Der Ritter und das viel zu große Pferd

Der Ritter und das viel zu große Pferd

Zusammenfassung: Ritter Jonte ist der kleinste im Königreich und bekommt das größte Pferd. Bei der Prüfung hilft ihm nicht seine Kraft, sondern eine Frage, die er dem Pferd ins Ohr flüstert.

Der Ritter und das viel zu große Pferd – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Ritter Jonte war der kleinste Ritter des Königreichs.

Sein Schwert war normal groß. Seine Rüstung war normal groß. Nur Jonte selbst war es nicht.

Am Tag der Prüfung standen alle jungen Ritter auf dem Hof, und vor ihnen standen die Pferde. Große Pferde. Sehr große Pferde.

„Sucht euch eins aus“, sagte der alte Ritter Bram.

Die anderen suchten sich die größten aus. Jonte blieb übrig, und übrig blieb auch ein Pferd: ein riesiger grauer Hengst, der Nebel hieß und aussah, als hätte er schon zwei Kriege gesehen und beide langweilig gefunden. Jonte sah nach oben. Nebel sah nach unten.

„Na dann“, sagte Jonte.

Er brauchte drei Anläufe, um hinaufzukommen. Beim dritten half Nebel ein bisschen mit, indem er ein Bein anwinkelte. Jonte war sich sicher, dass er das absichtlich getan hatte.
Sehr kleiner junger Ritter versucht auf ein riesiges Pferd zu steigen Die Prüfung hatte drei Aufgaben.

Die erste war Reiten im Kreis. Das ging gut, weil Nebel wusste, wie man im Kreis geht, und Jonte einfach oben blieb.
Großer grauer Hengst springt über einen Holzbalken Die zweite war ein Sprung über einen Balken. Jonte hatte solche Angst, dass er die Augen zumachte. Als er sie wieder öffnete, waren sie schon drüben. Nebel schnaubte, als wäre es nichts gewesen.

Die dritte Aufgabe war die schwerste: einen Ring von einem Pfosten holen, im vollen Galopp, mit ausgestrecktem Arm.
Kleiner Junge schläft auf Stroh neben der Pferdebox Jonte streckte den Arm aus.

Er kam nicht hin. Nicht annähernd. Sein Arm war zu kurz, oder das Pferd zu groß, oder beides.

Beim ersten Versuch: nichts. Beim zweiten Versuch: nichts.

Die anderen jungen Ritter lachten leise, so wie man lacht, wenn man hofft, dass es niemand hört.

Vor dem dritten Versuch beugte Jonte sich nach vorn zu Nebels Ohr. „Ich schaffe das nicht allein“, sagte er.

Nebel drehte ein Ohr nach hinten. Das war alles.

Dann galoppierten sie los. Und kurz bevor sie am Pfosten waren, senkte Nebel den Kopf — nur ein kleines Stück, gerade so viel, dass Jonte ein kleines Stück tiefer kam.

Jontes Finger schlossen sich um den Ring.

Auf dem Hof wurde es laut.
Der alte Ritter Bram kam herüber, als Jonte abgestiegen war.

„Das war nicht dein Verdienst“, sagte er. „Das war das Pferd.“ „Ich weiß“, sagte Jonte.

Bram nickte langsam. „Und weißt du auch, warum es das gemacht hat?“ Jonte schüttelte den Kopf.

„Weil du gefragt hast“, sagte Bram. „Die anderen haben nur befohlen.“ Am Abend brachte Jonte Nebel selbst in den Stall, obwohl es dafür Stallburschen gab. Er striegelte ihn, so weit er hinaufkam, und für den Rest holte er einen Schemel.

„Gute Nacht, Nebel“, sagte er.

Nebel schnaubte in seine Haare.

Und Jonte schlief in dieser Nacht auf dem Stroh neben der Box, weil er fand, dass sich das so gehörte.

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