Die Katze, die in der Scheune wohnte

Die Katze, die in der Scheune wohnte

Zusammenfassung: „Die Katze, die in der Scheune wohnte" in drei Sätzen

Auf dem Hof lebt eine graue Katze, die niemandem gehört und sich von niemandem anfassen lässt.

Jeden Abend bekommt sie eine Schale Milch, die jemand hinstellt und wieder weggeht.

Nach vier Jahren passiert etwas, womit niemand mehr gerechnet hat.

Die Katze, die in der Scheune wohnte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Die Katze war grau und hatte ein Ohr, an dem oben ein Stück fehlte.

Sie war eines Tages da gewesen, ungefähr im Herbst, und niemand wusste, woher.

Sie wohnte oben in der Scheune, auf den Strohballen, an einer Stelle, an die man nur über eine Leiter kommt.

Sie ließ sich nicht anfassen.

Wer näher als drei Meter kam, wurde beobachtet. Wer näher als zwei Meter kam, sah eine graue Katze weggehen.
Die graue Katze oben auf den Strohballen Auf dem Hof wurde das so hingenommen.

Es gibt Hofkatzen, die kommen und schnurren und liegen auf dem Fensterbrett. Und es gibt Hofkatzen, die machen ihre Arbeit — Mäuse — und wollen sonst nichts.

Diese hier war von der zweiten Sorte.

Trotzdem stellte jemand jeden Abend eine Schale hin.

Nicht direkt vor die Leiter. Ein Stück weg, auf den flachen Stein neben dem Scheunentor, damit die Katze in Ruhe herunterkommen konnte.

Hingestellt und wieder weggegangen. Das war die ganze Abmachung.

Vier Jahre lang.
Die Schale auf dem flachen Stein Im fünften Winter war es sehr kalt.

Nicht der Sorte kalt, die man aushält, sondern zwei Wochen am Stück unter minus zehn, und der Wind kam von Norden und ging durch die Scheunenwand, als wäre sie aus Papier.

Die Katze kam trotzdem jeden Abend zur Schale.

Sie sah dünner aus.

Marta, die das mit der Schale meistens machte und elf war, stellte in dieser Zeit die Milch warm hin statt kalt.

Und sie ließ das kleine Fenster im Geräteschuppen einen Spalt offen, weil im Schuppen ein alter Traktor steht, der Restwärme abgibt, und weil man es ja mal versuchen kann.
Zwei Wochen strenger Frost Drei Tage passierte nichts.

Am vierten Morgen lag die Katze auf dem Traktorsitz.

Sie stand auf, als Marta hereinkam, und ging hinaus, ohne sich zu beeilen.

Am fünften Morgen lag sie wieder da und stand nicht auf.

Am sechsten auch nicht.

Sie ließ sich immer noch nicht anfassen. Marta hat es einmal probiert, im zweiten Winter, und die Katze war eine Woche lang nicht mehr im Schuppen.

Danach hat sie es nicht mehr probiert.

Aber seitdem liegt im Winter auf dem Traktorsitz eine graue Katze, und im Sommer liegt sie oben auf den Strohballen, und die Schale steht abends auf dem flachen Stein.

Und wenn sie nicht gestorben ist, dann liegt sie noch heute da.
Marta stellt warme Milch hin Die Katze auf dem Traktorsitz Die Moral von „Die Katze, die in der Scheune wohnte"

Diese Geschichte hat keine Umarmung am Ende. Die Katze wird nicht zahm, und niemand darf sie streicheln.

Was passiert, ist kleiner und dafür echt: ein Fenster, das einen Spalt offen bleibt, und warme statt kalter Milch.

Für Kinder ist das eine wichtige Unterscheidung — dass man jemanden gernhaben kann, ohne ihn anzufassen, und dass Vertrauen manchmal genau so weit geht und nicht weiter. Marta probiert es einmal und lässt es danach.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wo wohnt die graue Katze, und wie nah darf man ihr kommen?

    Sie wohnt oben in der Scheune auf den Strohballen, an einer Stelle, an die man nur über eine Leiter kommt. Wer näher als drei Meter kommt, wird beobachtet — wer näher als zwei Meter kommt, sieht eine graue Katze weggehen.

  2. 2Was ist die Abmachung mit der Schale?

    Jeden Abend stellt jemand eine Schale hin, nicht direkt vor die Leiter, sondern ein Stück weg auf den flachen Stein neben dem Scheunentor, damit die Katze in Ruhe herunterkommen kann. Hingestellt und wieder weggegangen — das war alles.

  3. 3Was ist im fünften Winter anders?

    Es ist zwei Wochen am Stück unter minus zehn Grad, und der Wind geht durch die Scheunenwand, als wäre sie aus Papier. Die Katze kommt trotzdem jeden Abend zur Schale, aber sie sieht dünner aus.

  4. 4Was macht Marta in dieser kalten Zeit?

    Sie stellt die Milch warm hin statt kalt. Und sie lässt das kleine Fenster im Geräteschuppen einen Spalt offen, weil dort ein alter Traktor steht, der noch Restwärme abgibt — weil man es ja mal versuchen kann.

  5. 5Was liegt am vierten Morgen im Schuppen?

    Die Katze liegt auf dem Traktorsitz. Sie steht auf und geht hinaus, ohne sich zu beeilen. Am fünften Morgen liegt sie wieder da — und steht nicht mehr auf.

Wörter aus der Geschichte

Strohballen
fest gepresste, große Pakete aus trockenen Halmen
Hofkatzen
auf einem Bauernhof lebende Katzen, die dort Mäuse fangen
Scheunentor
das große Tor an dem Gebäude, in dem Heu und Geräte lagern
Geräteschuppen
ein kleines Haus, in dem Werkzeug und Maschinen stehen
Restwärme
die Wärme, die noch übrig ist, wenn etwas schon abgeschaltet wurde

Zum Weitererzählen

  • Marta stellt die Schale immer ein Stück weiter weg. Warum ist das freundlich?
  • Sie hat einmal versucht, die Katze anzufassen, und es danach nie wieder getan. Was hältst du davon?
  • Kann man jemanden gernhaben, ohne ihn anzufassen? Wie zeigt man das dann?
  • Wenn ein scheues Tier bei dir wohnen würde — was würdest du für es tun?
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Drei Minuten ohne Gefahr und ohne Aufregung. Die Katze wird nicht gerettet und nicht gezähmt — es wird nur etwas leichter für sie, und das reicht der Geschichte.

Warum „Die Katze, die in der Scheune wohnte" zum Einschlafen passt

Die Geschichte eignet sich gut für Kinder, die alle Tiere anfassen wollen. Sie erklärt nichts, sie zeigt nur, wie es ausgeht, wenn man es einmal versucht und dann sein lässt.

Sie ist ausgesprochen ruhig und endet mit einer schlafenden Katze auf einem Traktorsitz.

Wenn „Die Katze, die in der Scheune wohnte" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Die Katze, die in der Scheune wohnte

Worum geht es in „Die Katze, die in der Scheune wohnte"?

Eine graue Hofkatze lässt sich von niemandem anfassen. Jeden Abend steht trotzdem eine Schale für sie bereit – und in einem sehr kalten Winter ändert sich etwas.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund drei Minuten.

Wird die Katze am Ende zahm?

Nein. Sie lässt sich weiterhin nicht anfassen, und die Geschichte findet das in Ordnung.

Passiert der Katze etwas?

Nein. Es wird ihr im Winter nur leichter gemacht.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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