Lia und die verschwundene Perle

Lia und die verschwundene Perle

Tief unten im blauen Ozean lebte die kleine Meerjungfrau Lia. Sie hatte rötliches Haar, das in der Strömung tanzte, und große, neugierige Augen. Lia liebte es, durch das Wasser zu schwimmen und Geheimnisse des Meeres zu entdecken.

An diesem Tag schwebte sie gerade spielerisch zwischen hohen Korallenriffen hindurch, als ihr Blick auf etwas Seltsames fiel.

Vor ihr trieb eine riesige Luftblase, die langsam durch das Wasser schwebte.

„Oh, was ist das denn?“ murmelte sie und schwamm neugierig näher.

In der Blase drehte sich etwas Kleines und Rundes. Lia kniff die Augen zusammen – es war eine schimmernde Perle!

„Oh! Sie funkelt ja wunderschön!“ rief sie begeistert.

Sie streckte vorsichtig die Hand aus, doch genau in diesem Moment blubberte etwas um sie herum.

Ein ganzer Schwarm kleiner, gelber Fische huschte vorbei. Sie wuselten aufgeregt um Lia herum, als wollten sie ihr etwas sagen.

„Hey, was ist denn los mit euch?“ fragte sie lachend.

Lia und die verschwundene Perle – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 7 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Geschichte

Doch die kleinen Fische schwammen immer wieder zur Blase und dann zu Lia zurück.

„Oh! Ihr wollt mir helfen?“

Die Fische schienen zu nicken und schwammen voran.

Zusammen folgte Lia der schwebenden Blase mit der Perle – immer tiefer ins Meer hinein.

Doch plötzlich wurde das Wasser kühler und dunkler.

Ein sanfter Strudel bildete sich um sie herum. Die Blase drehte sich schneller!

„Oh nein, nicht wegfliegen!“ rief Lia und versuchte, hinterherzuschwimmen.

Gerade, als sie dachte, sie hätte die Blase verloren, bemerkte sie, dass sich etwas Großes näherte.

Der Meeresboden unter ihr bewegte sich… nein, das war kein Felsen.

Es war eine riesige, lilafarbene Krake!

„Ohhh… du bist aber groß!“ staunte Lia.
Lia und die verschwundene Perle Die Krake lachte leise. „Und du bist aber neugierig.“

„Ich bin Lia!“ stellte sie sich vor.

„Freut mich, dich kennenzulernen, Lia. Ich bin Tula.“

Die Krake bewegte langsam ihre langen Arme, die sanft durch das Wasser schwebten.

„Was machst du hier unten ganz allein?“ fragte Tula freundlich.

„Ich folge dieser Blase! Sie hat eine wunderschöne Perle, aber sie schwimmt immer weiter weg!“

Tula drehte sich um und betrachtete die Blase.

„Oh, die kenne ich!“ sagte sie nachdenklich.

Lia sah sie gespannt an. „Echt?“

Tula nickte. „Ja! Sie gehört der kleinen Meeresschildkröte Miko. Er hatte sie in einer Felsspalte gefunden und liebte sie über alles. Doch gestern hat er sie verloren. Er war ganz traurig.“

Lia riss die Augen auf. „Oh nein! Dann müssen wir sie ihm zurückbringen!“

„Aber das wird nicht so einfach“, sagte Tula.

Lia runzelte die Stirn. „Warum nicht?“
Lia und die verschwundene Perle Tula zeigte mit einem ihrer Arme auf das Wasser um sie herum.

„Diese Blase ist in eine Strömung geraten. Sie wird immer weiterziehen, wenn wir sie nicht aufhalten.“

„Was können wir tun?“ fragte Lia aufgeregt.

Tula überlegte. „Wenn wir einen sanften Wasserwirbel machen, können wir sie in die richtige Richtung lenken.“

„Dann nichts wie los!“ rief Lia.

Zusammen schwammen sie um die Blase herum.

„Wir müssen sie ganz langsam in Bewegung bringen“, sagte Tula.

Mit ihren Armen machte sie sanfte Wellenbewegungen, während die kleinen gelben Fische vorsichtig von hinten pusteten.

„Ich helfe auch!“ rief Lia und wedelte sanft mit ihrer Flosse.

Ganz langsam bewegte sich die Blase in die richtige Richtung.

Doch plötzlich kam ein neuer Strudel!

„Oh nein! Die Strömung zieht sie wieder weg!“ rief Lia.

Tula handelte schnell. Sie streckte zwei ihrer langen Arme aus und wirbelte das Wasser so, dass der Strudel sanfter wurde.

„Jetzt, Lia!“ rief sie.
Lia und die verschwundene Perle Lia nahm all ihre Kraft zusammen und pustete mit aller Macht gegen die Blase.

Plopp!

Die Blase löste sich auf – und die Perle sank langsam und glitzernd zu Boden.

Genau in diesem Moment hörten sie eine fröhliche Stimme.

„Meine Perle!“

Es war Miko!

Die kleine Schildkröte schwamm so schnell sie konnte heran.

„Ihr habt sie gefunden!“ rief Miko glücklich.

Lia lachte. „Ja, aber es war gar nicht so einfach!“

Miko drückte die Perle sanft an sich. „Ich dachte, ich hätte sie für immer verloren!“
„Zum Glück haben wir sie gerettet!“ sagte Lia stolz.

Miko sah zu ihr und Tula. „Danke! Ihr seid die besten Freunde!“

Tula zwinkerte. „Manchmal braucht man Freunde, um Dinge zurückzubringen, die man verloren hat.“

Miko nickte. „Ihr seid echte Helden!“

Lia drehte sich zu ihren Freunden. „Das war das beste Abenteuer aller Zeiten!“

Die gelben Fische tanzten aufgeregt um sie herum, während Miko die Perle festhielt und strahlte.

Und während sie gemeinsam zurückschwammen, wusste Lia: Das Meer hatte noch viele Geheimnisse zu entdecken. Aber für heute war sie einfach nur glücklich. Die Wellen wiegten sie sanft hin und her, und das Licht der untergehenden Sonne ließ das Wasser in warmen Farben leuchten. „Morgen erleben wir sicher wieder etwas Spannendes“, flüsterte Lia zufrieden.Und mit diesem Gedanken glitt sie langsam in die Ruhe der Nacht.

Ende.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was entdeckt Lia, als sie zwischen den hohen Korallenriffen schwimmt?

    Eine riesige Luftblase, die langsam durchs Wasser schwebt. Darin dreht sich etwas Kleines, Rundes — eine schimmernde Perle, die wunderschön funkelt.

  2. 2Was wollen die kleinen gelben Fische von Lia?

    Sie wuseln aufgeregt um sie herum und schwimmen immer wieder zur Blase und zurück. Lia versteht: Sie wollen ihr helfen. Also folgt sie ihnen, immer tiefer ins Meer hinein.

  3. 3Wem gehört die Perle, und woher weiß Tula das?

    Tula, die große lilafarbene Krake, kennt die Blase. Die Perle gehört der kleinen Meeresschildkröte Miko. Er hatte sie in einer Felsspalte gefunden und über alles geliebt, aber gestern verloren.

  4. 4Wie holen Lia und Tula die Blase aus der Strömung?

    Tula macht mit ihren langen Armen sanfte Wellenbewegungen, die gelben Fische pusten von hinten, und Lia wedelt mit der Flosse. Als ein neuer Strudel kommt, beruhigt Tula das Wasser und ruft „Jetzt, Lia!“ — Lia pustet mit aller Kraft, und mit einem Plopp löst sich die Blase auf.

  5. 5Was sagt Tula, als Miko seine Perle wiederhat?

    Sie zwinkert und sagt: „Manchmal braucht man Freunde, um Dinge zurückzubringen, die man verloren hat.“ Miko drückt die Perle an sich und nennt die beiden echte Helden.

Wörter aus der Geschichte

Korallenriff
bunte, steinharte Gebilde im Meer, an denen viele Fische wohnen
Strömung
ein Zug im Meerwasser, der alles in eine Richtung mitnimmt
Strudel
sich drehendes Wasser, das Sachen in die Tiefe zieht
Krake
ein großes Meerestier mit acht langen Armen
Felsspalte
ein schmaler Riss zwischen zwei Steinen

Zum Weitererzählen

  • Die Fische können nicht sprechen und schaffen es trotzdem, Lia etwas zu sagen. Wie geht das?
  • Miko hat etwas verloren, das er sehr mochte. Wie fühlt sich das an?
  • Lia, Tula und die Fische helfen alle auf ihre eigene Art. Wer hat am meisten geholfen?
  • Wenn du eine Meerjungfrau oder ein Meerestier wärst — was würdest du auf dem Meeresboden suchen gehen?
Wenn es heute ums Wasser ging

Band 6 – Die Piratenbrüder

Noch mehr Wellen und Inseln: In Band 6 gehen Emil und Henry an Bord. Piraten, die keine Bösewichte sind, ein Sturm, eine Schatzkarte – und eine Mannschaft, in der jeder etwas anderes kann.

Oder gleich alle sechs Bände: 79,00 € statt 90,00 €

Lia und die verschwundene Perle vorlesen – so wird der Abend rund

Die Geschichte spielt unter Wasser, und alles darin bewegt sich langsam: Haare in der Strömung, eine treibende Luftblase, Korallen. Dieses Tempo ist beim Vorlesen der ganze Trick – wer schnell liest, verschenkt sie. Sieben Minuten, kein Konflikt, der wehtut. Für Kinder, die vom Meer nicht genug bekommen, ist Lia die ruhigste unserer Meerfiguren.

Warum „Lia und die verschwundene Perle" zum Einschlafen passt

Es gibt keinen Gegner und keine Gefahr – etwas ist weg, und Lia sucht es. Die Geschichte bleibt die ganzen sieben Minuten über ruhig.

Der Schluss ist ein Sonnenuntergang unter Wasser: warmes Licht, sanftes Wiegen, ein zufriedener Gedanke an morgen. Lia gleitet „langsam in die Ruhe der Nacht" – ein Satz, nach dem man nichts mehr sagen muss.

Wenn „Lia und die verschwundene Perle" gefallen hat

Weiter mit Die Meerjungfrau und die stille Muschel, Der magische Strandurlaub und Die kleine Meerjungfrau. Mehr vom Meer: Meergeschichten. Alles Weitere: alle 274 Kindergeschichten.

Häufige Fragen zu Lia und die verschwundene Perle

Worum geht es in „Lia und die verschwundene Perle"?

Die kleine Meerjungfrau Lia entdeckt zwischen den Korallenriffen eine seltsame Luftblase – und kommt damit einer verschwundenen Perle auf die Spur.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa sieben Minuten.

Ab welchem Alter eignet sie sich?

Ab etwa vier Jahren. Es gibt keinen Gegner und keine Gefahr.

Warum eignet sie sich zum Einschlafen?

Weil sich unter Wasser alles langsam bewegt. Der Schluss ist ein Sonnenuntergang im Meer – Lia gleitet in die Ruhe der Nacht.

Gibt es die Geschichte als PDF?

Ja, kostenlos und ohne Anmeldung unter der Geschichte.

Gibt es eine Hörfassung?

Ja, direkt auf der Seite.

Download als PDF

Morgen Abend weiterlesen? Ritter Emil und Zauberer Henry gibt es gedruckt – sechs Bände zum Vorlesen ab vier Jahren, alle sechs zusammen 79,00 € statt 90,00 €.

Noch mehr Geschichten für heute Abend

Diese Geschichte ist eine von 214 kostenlosen Gute-Nacht-Geschichten auf emhema.de – alle zum Vorlesen und als PDF zum Ausdrucken.

  • Den 23. mit Kugelschreiber eingetragen

    Der längste Dezember

    7 Minuten Vorlesezeit

    Im Jahr, in dem Mattea zwölf wird, dauert der Dezember gefühlt neun Wochen. Es liegt daran, dass ihr Vater seit August in einer anderen Stadt arbeitet und erst am 23. kommt. Die drei...

  • Drei Wochen alt und über der Heizung

    Der Kranz, der zu früh brannte

    4 Minuten Vorlesezeit

    Am vierten Advent brennen vier Kerzen auf einem Kranz, der seit drei Wochen auf der Heizung steht. Als alle kurz in der Küche sind, fängt er an zu brennen. Was dann passiert, dauert ...

  • Neunzig Minuten, immer gleich

    Der zweite Advent bei Frau Kroll

    4 Minuten Vorlesezeit

    Jedes Jahr am zweiten Advent besucht Familie Doric die Nachbarin von gegenüber, und jedes Jahr findet Elin das schrecklich. In diesem Jahr fällt der Besuch aus, weil Frau Kroll im Kr...

  • Der Dezember ist der längste Monat

    Warten ist ein Beruf

    4 Minuten Vorlesezeit

    Am 2. Dezember erklärt Jost, dass Warten das Schlimmste sei, was es gibt. Sein Onkel, der bei der Bahn arbeitet, widerspricht ihm. Er zeigt ihm etwas, das Jost danach vier Wochen lan...

  • Der Kranz steht in der Mitte

    Das Wachs auf dem Tisch

    3 Minuten Vorlesezeit

    Am dritten Advent kippt eine Kerze um, und auf dem Esstisch liegt ein Fleck aus rotem Wachs. Der Tisch gehört der Familie seit vier Generationen. Was danach passiert, ist deutlich we...

  • Sechs Sorten auf dem Tisch

    Die Plätzchen, die keiner mochte

    3 Minuten Vorlesezeit

    Jedes Jahr backt Oma Rethmeier Anisplätzchen, und jedes Jahr isst sie niemand. In diesem Jahr sagt es ihr jemand. Was dann passiert, hätte niemand vorhergesehen.