Der Ritter und das viel zu große Pferd

Der Ritter und das viel zu große Pferd

Zusammenfassung: Ritter Jonte ist der kleinste im Königreich und bekommt das größte Pferd. Bei der Prüfung hilft ihm nicht seine Kraft, sondern eine Frage, die er dem Pferd ins Ohr flüstert.

Der Ritter und das viel zu große Pferd – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Geschichte

Ritter Jonte war der kleinste Ritter des Königreichs.

Sein Schwert war normal groß. Seine Rüstung war normal groß. Nur Jonte selbst war es nicht.

Am Tag der Prüfung standen alle jungen Ritter auf dem Hof, und vor ihnen standen die Pferde. Große Pferde. Sehr große Pferde.

„Sucht euch eins aus“, sagte der alte Ritter Bram.

Die anderen suchten sich die größten aus. Jonte blieb übrig, und übrig blieb auch ein Pferd: ein riesiger grauer Hengst, der Nebel hieß und aussah, als hätte er schon zwei Kriege gesehen und beide langweilig gefunden. Jonte sah nach oben. Nebel sah nach unten.

„Na dann“, sagte Jonte.

Er brauchte drei Anläufe, um hinaufzukommen. Beim dritten half Nebel ein bisschen mit, indem er ein Bein anwinkelte. Jonte war sich sicher, dass er das absichtlich getan hatte.
Sehr kleiner junger Ritter versucht auf ein riesiges Pferd zu steigen Die Prüfung hatte drei Aufgaben.

Die erste war Reiten im Kreis. Das ging gut, weil Nebel wusste, wie man im Kreis geht, und Jonte einfach oben blieb.
Großer grauer Hengst springt über einen Holzbalken Die zweite war ein Sprung über einen Balken. Jonte hatte solche Angst, dass er die Augen zumachte. Als er sie wieder öffnete, waren sie schon drüben. Nebel schnaubte, als wäre es nichts gewesen.

Die dritte Aufgabe war die schwerste: einen Ring von einem Pfosten holen, im vollen Galopp, mit ausgestrecktem Arm.
Kleiner Junge schläft auf Stroh neben der Pferdebox Jonte streckte den Arm aus.

Er kam nicht hin. Nicht annähernd. Sein Arm war zu kurz, oder das Pferd zu groß, oder beides.

Beim ersten Versuch: nichts. Beim zweiten Versuch: nichts.

Die anderen jungen Ritter lachten leise, so wie man lacht, wenn man hofft, dass es niemand hört.

Vor dem dritten Versuch beugte Jonte sich nach vorn zu Nebels Ohr. „Ich schaffe das nicht allein“, sagte er.

Nebel drehte ein Ohr nach hinten. Das war alles.

Dann galoppierten sie los. Und kurz bevor sie am Pfosten waren, senkte Nebel den Kopf — nur ein kleines Stück, gerade so viel, dass Jonte ein kleines Stück tiefer kam.

Jontes Finger schlossen sich um den Ring.

Auf dem Hof wurde es laut.
Der alte Ritter Bram kam herüber, als Jonte abgestiegen war.

„Das war nicht dein Verdienst“, sagte er. „Das war das Pferd.“ „Ich weiß“, sagte Jonte.

Bram nickte langsam. „Und weißt du auch, warum es das gemacht hat?“ Jonte schüttelte den Kopf.

„Weil du gefragt hast“, sagte Bram. „Die anderen haben nur befohlen.“ Am Abend brachte Jonte Nebel selbst in den Stall, obwohl es dafür Stallburschen gab. Er striegelte ihn, so weit er hinaufkam, und für den Rest holte er einen Schemel.

„Gute Nacht, Nebel“, sagte er.

Nebel schnaubte in seine Haare.

Und Jonte schlief in dieser Nacht auf dem Stroh neben der Box, weil er fand, dass sich das so gehörte.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Warum bleibt für Jonte ausgerechnet das größte Pferd übrig?

    Jonte war der kleinste Ritter des Königreichs, und die anderen suchten sich die größten Pferde zuerst aus. Übrig blieb Nebel, ein riesiger grauer Hengst, der aussah, als hätte er schon zwei Kriege gesehen und beide langweilig gefunden.

  2. 2Wie kommt Jonte überhaupt auf Nebel hinauf?

    Er brauchte drei Anläufe. Beim dritten half Nebel ein bisschen mit, indem er ein Bein anwinkelte — und Jonte war sich sicher, dass er das absichtlich getan hatte.

  3. 3Wie laufen die ersten beiden Aufgaben der Prüfung?

    Beim Reiten im Kreis ging es gut, weil Nebel wusste, wie man im Kreis geht, und Jonte einfach oben blieb. Beim Sprung über den Balken machte Jonte vor Angst die Augen zu, und als er sie wieder öffnete, waren sie schon drüben.

  4. 4Warum bekommt Jonte den Ring bei den ersten beiden Versuchen nicht?

    Er streckte den Arm aus und kam nicht hin, nicht annähernd — sein Arm war zu kurz, oder das Pferd zu groß, oder beides. Die anderen jungen Ritter lachten leise, so wie man lacht, wenn man hofft, dass es niemand hört.

  5. 5Was sagt Jonte vor dem dritten Versuch zu Nebel, und was passiert dann?

    Er beugt sich nach vorn zu Nebels Ohr und sagt: „Ich schaffe das nicht allein.“ Kurz vor dem Pfosten senkt Nebel den Kopf ein kleines Stück, und Jontes Finger schließen sich um den Ring. Ritter Bram sagt danach: „Weil du gefragt hast. Die anderen haben nur befohlen.“

Wörter aus der Geschichte

Hengst
ein männliches Pferd
Galopp
die schnellste Gangart eines Pferdes, bei der es richtig springt und rennt
striegelte
putzte das Fell des Pferdes mit einer Bürste sauber
Schemel
ein kleiner Tritt zum Draufstellen, wenn man sonst nicht hinaufreicht
Stallburschen
die Jungen, die im Stall arbeiten und sich um die Pferde kümmern

Zum Weitererzählen

  • Warum macht es einen Unterschied, ob man jemanden fragt oder ihm etwas befiehlt?
  • Jonte schläft in dieser Nacht auf dem Stroh neben der Box. Was will er Nebel damit sagen?
  • Bram sagt: „Das war nicht dein Verdienst.“ Findest du das gemein oder ehrlich?
  • Wobei würdest du gern jemanden um Hilfe bitten, statt es allein zu versuchen?
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Der Ritter und das viel zu große Pferd vorlesen – so wird der Abend rund

Jonte ist der Kleinste, und die Geschichte tut nicht so, als wäre das egal – sie zeigt nur, dass es nicht entscheidend ist. Was ihm hilft, ist keine Kraftanstrengung, sondern eine Frage, die er dem Pferd ins Ohr flüstert. Beim Vorlesen lohnt es sich, an dieser Stelle wirklich zu flüstern; Kinder beugen sich dann von selbst vor. Vier Minuten, und der Schluss führt direkt ins Stroh neben der Box.

Warum „Der Ritter und das viel zu große Pferd" zum Einschlafen passt

Es gibt keinen Kampf und keinen Gegner – die Prüfung besteht Jonte, indem er anders vorgeht als erwartet. Für den Abend ist das die richtige Art von Ritterspannung.

Der Schluss ist auffällig zärtlich: Jonte sagt „Gute Nacht, Nebel", das Pferd schnaubt ihm in die Haare, und er schläft auf dem Stroh daneben, weil es sich so gehört. Damit endet die Geschichte selbst schon im Schlaf.

Wenn „Der Ritter und das viel zu große Pferd" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Der Ritter und das viel zu große Pferd

Worum geht es in „Der Ritter und das viel zu große Pferd"?

Ritter Jonte ist der kleinste im Königreich und bekommt bei der Prüfung das größte Pferd. Was ihm hilft, ist nicht seine Kraft, sondern eine Frage, die er dem Pferd ins Ohr flüstert.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa vier Minuten.

Ab welchem Alter eignet sie sich?

Ab etwa drei bis vier Jahren. Es gibt keinen Kampf und keinen Gegner.

Für welche Kinder passt sie besonders?

Für Kinder, die kleiner sind als die anderen in ihrer Gruppe. Die Geschichte redet das nicht klein – sie zeigt nur, dass es nicht entscheidet.

Eignet sie sich zum Einschlafen?

Ja. Am Ende sagt Jonte dem Pferd Gute Nacht und schläft im Stroh neben der Box ein.

Gibt es die Geschichte als PDF?

Ja, kostenlos unter der Geschichte, ohne Anmeldung.

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