Der kleine Drache, der niesen musste

Der kleine Drache, der niesen musste

Zusammenfassung: Immer wenn der kleine Drache Fenn aufgeregt ist, muss er niesen — und dann brennt etwas. Bis Nele ihm einen Rat gibt, der aus seinem Problem ein Feuerwerk macht.

Der kleine Drache, der niesen musste – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Geschichte

Fenn war ein Drache, aber nur ein kleiner. Er war ungefähr so groß wie ein großer Hund und ungefähr so ungeschickt wie ein junger Vogel.

Fenn hatte ein Problem.

Immer wenn er aufgeregt war, musste er niesen. Und wenn ein Drache niest, kommt Feuer heraus.

Am Montag hatte er das Wäscheseil seiner Nachbarin angezündet. Am Dienstag ein Grasbüschel. Am Mittwoch die Schwanzspitze seines eigenen Bruders, was besonders peinlich gewesen war.

„Ich niese nie wieder“, sagte Fenn am Donnerstag und setzte sich auf einen Stein, weit weg von allem, was brennen konnte.
Kleiner grüner Drache sitzt allein auf einem Stein Da kam ein Mädchen den Weg herauf. Sie hieß Nele und trug einen Korb. „Warum sitzt du so allein?“, fragte sie.

„Damit nichts kaputtgeht“, sagte Fenn.

Nele setzte sich neben ihn und stellte den Korb ab. „Bei mir geht auch oft etwas kaputt“, sagte sie. „Gestern eine Tasse.“

„Bei mir war es ein Wäscheseil.“

„Ein ganzes Seil?“

„Ein ganzes Seil.“
Mädchen mit Korb sitzt neben dem kleinen Drachen Nele dachte nach. Dann sagte sie: „Was, wenn du zielst?“

Fenn sah sie an. „Zielst?“

„Wenn du sowieso niesen musst, dann nies doch dorthin, wo es niemandem schadet. Nach oben zum Beispiel.“

Fenn fand das dumm. Aber er war zu höflich, um es zu sagen.

Sie saßen eine Weile. Die Sonne ging tiefer. Nele holte ein Brot aus dem Korb und teilte es.
Zwei kleine grüne Drachen rollen sich zum Schlafen zusammen Dann passierte, was passieren musste: Ein Schmetterling landete auf Fenns Nase.

Fenn spürte es kommen. Das Kribbeln. Das Ziehen. Er riss die Augen auf. „Nach oben!“, rief Nele.

Fenn warf den Kopf in den Nacken und —

HATSCHI.

Die Flamme schoss senkrecht in den Abendhimmel. Sie war orange und golden und hielt drei ganze Sekunden. Und weil es schon dämmerte, sah es aus, als hätte jemand eine Blume aus Licht in die Luft gemalt. Nele klatschte.

Vom Dorf her rief jemand: „Habt ihr das gesehen?“

Und jemand anders: „Noch mal!“

Fenn sah Nele an. Nele sah Fenn an.

„Kannst du das noch mal?“, fragte sie.
Fenn dachte an das Wäscheseil. An das Grasbüschel. An den Schwanz seines Bruders.

Dann kitzelte er sich selbst mit der Schwanzspitze an der Nase und nieste noch einmal, senkrecht nach oben.

Diesmal jubelten sie im ganzen Tal.

Später, als es richtig dunkel war, lag Fenn in seiner Höhle und hörte, wie unten im Dorf noch geredet wurde. Über ihn. Über sein Feuer.

Sein Bruder streckte den Kopf herein. Seine Schwanzspitze war immer noch ein bisschen schwarz.

„Das war gut“, sagte sein Bruder.

„Danke“, sagte Fenn.

Dann rollten sie sich zusammen, wie Drachen es tun, und schliefen ein. Und wenn Fenn im Traum niesen musste, dann nieste er nach oben.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was ist Fenns Problem?

    Immer wenn er aufgeregt ist, muss er niesen. Und wenn ein Drache niest, kommt Feuer heraus.

  2. 2Was hat Fenn am Montag, Dienstag und Mittwoch angezündet?

    Am Montag das Wäscheseil seiner Nachbarin, am Dienstag ein Grasbüschel und am Mittwoch die Schwanzspitze seines eigenen Bruders — das war besonders peinlich. Am Donnerstag setzt er sich weit weg von allem auf einen Stein.

  3. 3Welchen Rat gibt Nele ihm?

    Wenn er sowieso niesen muss, soll er dorthin niesen, wo es niemandem schadet — nach oben zum Beispiel. Fenn findet das erst dumm, ist aber zu höflich, das zu sagen.

  4. 4Was passiert, als ein Schmetterling auf Fenns Nase landet?

    Fenn spürt das Kribbeln kommen, Nele ruft „Nach oben!“, und er wirft den Kopf in den Nacken. Die Flamme schießt senkrecht in den Abendhimmel, orange und golden, drei ganze Sekunden lang — als hätte jemand eine Blume aus Licht in die Luft gemalt.

  5. 5Wie endet der Abend für Fenn?

    Im ganzen Tal jubeln sie, und unten im Dorf wird noch lange über sein Feuer geredet. Sein Bruder steckt den Kopf in die Höhle, die Schwanzspitze immer noch ein bisschen schwarz, und sagt: „Das war gut.“

Wörter aus der Geschichte

Wäscheseil
die Leine im Garten, auf der nasse Wäsche zum Trocknen hängt
Grasbüschel
ein kleiner Haufen Gras, der eng zusammen wächst
Schwanzspitze
das äußerste Ende vom Schwanz
senkrecht
gerade nach oben, wie eine stehende Linie
Nacken
die Stelle hinten am Hals, unter dem Kopf

Zum Weitererzählen

  • Fenn setzt sich erst allein auf einen Stein, damit nichts kaputtgeht. Was hältst du von dieser Lösung?
  • Nele erzählt sofort, dass bei ihr auch oft etwas kaputtgeht. Warum tut ihm das gut?
  • Aus Fenns Problem wird am Ende etwas, worüber sich alle freuen. Was hat sich dabei eigentlich verändert?
  • Was ist an dir manchmal anstrengend — und könnte es auch etwas Schönes sein?
Weil hier ein Drache vorkommt

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Der kleine Drache, der niesen musste vorlesen – so wird der Abend rund

Vier Minuten, kurze Sätze, eine Pointe – das ist die Geschichte für den Abend, an dem eigentlich keine Zeit mehr ist. Fenn kann etwas nicht steuern, das zu ihm gehört, und das kennen Kinder aus eigener Erfahrung. Beim Vorlesen sind die Nieser die Hauptattraktion: laut machen, dann kurz warten. Der Schluss, in dem Fenn im Traum nach oben niest, ist der Satz, mit dem man das Licht ausmacht.

Warum „Der kleine Drache, der niesen musste" zum Einschlafen passt

Vier Minuten sind zu kurz, um jemanden wach zu machen. Es gibt keine Bedrohung, nur ein Missgeschick, das am Ende zu etwas Schönem wird.

Der letzte Absatz ist ein Bild vom Schlafen: Fenn und sein Bruder rollen sich zusammen, „wie Drachen es tun". Freundlicher kann ein Abend kaum enden.

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Häufige Fragen zu Der kleine Drache, der niesen musste

Worum geht es in „Der kleine Drache, der niesen musste"?

Immer wenn der kleine Drache Fenn aufgeregt ist, muss er niesen – und dann brennt etwas. Nele gibt ihm einen Rat, der aus seinem Problem ein Feuerwerk macht.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa vier Minuten – eine der kürzesten Geschichten bei uns.

Ab welchem Alter eignet sie sich?

Ab etwa drei Jahren. Kurze Sätze, eine klare Pointe, kein bedrohlicher Moment.

Ist ein feuerspeiender Drache nicht zu aufregend für den Abend?

Fenn ist ungefähr so groß wie ein Hund und ungefähr so ungeschickt wie ein junger Vogel. Die Geschichte ist lustig, nicht gefährlich, und endet damit, dass er einschläft.

Gibt es die Geschichte als PDF?

Ja, kostenlos und ohne Anmeldung unter der Geschichte.

Gibt es eine Hörfassung?

Ja, direkt auf der Seite.

Download als PDF

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