Der kleine Drache, der niesen musste

Der kleine Drache, der niesen musste

Zusammenfassung: Immer wenn der kleine Drache Fenn aufgeregt ist, muss er niesen — und dann brennt etwas. Bis Nele ihm einen Rat gibt, der aus seinem Problem ein Feuerwerk macht.

Der kleine Drache, der niesen musste – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Fenn war ein Drache, aber nur ein kleiner. Er war ungefähr so groß wie ein großer Hund und ungefähr so ungeschickt wie ein junger Vogel.

Fenn hatte ein Problem.

Immer wenn er aufgeregt war, musste er niesen. Und wenn ein Drache niest, kommt Feuer heraus.

Am Montag hatte er das Wäscheseil seiner Nachbarin angezündet. Am Dienstag ein Grasbüschel. Am Mittwoch die Schwanzspitze seines eigenen Bruders, was besonders peinlich gewesen war.

„Ich niese nie wieder“, sagte Fenn am Donnerstag und setzte sich auf einen Stein, weit weg von allem, was brennen konnte.
Kleiner grüner Drache sitzt allein auf einem Stein Da kam ein Mädchen den Weg herauf. Sie hieß Nele und trug einen Korb. „Warum sitzt du so allein?“, fragte sie.

„Damit nichts kaputtgeht“, sagte Fenn.

Nele setzte sich neben ihn und stellte den Korb ab. „Bei mir geht auch oft etwas kaputt“, sagte sie. „Gestern eine Tasse.“

„Bei mir war es ein Wäscheseil.“

„Ein ganzes Seil?“

„Ein ganzes Seil.“
Mädchen mit Korb sitzt neben dem kleinen Drachen Nele dachte nach. Dann sagte sie: „Was, wenn du zielst?“

Fenn sah sie an. „Zielst?“

„Wenn du sowieso niesen musst, dann nies doch dorthin, wo es niemandem schadet. Nach oben zum Beispiel.“

Fenn fand das dumm. Aber er war zu höflich, um es zu sagen.

Sie saßen eine Weile. Die Sonne ging tiefer. Nele holte ein Brot aus dem Korb und teilte es.
Zwei kleine grüne Drachen rollen sich zum Schlafen zusammen Dann passierte, was passieren musste: Ein Schmetterling landete auf Fenns Nase.

Fenn spürte es kommen. Das Kribbeln. Das Ziehen. Er riss die Augen auf. „Nach oben!“, rief Nele.

Fenn warf den Kopf in den Nacken und —

HATSCHI.

Die Flamme schoss senkrecht in den Abendhimmel. Sie war orange und golden und hielt drei ganze Sekunden. Und weil es schon dämmerte, sah es aus, als hätte jemand eine Blume aus Licht in die Luft gemalt. Nele klatschte.

Vom Dorf her rief jemand: „Habt ihr das gesehen?“

Und jemand anders: „Noch mal!“

Fenn sah Nele an. Nele sah Fenn an.

„Kannst du das noch mal?“, fragte sie.
Fenn dachte an das Wäscheseil. An das Grasbüschel. An den Schwanz seines Bruders.

Dann kitzelte er sich selbst mit der Schwanzspitze an der Nase und nieste noch einmal, senkrecht nach oben.

Diesmal jubelten sie im ganzen Tal.

Später, als es richtig dunkel war, lag Fenn in seiner Höhle und hörte, wie unten im Dorf noch geredet wurde. Über ihn. Über sein Feuer.

Sein Bruder streckte den Kopf herein. Seine Schwanzspitze war immer noch ein bisschen schwarz.

„Das war gut“, sagte sein Bruder.

„Danke“, sagte Fenn.

Dann rollten sie sich zusammen, wie Drachen es tun, und schliefen ein. Und wenn Fenn im Traum niesen musste, dann nieste er nach oben.

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