Wie man einen Kastanienbaum umzieht

Wie man einen Kastanienbaum umzieht

Zusammenfassung: „Wie man einen Kastanienbaum umzieht" in drei Sätzen

Aus einer Kastanie, die in einem Blumentopf gekeimt hat, ist in vier Jahren ein Bäumchen von zwei Metern geworden.

Es steht in einem Kübel auf einem Balkon im dritten Stock, und dort kann es nicht bleiben.

Der Umzug dauert einen Samstag und braucht fünf Leute, ein Auto und eine Genehmigung.

Wie man einen Kastanienbaum umzieht – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 9 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Angefangen hat es mit einer Kastanie in einer Jackentasche.

Toves Vater hatte sie im Oktober aus dem Park mitgenommen, weil man das eben macht, und sie lag den Winter über auf der Fensterbank, bis sie schrumpelig wurde.

Im Februar hat Tove sie in einen Blumentopf gesteckt.

Das ist eigentlich die falsche Reihenfolge — Kastanien brauchen eine Kältephase, und die hatte sie auf der Fensterbank gerade nicht. Sie ist trotzdem gekommen, im April, mit einem dicken Trieb und zwei Blättern, die viel zu groß aussahen für so eine kleine Pflanze.

Kastanienblätter sind von Anfang an groß. Das gehört zu ihnen.

Nach einem Jahr war sie vierzig Zentimeter hoch und musste in einen größeren Topf.

Nach zwei Jahren achtzig und in einen Kübel.

Nach vier Jahren war sie zwei Meter zehn und stand in einem Kübel, der so schwer war, dass man ihn nicht mehr allein bewegen konnte, auf einem Balkon im dritten Stock.
Eine schrumpelige Kastanie auf der Fensterbank Ein Kastanienbaum wird fünfundzwanzig Meter hoch und dreihundert Jahre alt.

Das war das Problem.

Toves Mutter hatte es zwei Jahre lang gesagt, und Tove hatte zwei Jahre lang gesagt, dass er ja noch klein sei.

Im vierten Herbst ging das nicht mehr. Der Kübel riss unten ein, die Wurzeln kamen aus den Löchern heraus und suchten Balkonboden, und bei Wind stand der ganze Baum schräg und musste festgebunden werden.

Es gab drei Möglichkeiten.

Erstens: wegwerfen. Das kam nicht in Frage, und zwar nicht wegen des Baumes, sondern wegen Tove.

Zweitens: irgendwo heimlich einpflanzen. Das machen viele Leute, und es geht meistens schief, weil der Baum an einer Stelle steht, wo ihn niemand gießt und wo in fünf Jahren jemand einen Zaun bauen will.

Drittens: fragen.
Zwei Blätter, viel zu groß für die Pflanze Fragen dauerte sechs Wochen.

Tove hat einen Brief an die Stadt geschrieben, mit Hilfe, aber selbst formuliert, und darin stand, dass sie einen Kastanienbaum habe, zwei Meter zehn, vier Jahre alt, aus dem Stadtpark, und ob es einen Platz gebe.

Die erste Antwort war ein Formular.

Die zweite Antwort kam von einer Frau vom Grünflächenamt, die anrief und Fragen stellte, die Tove nicht erwartet hatte: Wie dick der Stamm sei. Ob der Kübel Löcher habe. Ob der Baum je gedüngt worden sei.

Dann sagte sie, es gebe eine Stelle am Rand des Sportplatzes, wo im Frühjahr ohnehin gepflanzt werde, und dass sie einen Baum, der aus dem Park stamme, gern zurücknehme.

Termin: der erste Samstag im November.

Im November pflanzt man Bäume, weil der Boden noch warm und die Luft schon kühl ist. Der Baum treibt dann nicht mehr aus, aber die Wurzeln wachsen noch — er hat den ganzen Winter Zeit, ohne dass er oben etwas leisten muss.
Nach vier Jahren zwei Meter zehn im dritten Stock Der Samstag fing schlecht an.

Der Kübel ging nicht durch die Balkontür, weil der Baum inzwischen breiter war als die Tür.

Die Lösung war unschön: Der Baum musste durch die Tür gebogen werden, während zwei Leute den Kübel kippten, und dabei ist ein Ast abgebrochen, der etwa daumendick war.

Tove hat geweint, und zwar richtig.

Die Frau vom Grünflächenamt, die tatsächlich gekommen war, hat sich das angesehen und gesagt, dass ein Baum das aushält, dass die Stelle im Frühjahr überwallt und dass sie ihn ohnehin oben eingekürzt hätte.

Dann hat sie den Ast mit einer Schere sauber nachgeschnitten, direkt am Ansatz, und erklärt, warum: Ein glatter Schnitt am Astring heilt, ein Riss nicht.

Tove hat den abgebrochenen Ast behalten.
Drei Stockwerke, zu viert, mit Pausen Danach ging es schnell.

Baum hinein, gerade ausrichten — was länger dauert, als man denkt, weil jeder aus einer anderen Richtung schaut und alle etwas anderes sagen. Erde hinein, in Schichten, dazwischen mit dem Fuß angetreten. Ein Gießring aus Erde außen herum, damit das Wasser nicht wegläuft.

Dann zwei Pfähle, einer nordwestlich, weil der Wind aus Nordwest kommt, und ein Kokosstrick in einer Acht um den Stamm, nicht zu fest.

Und dann sechzig Liter Wasser.

Das war die Zahl, die Tove am meisten überrascht hat. Sechzig Liter, für einen Baum von zwei Metern, an einem Novembertag, an dem es sowieso geregnet hatte.

Die Frau sagte, ohne das schließen sich die Hohlräume zwischen den Wurzeln nicht, und ein Baum, der nach dem Pflanzen nicht ordentlich eingeschlämmt wird, geht öfter ein als einer, der zu wenig Erde bekommt.
Schräg im Kombi, Heckklappe offen, rotes Tuch Sie sind danach noch eine Weile dagestanden.

Ein frisch gepflanzter Baum sieht nicht schön aus. Er sieht aus wie ein Stock mit Pfählen daneben, mitten auf einer nassen Wiese, und man kann sich nicht vorstellen, dass daraus jemals etwas wird.

Tove wollte ein Schild dranmachen. Das darf man nicht, sagte die Frau, aber sie könne die Stelle im Katasterplan der Stadt eintragen lassen, und sie hat den Baum tatsächlich eingetragen — mit Sorte, Pflanzdatum und dem Vermerk „Spende".

Auf dem Rückweg hat Tove gesagt, dass er jetzt keinem gehört.

Ihr Vater hat gesagt, doch, allen.

Das fand sie schlechter.

Nach zwei Jahren war der Baum drei Meter zwanzig und die Pfähle waren weg. Nach fünf hat er zum ersten Mal geblüht, weiße Kerzen, ungefähr sechs Stück, was für eine Kastanie sehr wenig ist und für den ersten Versuch normal.

Im Herbst danach lagen die ersten Kastanien darunter.

Tove hat eine mitgenommen und auf die Fensterbank gelegt.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann steht er noch heute am Rand des Sportplatzes.
Das Loch ist doppelt so breit wie der Kübel Im Treppenhaus haben sie den Kübel drei Stockwerke heruntergetragen, zu viert, mit Pausen auf jedem Absatz.

Ein Nachbar kam dazu und trug mit, ohne zu fragen, was das Beste war, was an diesem Tag passiert ist.

Der Kombi war zu klein. Der Baum lag am Ende schräg im Auto, mit der Krone über der Rückbank und der Heckklappe offen und einem roten Tuch daran, und sie sind mit dreißig gefahren.

Am Sportplatz war das Loch schon ausgehoben.

Es war viel größer, als Tove gedacht hatte — ungefähr doppelt so breit wie der Kübel und nicht besonders tief. Die Frau erklärte auch das: Wurzeln wachsen zuerst in die Breite, nicht in die Tiefe, und ein zu tiefes Loch ist ein Fehler, weil der Baum dann absinkt.

Sie haben den Kübel aufgeschnitten, weil er nicht mehr abging.

Der Wurzelballen war ein einziger dichter Filz, und die Frau hat ihn an drei Stellen mit dem Spaten eingeschnitten, was aussieht, als würde man den Baum verletzen, und das Gegenteil bewirkt: Aus jedem Schnitt kommen neue Wurzeln nach außen statt weiter im Kreis zu wachsen.
Sechzig Liter, damit sich die Hohlräume schließen Nach fünf Jahren die ersten sechs Blütenkerzen
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Neun ruhige Minuten. Es gibt keine Gefahr, nur einen Samstag mit Tragen, Graben und Gießen — und einen Baum, der am Ende steht.

Schwierige Wörter kurz erklärt

  • Kübel – ein großer Pflanztopf
  • Wurzelballen – die Wurzeln mitsamt der Erde, in der sie stecken
  • Astring – der kleine Wulst dort, wo ein Ast am Stamm ansetzt; dort heilt ein Schnitt
  • einschlämmen – nach dem Pflanzen so viel gießen, dass sich alle Hohlräume mit Erde füllen
  • Grünflächenamt – die Abteilung der Stadt, die für Parks, Bäume und Wiesen zuständig ist

Fragen zum Weitererzählen

  • Warum ist heimliches Einpflanzen keine gute Idee?
  • Warum wird der Wurzelballen absichtlich eingeschnitten?
  • Habt ihr schon mal etwas gepflanzt — und wisst ihr noch, wo?

Warum „Wie man einen Kastanienbaum umzieht" zum Einschlafen passt

Die gärtnerischen Angaben stimmen alle und lassen sich nachmachen: Pflanzzeit im Herbst, Pflanzloch doppelt so breit wie der Ballen und nicht tiefer, den Ballen anschneiden, kräftig einschlämmen, Pfahl gegen die Hauptwindrichtung.

Wer einen Baum abzugeben hat: Ein Anruf beim Grünflächenamt der eigenen Stadt ist tatsächlich der übliche Weg. Ob eine Spende angenommen wird, entscheidet jede Gemeinde selbst.

Die Geschichte eignet sich für Kinder, die etwas Lebendiges großgezogen haben und es abgeben müssen. Das Abgeben wird darin nicht schöngeredet.

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Häufige Fragen zu Wie man einen Kastanienbaum umzieht

Worum geht es in „Wie man einen Kastanienbaum umzieht"?

Aus einer Kastanie in einem Blumentopf ist in vier Jahren ein Baum von zwei Metern geworden. Er steht im dritten Stock auf dem Balkon und muss weg.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa sechs Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund neun Minuten.

Kann man aus einer Kastanie wirklich einen Baum ziehen?

Ja. Sie braucht eigentlich eine Kältephase – am einfachsten geht es, wenn die Kastanie den Winter draußen in Erde liegt.

Wann pflanzt man Bäume?

Im Herbst. Der Boden ist noch warm, die Luft schon kühl – der Baum treibt nicht mehr aus, aber die Wurzeln wachsen den Winter über weiter.

Wohin mit einem Baum, den man nicht behalten kann?

Beim Grünflächenamt der eigenen Stadt anfragen. Heimliches Einpflanzen geht meistens schief, weil sich niemand zuständig fühlt.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Das PDF ja, kostenlos und ohne Anmeldung. Die Hörfassung entsteht gerade – bei den älteren Geschichten steht der Abspieler schon unter dem Text.

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