Hof von Bauer Rehm läuft jeden Abend alles in derselben Reihenfolge: Hühner, Kühe, Schweine, Katze, Pferd. Eine ruhige Einschlafgeschichte zum Mitzählen.

Gute Nacht, Bauernhof – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Auf dem Hof von Bauer Rehm wurde jeden Abend dasselbe gemacht, und zwar in genau derselben Reihenfolge.

Zuerst die Hühner.

Bauer Rehm ging zum Stall und machte die Klappe zu. Die Hühner saßen schon oben auf ihrer Stange, dicht nebeneinander, wie Bücher in einem Regal. Die kleinste hieß Pippa und saß immer ganz außen.

„Gute Nacht, Hühner“, sagte Bauer Rehm.

„Grrk“, sagte Pippa.
Hühner sitzen abends auf der Stange im warmen Hühnerstall Dann die Kühe.

Im Kuhstall roch es nach Heu und ein bisschen nach warmem Fell. Die Kühe lagen schon. Kühe legen sich langsam hin, in mehreren Schritten, als würden sie es sich zwischendurch noch einmal überlegen.

Bauer Rehm klopfte jeder einmal auf die Schulter. Es waren neun Kühe. Das dauerte.

„Gute Nacht, Kühe.“
Haufen schlafender rosa Ferkel im Stroh Dann die Schweine.

Die Schweine schliefen alle in einem Haufen, damit es wärmer ist. Man konnte nicht sehen, welches Bein zu welchem Schwein gehörte. Es sah aus wie ein einziges großes rosa Kissen, das atmete.

„Gute Nacht, Schweine.“
Alter Bauer steht nachts in der Stalltür beim Pferd Dann die Katze.

Die Katze hieß Frau Schmidt und ließ sich von niemandem etwas sagen. Sie saß auf dem Zaunpfahl und tat so, als hätte sie Bauer Rehm nicht gesehen. „Gute Nacht, Frau Schmidt.“

Frau Schmidt blinzelte einmal. Das war ihre Art, gute Nacht zu sagen. Dann das Pferd.

Das Pferd hieß Anton und war sehr alt. Es stand an seiner Boxentür und wartete, weil es wusste, dass es als Letztes drankam und dass es dann noch eine Möhre gab.

Es gab noch eine Möhre.
„Gute Nacht, Anton.“

Bauer Rehm ging über den Hof zurück zum Haus. Über ihm standen so viele Sterne, dass man den Eindruck bekam, jemand hätte sie ausgeschüttet. Im Haus machte er das Licht aus.

Und dann war der ganze Hof still. Die Hühner in ihrem Regal. Die neun Kühe im Heu. Der große rosa Haufen, der atmete. Frau Schmidt auf dem Zaunpfahl, mit halb geschlossenen Augen. Und Anton, der im Stehen schlief, wie Pferde das können.

Nur eines war noch wach.

Ganz weit oben, am Rand, wo es schon fast dunkel bleibt, leuchtete ein kleiner Stern über dem Hof und passte auf.

Bis morgen früh.

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